Aus drei mach eins: Neues Zentrallabor der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS)

22. April 2015 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Die drei bisherigen Labore der HWS wurden bereits Anfang vergangenen Jahres räumlich zusammengelegt, durchliefen im Laufe des Jahres verschiedene Zertifizierungsverfahren um im September 2014 als neu geschaffenes Zentrallabor auf dem Gelände des Klärwerkes Heide-Nord die Arbeit aufzunehmen. Die Kosten des Zusammenschlusses an diesem Standort von rund 390.000€ wolle man durch Synergieeffekte wieder reinholen, so Jörg Schulze, Geschäftsführer der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH. Alle Mitarbeiter der ehemaligen Labore in Beesen (Trinkwasser) und Lochau (Abfall) seien mit in das neue Labor gezogen, so dass es hier keine Kündigungen gab und weiterhin zwölf Mitarbeiter beschäftigt sind.

zentrallabor klärwerk heide-nord 02Bereits zu Beginn dieses Jahres startete die HWS eine Trinkwasserkampagne: Zwölf Monate, zwölf Motive und viele spannende Aktionen: Jeder Monat steht unter einem speziellen Motto. Das Motto im April: „Einfach kontrolliert“. Das hallesche Leitungswasser ist ein Qualitätsprodukt, regelmäßig durchgeführte Analysen im neuen Zentrallabor bestätigen dies. Mit einer Vielzahl unterschiedlicher Analyseverfahren und unter Beachtung höchster Standards überwachen die Experten der HWS ständig die hohe Trinkwasserqualität. Im April beleuchtet die Aufklärungskampagne der HWS diese sorgfältigen Untersuchungen. Für eine saubere Umwelt prüft das Stadtwerke-Unternehmen im Zentrallabor auch das Abwasser der Kläranlage Halle-Nord und Mischabfälle von Entsorgungsfirmen. Vor allem Hallenser profitieren von den vielseitigen Labordienstleistungen für Trinkwasser, Abwasser und Abfall: Von professionellen Probenahmen über die Analytik bis zur Auswertung der Ergebnisse – das vollständige Leistungsspektrum steht unter www.hws-halle.de.

„Lebensqualität, Umweltschutz und Versorgungssicherheit. Das wünschen wir uns und unseren Kunden. Bei der Trinkwasserqualität machen wir keine Abstriche. Wir kontrollieren täglich die Einhaltung des Reinheitsgrades. Natürlich liegt uns die Umwelt ebenso am Herzen, weshalb wir alles tun, um auch Abwässer schadstofffrei in den Wasserkreislauf zurückzuführen“, erklärt Jörg Schulze.

Um den Verbraucherschutz zu stärken, sind Versorgungsunternehmen dazu verpflichtet, Wasser zur Verfügung zu stellen, das den strengen Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entspricht. An über 40 Probeentnahmestellen, repräsentativ auf das Versorgungsgebiet verteilt, werden dafür regelmäßig Trinkwasserproben entnommen und im Zentrallabor analysiert, etwa zehn Proben pro Tag. Damit das hallesche Trinkwasser immer die gesetzlichen Vorschriften erfüllt, kontrolliert die HWS im Zentrallabor somit durchschnittlich 22.700 mikrobiologische und chemische Parameter im Jahr. Letztere umfassen sämtliche Inhaltsstoffe des Trinkwassers, die für die Gesundheit der Kunden relevant sind. Die Einhaltung der mikrobiologischen Grenzwerte hingegen gewährleistet, dass keine durch Mikroorganismen verursachten Krankheiten auf die Konsumenten übertragen werden. Vor allem Hallenser profitieren von den Dienstleistungen des Zentrallabors. Ob mikrobiologische Trinkwasseruntersuchung, Prüfung von Brunnenwasser, Identifizierung von Wässern in Kellern oder Untersuchungen in Hausinstallationen – die Gründe für eine Trinkwasseranalyse sind verschieden.

zentrallabor klärwerk heide-nord 05Weil die Anforderungen an den Naturschutz und ein funktionierendes Ökosystem in allen Bereichen steigen, unternimmt die HWS enorme Anstrengungen, Abwässer schadstofffrei in den Wasserkreislauf zurückzuführen. Das Zentrallabor ist auch für die vielseitigen Aufgaben zur Untersuchung von Abwasser ausgerüstet, beispielsweise das der Kläranlage Halle-Nord. Dafür werden täglich an 23 Stellen auf dem Gelände Proben entnommen, rund 30 Parameter analysiert und die strenge Einhaltung der Grenzwerte überwacht. Die gesetzlichen Vorgaben der Eigenüberwachungsverordnung (EigÜVO) und die Abwasserverordnung (AbwV) sind dabei maßgebend. Sie legen die Anforderungen zum Einleiten von Abwasser in Gewässer fest und definieren Analyse- und Messverfahren. Damit das in die Saale eingeleitete Abwasser immer diesen strengen Vorschriften entspricht, überwacht das Zentrallabor auch den gesamten Reinigungsprozess des Abwassers mit Hilfe von Messtechnik. Dafür werden die Messsonden regelmäßig gewartet, gepflegt und geprüft. Denn läuft der Reinigungsprozess bestmöglich ab, können die Umwelt geschont und Kosten gespart werden, z. B. für Chemikalien oder Strom.

Das Zentrallabor der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH bietet seine Dienstleistungen auch weiteren Abwasserzweckverbänden und Kläranlagen an. Darüber hinaus überwacht das Unternehmen sogenannte Kleineinleiter, die eine Vorbehandlungsanlage betreiben. Dazu gehören beispielsweise Großküchen, Restaurants oder Lebensmittelhersteller. So kontrolliert die HWS ganz genau, was ins Netz geleitet wird. Dies gilt auch für Gartenanlagen oder private Haushalte, die nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind und eine dezentrale Kläranlage betreiben. Betreiber einer Abwasserbehandlungsanlage können im Labor beispielsweise Untersuchungen von Abwasser oder Schlamm, mikrobiologische Untersuchungen oder Analysen von Industrieabwässern erfragen. Die Experten beraten auch gern bei der Bekämpfung von Geruchs- und Korrosionsproblemen im Kanal und noch vieles mehr.

Im Auftrag der Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau, einem Unternehmen der Stadtwerke Halle, und anderen Entsorgungsunternehmen führt das Zentrallabor auch Abfalluntersuchungen durch. Denn Mischabfälle, die beispielsweise bei Baustellen anfallen, müssen nicht nur sortiert und getrennt werden. Sie können auch giftige oder umweltgefährdete Stoffe enthalten. Um die Umweltverträglichkeit zu garantieren, führt die HWS im Zentrallabor ganz spezielle Untersuchungen durch. 40 bis 60 verschiedene Parameter werden hier auf Grundlage der Deponieverordnung (DepV) untersucht.

Das Zentrallabor der HWS vereint somit seit September vergangenen Jahres Dienstleistungen für Trinkwasser, Abwasser und Abfall an einem Standort auf dem Gelände der Kläranlage Halle-Nord. Ob Probenahme, Analytik oder Ergebnisauswertung – die fachkundigen Laborassistenten bieten diesen einzigartigen Service aus einer Hand. Auf Wunsch erstellen sie für Kunden auch Qualitätsberichte, werten Analyseergebnisse aus, stellen sie grafisch dar oder bieten fachliche Beratung. Interessenten können ihre Proben direkt ins Zentrallabor geben oder die Probenehmer kommen vor Ort. Das gesamte Leistungsspektrum steht im Internet unter www.hws-halle.de. „Unsere Kunden profitieren vor allem von der hohen Servicedichte und unserem geballten Fachwissen rund um Abfallanalytik, Abwasseruntersuchungen und Lebensmittelkontrollen an einem Ort. Das erspart ihnen lange Wege“, erklärt Ulrike Böhm, Leiterin des Zentrallabors. Die Analytik für Abwasser und Abfall ist räumlich von der für Trinkwasser getrennt. Denn auf separate Probeanalysen und hohe Hygienestandards achtet die HWS genau.

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