Großbaustelle Steintor im Zeitplan, Medienschelte der HAVAG

11. September 2015 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Seit Frühjahr wird am Steintor in Halle (Saale) gebaut, seit Juli fahren die Straßenbahnen nicht mehr über den Platz. Jetzt ist Halbzeit für das Projekt und damit ein Zeitpunkt für eine Bilanz.
Und die fällt gemischt aus. Denn Gert Blumenau, Betriebsleiter bei der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG) zeigt sich vor allem mit der Pressearbeit unzufrieden. „Ich kann die mediale Kritik nicht verstehen“, erklärte er. Hintergrund sind beispielsweise Berichte über unzufriedene Anlieger oder Geschäftsaufgaben. „Ich fühle mich etwas betroffen, dass es kein positives Feedback gab“, erklärte Blumenau mit emotionalen Ausführungen. Man sei seit 2011 mit den Anliegern im Dialog, habe immer wieder detailliert informiert.

„Wir wissen, dass die Erschwernisse für die Anlieger und Gewerbetreibenden groß sind.“ Doch Ziel sei es, die Steintor-Kreuzung regelgerecht auszuführen und zukunftsfähig zu gestalten. „Wir wollen das Steintor fit machen für die Anforderungen der Zukunft.“ Es entstehe ein neuer innerstädtischer Erlebnisbereich, so Blumenau. „Hier wird etwas geleistet, was einen Modellfall darstellt. Er sei betroffen wenn es heißt, die Anlieger würden erklären, niemand von der Stadt oder HAVAG lasse sich blicken. Vertreter der Stadt hätten mit jeden Gewerbetreibenden persönlich gesprochen, da sei nichts anonym abgelaufen.

Die Bauarbeiten selbst sind im Zeitplan, sagt Projektsteuerer Ingo Sterzing. Ziel sei es, noch vor Weihnachten mit den Arbeiten am Steintor soweit fertig zu sein, dass die Straßenbahn wieder rollen kann. Die Fahrbahn der Magdeburger Straße wird im Frühjahr 2016 fertiggestellt sein. Im April soll dann der komplette Steintor-Platz in neuem Glanz erstrahlen. Während der Bauarbeiten wurden alte ungenutzte Abwasserkanäle gefunden, von denen niemand mehr etwas wusste. Entdeckt wurde aber auch das erste verlegte Elektrokabel der Stadt, es stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und befindet sich jetzt im Stadtmuseum.

In den Jahren 2016 und 2017 wird es weitere Bauphasen geben, unter anderem zum Ausbau der neu entstehenden Kreuzung im Bereich Berliner Straße/Paracelsusstraße sowie dem Ausbau der Ludwig-Wucherer-Straße bis zur Emil-Abderhalden-Straße geben, über die vor Baubeginn nochmals ausführlich informiert wird.

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