AHA fordert naturnahe Entwicklung in Halle-Ost: Kritik an Golfplatz, Osttangente und Wohnbau

24. Februar 2014 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Golfplatz, Wasserskianlage, ein neues Wohngebiet: im halleschen Osten stehen in nächster Zeit einige Bauprojekte an. Aus diesem Grund fordert der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder (AHA) eine naturnahere Entwicklung für den Stadtteil. Als räumliche Schwerpunkte sieht der Verein dabei die Reide und den Hufeisensee, aber auch u.a. die Nebengewässer Kabelske und Diemitzer Graben.

„Im Rahmen einer naturnaheren Entwicklung gilt es erst einmal alle Abwassereinleitungen in die Fließgewässer zu beenden, beidseitig der Uferkanten einen Gewässerschonstreifen von 10 m einzuhalten, landwirtschaftliche Nutzungen zu extensivieren sowie weitere Bebauungen nicht zuzulassen“, so AHA-Chef Andreas Liste. Es gelte die Fließgewässer als Biotop- und Grünverbundzonen anzusehen und dabei auch das flächenhafte Naturdenkmal Resttümpel Kanena, die Geschützten Landschaftsbestandteile Gehölz bei Büschdorf und Park Sagisdorf sowie im Landkreis Saalekreis den Dieskauer Park einzubeziehen. Der AHA erneuert seine Forderung, ein Landschaftsschutzgebiet Reidetal in der Stadt Halle (Saale) und im Landkreis Saalekreis einzurichten.

Mit Sorge betrachte man die Bebauungspläne für den Hufeisensee mit Golfplatz, Ausbau der Wasserskianlage, Asphaltierung von Wanderwegen und Schaffung neuer Parkplätze sowie den Weiterbau der Osttangente. Doch Kritik übt der AHA auch am Bebauungsplan 70.3., der Platz für 42 neue Eigenheime vorsieht. „Die bisher ackerbaulich genutzte Schwarzerdefläche grenzt unmittelbar an den Diemitzer Graben und das Geschützte Landschaftsbestandteil Gehölz bei Büschdorf an“, so Liste. „Neben der Neuversiegelung wertvollen Ackerbodens, führt dies zur weiteren Einschränkung des Biotop- und Grünverbundraumes entlang der Diemitzer Grabens und im unmittelbaren Bereich des Geschützten Landschaftsbestandteils Gehölz bei Büschdorf.“ Laut AHA missachten die Planer die steigenden Grund- und Schichtwasserstände, selbst die Planungsunterlagen würden von Grundwasserständen zwischen 1 bis 1,5 m unter der Bodenoberfläche aus gehen. Dabei würden bereits jetzt die Bewohner in Halles Osten über hohe Grundwasserstände klagen. Trotzdem wolle die Stadtverwaltung eine weitere Bebauung in solchen Gebieten zulassen. Wegen der ökologischen und hydrologischen Bedenken müsse die Bebauungsplanung ersatzlos gestrichen werden, so der AHA. Stattdessen müsse eher etwas gegen die Leerstände von bestehender Bausubstanz getan werden.

Zudem schlägt der AHA vor, die ackerbaulichen Flächen verstärkt extensiv zu nutzen, Maßnahmen zur Renaturierung des Diemitzer Grabens im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu konzipieren und anzugehen, dem Diemitzer Graben ebenfalls einen Gewässerschonstreifen von beidseitig mindestens 10 m einzuräumen sowie das Geschützte Landschaftsbestandteil Gehölz bei Büschdorf in allen Richtungen Raum für eine sukzessive Ausdehnung um mindestens das doppelte der bisherigen Fläche von 1,2 ha zu geben. Ferner sind alle Pläne zur Errichtung der Osttangente einzustellen, um den Landschaftsraum nicht noch weiter zu verbauen sowie mit zusätzlichen Abgasen, Feinstaub und Lärm zu belasten.

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