Ausschuss beschließt: Merseburger Straße soll vierspurig bleiben

8. April 2014 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Die Merseburger Straße in Halle (Saale) soll auch weiterhin vierspurig bleiben. Das hat der Planungausschuss am Dienstag mehrheitlich beschlossen. Jetzt muss noch der Stadtrat zustimmen.
Merseburger Str
Mit 7 Ja- und 3 Nein-Stimmen wurde einem CDU-Antrag zugestimmt. Demnach soll die Stadt bei Planungen zur Umgestaltung der Merseburger Straße generell eine vierstreifige Ausführung vorsehen. Eine Mehrheit gab es auch für einen SPD-Antrag. Demnach soll die neu zu bauende Eisenbahnüberführung so breit werden, dass die Straßenbahngleise einen eigenen Bahnkörper erhalten und je zwei Richtungsfahrbahnen sowie normgerechte Fuß- und Radwege unter der Brücke möglich sind. 25 Millionen Euro soll die neue Bahnbrücke kosten, deren Baubeginn im Oktober 2016 sein soll.

Die Stadt wollte dagegen die Merseburger Straße nur einspurig ausführen. Die neue Brücke sollte nur so breit werden wie die alte. Grund: bei einer breiteren Brücke muss die Stadt einen Teil der Kosten des Brückenbaus tragen, die sonst die Bahn allein übernehmen müsste. Bislang ist die Straße im Bereich der Rosengartenbrücke zwar zweispurig je Richtung, allerdings wechselt in diesem Bereich auch die Straßenbahn auf die Fahrbahn und hat keinen eigenen Gleiskörper. Den soll sie aber künftig bekommen, weil sonst für die Arbeiten im Rahmen des Stadtbahnprogramms keine Fördermittel fließen. Bei der schmaleren Brücke wäre dann nur noch Platz für eine Autofahrspur je Richtung. Auf das Kostenargument reagieren die Stadträte. Der zugestimmte SPD-Antrag sieht aber vor, dass die Stadt nun Fördermittel aus dem Entflechtungsgesetz beantragt, um somit den städtischen Eigenanteil abzusenken.

Neben den Kostengründen führt die Verwaltung aber auch das Verkehrsaufkommen an. Demnach nutzen nur noch 16.000 Autos am Tag den Bereich. Dies sei vergleichbar mit der Glauchaer Straße, dem südlichen Böllberger Weg und dem Gimritzer Damm. Eine Zunahme sei nicht zu erwarten.

Mit der Entscheidung kommt der Planungsausschuss Anwohnern entgegen. So hatte sich am Rosengarten eine Bürgerinitiative gegründet, die unter anderem für den Erhalt der Vierspurigkeit kämpft. Sie will zudem eine bessere Anbindung der Kasseler Straße. Von dieser aus soll das Linksabbiegen in die Merseburger Straße künftig möglich sein. Rolf Hermann von der Bürgerinitiative Rosengarten warf der Verwaltung wegen der Planungen zur Einspurigkeit provinzielles Verhalten vor. „Wie wollen wir die Wirtschaft stärken, wenn wir nicht ordentliche Infrastruktur bereitstellen“, sagte er. „An der Stelle schaffen wir uns ohne Not einen Flaschenhals, der der Stadt Halle jegliche Entwicklungschancen für die Zukunft nimmt“, so Hermann.

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