Gimritzer Damm: ursprüngliche Variante wegen Untergrund problematisch

20. November 2013 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Das Hochwasser war weg und Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand ließ die Bagger am Gimritzer Damm anrollen. Für 5 Millionen Euro sollte hier entlang der Halle-Saale-Schleife ein neuer Schutzdamm errichtet werden.

Nach Klagen besteht dort ein Baustopp. Und wie neue Untersuchungen zeigen, wäre die ursprünglich in Angriff genommene Variante sogar problematisch. Das erklärte Wolfgang Heise vom Tiefbauamt am Mittwoch dem Hauptausschuss, nach dem ihn OB Wiegand um eine Stellungnahme gebeten hatte.

Demnach wird nun von der Stadt nicht mehr der geplante 1,5 Kilometer lange, 30 Meter breite und 3 Meter hohe Erdwall favorisiert. Wegen des problematischen Baugrunds insbesondere im Bereich Sandanger müsste es dort einen gigantischen Erdaushub bis in vier Meter Tiefe geben. Den Standort entlang der Halle-Saale-Schleife schlägt die Verwaltung weiterhin vor. Allerdings soll es nun eine Mischung aus Erdwall und Schutzwand geben. Sobald der Schutzdamm steht, soll auch die Halle-Saale-Schleife wieder hergerichtet werden, und zwar als sogenannter Deichverteidigungsweg mit einer Breite von 6 Metern.

Trotz des verhängten Baustopps bleiben die Stadtplaner nicht untätig. Laut Heise habe man die Planungen an den zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) übergeben. Dieser müsste nun die Planungen beim Landesverwaltungsamt einreichen. Das sei bislang nicht geschehen, kritisierte Wiegand. Und auch das Landesverwaltungsamt zucke sich nicht. Dabei sieht Wiegand einen Gerichtsbeschluss auf seiner Seite. Denn parallel zum Baustopp gegen die Stadt hätten die Richter das Landesverwaltungsamtsamt zu schnellen Planungen aufgefordert.

Die Stadtverwaltung bereitet unterdessen eine Umverlegung von Leitungen vor, beispielsweise Abwasser, Strom und Kommunikation. Hierzu sei man mit den Trägern wie S&K, hl-komm, Telekom und Stadtwirtschaft in Kontakt, so Wolfgang Heise. Das Genehmigungsverfahren zur Umverlegung solle in den nächsten Tagen beginnen.

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