Bahnstreiks: keine Proteste in Halle, aber Verspätungen

17. März 2013 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Die Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) werden auch den Bahnverkehr in Halle (Saale) empfindlich stören. Wie Sachsen-Anhalts EVG-Sprecher Jürgen Geidies sagte, werden sich die Bahnmitarbeiter in der Saalestadt an den Protesten am Montagmorgen von 6 bis 8 Uhr nicht beteiligen. „Wir werden aber im Großraum an einer Stelle streiken, deren Auswirkungen man in Halle, Leipzig, Saalfeld, Erfurt und Nordhausen spürt.“ Genauer wollte Geidies nicht werden. Eine der empfindlichsten Stellen ist aber das Stellwerk in Großkorbetha, wo die Bahnstrecken aus Halle und Leipzig mit der aus Erfurt aufeinandertreffen.

Wie Geidies weiter erklärte, wolle man nicht den kompletten Schienenverkehr lahmlegen. „Wir werden keine totale Stilllegung des Eisenbahnverkehrs machen. Es werden auch punktuell Züge fahren“ Trotzdem werde es sowohl bei Nahverkehrs- als auch bei Fernverkehrszügen Verspätungen und Ausfülle geben. Außerdem werde auch in anderen Bundesländern sowie in Magdeburg gestreikt, so dass es in ganz Deutschland verteilt mehrere Streikpunkte geben wird. Weil vor allem Stellwerke bestreikt werden, treffen die Proteste nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch die privaten Bahnunternehmen wie beispielsweise die Mitteldeutsche Regiobahn und der Harz-Elbe-Express, die Halle ebenfalls anfahren. „Es werden etliche Verbindungen ausfallen und Verspätungen haben“, so Geidies, „und das wird sich bis Mittag hinziehen. Auch Reinigungsbetriebe und Werkstätten sollen stellenweise bestreikt werden.

Am Montagnachmittag gehen die Tarifverhandlungen in eine neue Runde. Die EVG will für die 130.000 Bahnmitarbeiter 6,5 Prozent mehr Geld, die Bahn hatte dagegen schrittweise Lohnerhöhungen von 2,4 und 2,0 Prozent angeboten. Direkt im Anschluss gehen auch die Verhandlungen mit den sechs größten Privatbahnen über einen Branchentarifvertrag weiter. Das heißt, auch für die Beschäftigten von Veolia (HEX, MRB) und Abellio, das ab Dezember 2015 weite Teile des Nahverkehrs im südlichen Sachsen-Anhalt übernimmt, will die EVG mehr Geld durchsetzen. Insbesondere will die Gewerkschaft verhindern, dass die Bezahlung zwischen Bahnkonzern und Privatbahnen nicht weiter auseinanderdriftet. In den letzten Jahren war es gelungen, die Tarifunterschiede zu verringen. So bezahlten die Privatbahnen ihre Mitarbeiter eine Zeit lang 25 Prozent schlechter als die Deutsche Bahn. Derzeit liegen die Löhne etwa 6,5 Prozent unter denen der DB.

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