Große Steinstraße / Joliot-Curie-Platz: Stadt stellt Baupläne vor

7. September 2015 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Vor 25 Jahren wurde die Große Steinstraße in Halle (Saale) zum letzten Mal saniert. Nun rücken die nächsten Bauarbeiten näher. In den Jahren 2017 und 2018 sollen die Straße und der angrenzende Joliot-Curie-Platz saniert und umgestaltet werden. Die Finanzierung soll fast komplett aus Fördermitteln des Stadtbahn-Programms erfolgen. Am Montag wurden die Pläne den Anwohnern vorgestellt.

16 Haupt- und Untervarianten wurden untersucht. Mit Kreisverkehr, mit einer Teilsignalisierung, zwei Haltestellen, separater Bahnkörper … nach umfangreichen Abwägungen haben sich die Stadtplaner für die folgende Variante entschieden. Diese sei nötig, um zum einen den gesamten Platz STVO-Konform herzurichten, wie Kristin Elmendorff vom Fachbereich Planen sagte. Zum anderen sei der Platz ein Unfallschwerpunkt, 125 Unfälle wurden in den Jahren 2012 bis 2014 registriert. 26 Personen wurden dabei verletzt. Hauptunfallursachen waren die Missachtung der Vorfahrt sowie mangelnder Sicherheitsabstand. Die Obere Große Steinstraße wird von 10.400 Fahrzeugen am Tag frequentiert, die Untere Große Steinstraße 1.900, der Joliot-Curie-Platz von knapp 11.000 Fahrzeugen sowie der Hansering von fast 15.000 Autos. Zudem verkehren derzeit 32 Straßenbahnen pro Stunde.

Die markanteste Änderung ist wohl die komplette Neuorganisation des Verkehrs am Joliot-Curie-Platz. Wer aus Richtung Steintor kommt, braucht künftig nicht mehr den Bogen über die Oper zu fahren, um zum Hansering zu kommen. Stattdessen ist künftig ein Linksabbiegen an einer Ampelkreuzung möglich. Diese Ampel soll auch Fußgängern eine sicherere Variante bieten, über den verkehrsreichen Platz zu kommen. Denn den Fußgängerüberweg an der Hauptpost nutzen derzeit 6.000 Personen am Tag. An der Kreuzung Schulstraße, Universitätsring, Joliot-Curie-Platz wird ein neuer kleiner Kreisverkehr eingerichtet, ebenfalls mit Fußgängerüberwegen versehen. Die westliche Fahrbahn am Curie-Platz wird künftig für beide Fahrrichtungen freigegeben, die östliche Fahrbahn wird künftig in Richtung Süden führen, um Autofahrern aus Richtung Uniring und August-Bebel-Straße ein Linksabbiegen in die Große Steinstraße zu ermöglichen (siehe Plan). Auf der östlichen Fahrbahn werden 15 Stellflächen eingeordnet. Derzeit kann auch auf der Westfahrbahn abends geparkt werden. Diese Möglichkeit fällt nach der Umgestaltung weg.

Zwischen Ludwig-Stur-Straße und der Schauburg soll es künftig eine Kombination von Parkstreifen und Lieferzone stadteinwärts eingerichtet. Zudem sind Bäume und Fahrradbügel vorgesehen. „Das steht aber noch nicht abschließend fest“, so Elmendorff. So müsse zuvor geklärt werden, ob Leitungen umverlegt werden. Mit den Bäumen wolle man einem Wunsch der Anwohner nachkommen. In Richtung Steintor, also bergaufwärts, wird es einen Fahrradstreifen geben. Obendrauf soll die derzeitige Haltestelle „Stadtbad“ aufgegeben werden. Die Haltestelle „Joliot-Curie-Platz“ wird in etwa in ihrer jetzigen Lage verbleiben, allerdings behindertengerecht ausgeführt. Begründet wird dies mit der Nutzung. So würden durchschnittlich 827 Fahrgäste den Stopp am Stadtbad nutzen, während es an der Haltestelle „Joliot-Curie-Platz“ 2.761 sind. Allerdings sind diese Zahlen noch ohne die neue Jugendherberge, die über die Haltestelle am Stadtbad erreicht werden kann. Doch die Herbergs-Gäste hätten eine hohe Mobilität, argumentiert die Stadt, die Entfernung zur Haltestelle Steintor sei nicht groß.

Im westlichen Bereich zwischen Joliot-Curie-Platz und Mittelstraße werden Fußwege und Fahrbahn altstadttypisch ausgeformt. So wird die Fahrbahn aus Betonsteinen bestehen, die Gehwege aus Granitborden und Granitplatten und einem Streifen aus Mosaikpflaster. Gerade letzterer brachte eine Anliegerin dazu, Kritik zu üben. Das Mosaikpflaster sei uneben und wäre deshalb eine Stolperfalle für Fußgänger. Baudezernent Uwe Stäglin wies daraufhin, dass man die Pflastersteine in sogenannter gebundener Bauweise einbringe. Vor einigen Jahren habe man dies noch nicht getan, heute seien lose Steine in diesen Bereichen die Folge. Erkundigt wurde sich auch nach dem Platz an der Oper. Hier würden viele ältere Gäste mit dem Taxi ankommen und aussteigen, dies könnte nach dem Umbau möglicherweise zu Staus führen. Dieses Problem sieht die Stadtverwaltung nicht.

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