Greenpeace Halle protestiert gegen neue Tagebaue

28. Juni 2013 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Die Greenpeace-Gruppe Halle protestiert am Samstag auf dem Marktplatz in Halle (Saale) gegen einen neuen Braunkohletagebau in der Lausitz. Von 10 bis 16 Uhr bauen die Aktivisten ihren Stand auf.

Mit dem Bannerspruch „Keine neuen Tagebaue! Energiewende heißt Kohleausstieg“ wollen sie auf den drohenden Heimatverlust in der Lausitz aufmerksam machen. Der Energiekonzern Vattenfall will dort weitere 1900 Hektar Land abbaggern – das entspricht der Fläche der Ostseeinsel Hiddensee. Wird der Plan umgesetzt, müssen laut Greenpeace mehr als 800 Menschen umgesiedelt werden. „Die meisten gegen ihren Willen“, heißt es in einer Erklärung.

„Im Land der Energiewende Menschen zu enteignen und unter ihren Häusern nach Braunkohle zu baggern, ist etwa so fortschrittlich, wie die Zentralheizung durch ein offenes Feuer zu ersetzen“ sagt Nils Kathmann, Sprecher von Greenpeace Halle. Deshalb sammele man Einwendungen gegen den „zerstörerischen und zudem unnötigen Tagebau Welzow-Süd II. Eine Erweiterung des Braunkohletagebaus bei Welzow ist energiewirtschaftlich nicht notwendig. So lautet das Fazit eines Gutachtens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).“

Greenpeace verweist auf das Dorf Proschim, in dem sich das Paradoxe des geplanten Tagebaus Welzow-Süd II offenbare. Die 300 Einwohner produzieren deutlich mehr Ökostrom als sie verbrauchen. „Nun sollen sie ausgerechnet für den schmutzigsten aller Energieträger, Braunkohle, ihre Häuser verlassen. Im Kampf der Proschimer gegen die Zwangsumsiedelung werden Unterschriften gegen den Tagebau helfen“, so Greenpeace. Bei der Verbrennung von Kohle entstünden große Mengen klimaschädlichen Kohlendioxids. Ein Braunkohlekraftwerk produziere nach Angaben der Umweltschützer etwa drei Mal so viel CO2 wie ein Gaskraftwerk. Dennoch werden weltweit weitere Kohlekraftwerke gebaut, die den Klimawandel beschleunigen.

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