Bahn führt wissenschaftliche Testfahrten auf der ICE-Neubaustrecke durch

13. August 2014 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Mit zwei Zügen, die der größten Belastungskategorie für Bahnbrücken entsprechen, wurden heute wissenschaftliche Messungen auf der Scherkondetalbrücke (Großbrembach, Landkreis Sömmerda, Thüringen) der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle durchgeführt. Diese Messungen erfolgen danach an allen Brücken der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle. Dabei soll mit speziell zusammengestellten Güterzügen – es sind 10 mit Schotter beladene Waggons – das gerechnete statische Verhalten der Brücken in der Praxis gemessen werden. Die Züge sind etwa 145 Meter lang und mit Messeinrichtungen ausgerüstet. Sie stellen das Belastungsbild UIC 71 dar. Dabei werden als Belastung 80 Kilonewton pro Meter angesetzt. Damit wird der neuesten Maßgabe der UIC, der International United of Railways, entsprochen.

Die weiteren Testfahrten finden am 14. August auf der Gänsebachtalbrücke bei Buttstädt, am 15. August auf der Unstruttalbrücke, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt, am 16. August auf der Stöbnitztalbrücke, Saalekreis, Sachsen-Anhalt, sowie ab 17. August auf der Saale-Elster-Talbrücke südlich von Halle (Saale) statt.

Auf der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle wurden erstmals für eine Bahnstrecke so genannte integrale Brücken hergestellt. Das sind sehr schlanke, wartungsarme Konstruktionen, die jetzt wissenschaftlich betreut werden. Die Scherkondetalbrücke und die Gänsebachtalbrücke wurden mit dem Deutschen Brückenbaupreis gewürdigt.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäischen Union und der Deutschen Bahn. Die Investition beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa vier Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr. Der Projektteil Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle soll 2015 in Betrieb gehen, von Franken durch den Thüringer Wald nach Mitteldeutschland ist die Verbindung Ende 2017 betriebsbereit.

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