ADFC begrüßt bessere Radwege in der Merseburger Straße

30. Juni 2015 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Hart gestritten wurde vergangene Woche im halleschen Stadtrat. Anschließend entschied sich eine Mehrheit dafür, dass es zwischen Riebeckplatz und Thüringer Bahnhof künftig nur noch eine überbreite Fahrspur je Richtung statt zwei Fahrbahnen gibt.

Heftige Proteste kommen von der CDU und der IHK. Der Allgemeine Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt dagegen die Pläne, immerhin gibt es damit künftig breitere und normgerechte Fuß- und Radwege. Die CDU setze dagegen trotz Bevölkerungsschwund, Europachausee und steigender Radverkehrsanteile weiter auf das gescheiterte Stadtentwicklungsmodell der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, eine die autogerechte Stadt, sol ADFC-Vorsitzender Volker Preibisch. „Dafür will sie Fußgängern und Radfahrern in der Merseburger Straße den Platz nehmen. Diese müssen schon bei den jetzigen Planungen Einschränkungen hinnehmen und sich mit der Mindestbreite (Radfahrer 1,50 m) abfinden.“

Der ADFC verweist darauf, dass das CDU geführte sachsen-anhaltische Verkehrsministerium 2012 an Landesstraßen eine Mindestbreite von 1,60 m für verbindlich erklärt habe, auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen seien Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern vorprogrammiert. Das Regelmaß für Radwege auf Hauptrouten, wie der Merseburger Straße liege hingegen bei 2 m. Trotzdem solle nach Wunsch der CDU Fußgängern und Radfahrern noch mehr Platz genommen werden. Schon heute nutzen unter „prekärsten Bedingungen einer wahren Buckelpiste und Breiten von teilweise unter einem Meter“ 1.400 Radfahrer die Route nutzen. Der ADFC rechnet nun durch die Verbesserungen mit einer Zunahme der Radler.

Schwer erträglich sei laut ADAC zudem auch die Stimme der „Bürgerinitiative Umbau Knoten Rosengarten“. „Mitbürger, die selbst gerne verkehrsberuhigt wohnen und mit dem Ausbau der Straßenbahn eine erstklassige und teure Anbindung an die Innenstadt bekommen werden, muten ihren Mitbürgern, d. h. Radfahrern, Fußgängern und Anliegern, die unmittelbar an der Merseburger Str. wohnen, koste es den Steuerzahler was es wolle, Einschränkungen, Lärm und Abgase zu. Dies nur weil sie um ihr Privileg fürchten, schnellst möglichst mit ihrem PKW wenige km in die Innenstadt fahren zu können“, so Volker Preibisch.

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