Abellio: drei Viertel des Personals zusammen, Testfahrten laufen, erster Regelverkehr ab Oktober

29. Juli 2015 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Rot-silberne Triebwagen rollen dieser Tage durch Halle (Saale), nachts sind sie abgestellt in Halle-Nietleben. Die Fahrzeuge gehören dem Bahnunternehmen Abellio, das ab Dezember den Großteil des Nahverkehrs im Süden Sachsen-Anhalts, das 575 Kilometer lange Saale-Thüringen-Südharz, von der Deutschen Bahn übernimmt.

Abellio-Zug in Halle-Nietleben

Abellio-Zug in Halle-Nietleben


Derzeit laufen die zahlreichen Testfahrten mit den ersten elf neuen Talent 2-Zügen. Insgesamt 35 Triebzüge hat Abellio bestellt. Die neue Züge, ähnliche Modelle mit etwas anderer Ausstattung und Design fahren auch bei der S-Bahn Mitteldeutschland, verfügen über eine großzügige, bequeme Bestuhlung und ermöglichen Gehbehinderten, Eltern mit Kinderwagen und Reisende mit Gepäck durch den ebenerdigen Zugang einen bequemen Ein- und Ausstieg. Auch eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden, zudem ausreichend Platz für Fahrräder. Über Monitore werden die nächsten Haltestellen, die Anschlüsse und die aktuelle Fahrplanlage angezeigt. Zudem sorgen technische Einrichtungen für einen stabileren Mobilfunkempfang.
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Und auch beim Personal sieht sich das private Bahnunternehmen auf einem guten Weg. „Fünf Monate vor dem Betriebsstart Mitte Dezember haben bereits dreiviertel des künftig benötigten Personals für Fahrdienst, Leitstelle, Werkstatt und Kundenservice ihren Arbeitsvertrag bei uns unterschrieben. Für eine Reihe unserer neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufen schon die Schulungsprogramme“, freut sich Dirk Ballerstein, Geschäftsführer von Abellio Rail Mitteldeutschland.

Damit die Betriebsaufnahme im Dezember reibungslos vonstattengeht, haben sich Abellio Rail Mitteldeutschland und DB Regio Südost in Abstimmung mit der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS) und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) darauf verständigt, dass Abellio bereits ab Oktober einzelne Fahrten für DB Regio mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal durchführen wird. Ab 5. Oktober werden daher auf den Strecken Erfurt – Sangerhausen, Nordhausen – Halle (Saale) und Nordhausen – Leinefelde – Heilbad Heiligenstadt bzw. Eichenberg Zugfahrten von DB Regio mit Triebwagen und Lokführern von Abellio erbracht. Auf einigen Zügen werden Kundenbetreuer von Abellio eingesetzt.
Mit dem vorzeitigen Einsatz kann Abellio Rail Mitteldeutschland Erfahrungen im Regelbetrieb sammeln und Lokführern einen nahtlosen Betriebsübergang ermöglichen. „Mit dem vereinbarten Vorlaufbetrieb im STS-Netz möchte DB Regio Südost im Interesse der Reisenden einen möglichst reibungslosen Betreiberwechsel unterstützen“, erklärt Frank Klingenhöfer, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio Südost. Neben Personal aus anderen Unternehmen wird Abellio eine Reihe von DB-Mitarbeitern übernehmen.
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Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 werden auch alle anderen Fahrgäste des insgesamt zehn Linien umfassenden Saale-Thüringen-Südharz-Netzes in den Genuss der neuen und komfortablen Abellio-Züge kommen.
In tariflicher Hinsicht bleibt alles, wie es heute ist. Sowohl im Vorlaufbetrieb ab Oktober als auch auf allen Linien, die ab Dezember von Abellio betrieben werden, gilt der bekannte Bahntarif mit all seinen Angeboten. Dies gilt auch für die Bahncard-Ermäßigungen und alle Sonderangebote wie beispielsweise Länder-Tickets, Schönes-Wochenende-Ticket und Hopper-Ticket. Ebenso gelten die Jobtickets für Mitarbeiter von Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen und von Verwaltungen. Auf Fahrtstrecken innerhalb des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV), des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) und des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) gilt weiterhin der Tarif des jeweiligen Verbundes. Freifahrten und Fahrtvergünstigungen für die Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG werden nicht anerkannt.
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Auch die Fahrkartenautomaten sollen benutzerfreundlicher werden. 128 Geräte wird die Firma krauth technology GmbH liefern. 78 der Automaten werden an Bahnhöfen stehen, weitere 50 in den Fahrzeugen. usammen mit den künftigen Kunden soll die Bedienoberfläche entwickelt werden. Dazu ist Abellio in der Region mit Testgeräten unterwegs. Zur besseren Sichtbarkeit der Automaten an den Bahnsteigen und zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls werden an 25 Geräten zusätzliche Beleuchtungsaufsätze montiert. Ein Teil der stationären Automaten hat eine direkte Sprechanlage zum Kundenservice, der im Bedarfsfall Unterstützung leistet. Der Fahrgast kann an allen stationären und mobilen Automaten mit dem üblichen Hartgeld, aber auch mit Papiergeld und gängigen ec- und Kreditkarten zahlen. Dabei werden auch Banknoten als Rückgeld ausgegeben. An stark frequentierten Stationen wird ein zusätzlicher Monitor angebracht. Darauf erhalten die Fahrgäste Informationen zu tagesaktuellen Ereignissen, Fahrzeiten, Sonderangeboten und Aktionen rund um die Mobilität.

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