Ab 4. März: Torstraße und Große Ulrichstraße werden zur Großbaustelle

14. Januar 2013 | Umwelt + Verkehr | 3 Kommentare

Gleich zwei neue Großbaustellen starten am 4. März in Halle (Saale). Saniert werden sollen im Rahmen des Stadtbahnprogramms die Torstraße und die Große Ulrichstraße. Finanziert werden sollen beide Projekte durch das Stadtbahnprogramm, über das die Bundesregierung Fördermittel bereitstellt. Zwar wurden die Mittel noch nicht endgültig genehmigt, die Stadt habe aber einen vorzeitigen Maßnahmebeginn genehmigt begonnen. Wesentlicher Punkt für eine Förderung sind eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit der Straßenbahnen, barrierefreie Haltestellen und Niederflur-Straßenbahnzüge.

Wie Matthias Krause von den Stadtwerken sagte, würden die Gleisbetten in beiden Straßen schon 30 Jahre liegen. „Sie haben ihren Dienst schon getan.“ Doch nicht nur die Gleise werden in beiden Straßen erneuert, sondern auch der Oberleitungsbau. Sowohl für die Kunden, als auch für die Anwohner werde sich der Komfort erhöhen. Denn auch die Lärmbelastung werde nachlassen. „Die Straßenbahn ist eine gewisse Lebensader der Stadt“, meinte Krause mit Blick auf das weit verzweigte Netz.

In der Großen Ulrichstraße wird zwischen Moritzburgring und Schulstraße gebaut, auch in Teile der Geiststraße wird eingegriffen. Hier sollen unter anderem Leitungen und Abwasserkanäle erneuert werden, die Gleise ausgetauscht und Fußwege und Fahrbahn erneuert. Über den Moritzburgring wird zwischen Geiststraße und Großer Ulrichstraße eine Ampel errichtet, damit die Fußgänger gefahrlos die Straße queren können. Die Haltestelle Moritzburgring wird barrierefrei ausgebaut. Zugelassen sein wird in der Straße auch künftig nur noch Anlieferverkehr. Spezielle Radverkehrsanlagen wird es aus Platzgründen nicht geben. Die Borde der Fußwege werden durchgezogen, die Nebenstraßen werden sozusagen abgehangen und eine Platzsituation in den Eimündungsbereichen geschaffen, beispielsweise am Kaulenberg. Im Umfeld sollen nach der Sanierung der Großen Ulrichstraße die verkehrsberuhigten Bereiche auf die Große Nikolaistraße, die Mittelstraße, Bergstraße und Dachritzstraße ausgeweitet werden. Der Kaulenberg wird zwischen Spiegelstraße und Großer Ulrichstraße zur Fußgängerzone. Aufgewertet werden sollen die Plätze vor dem Neuen Theater und der Jägergasse.
5,17 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten, die etwa ein Jahr dauern. In dieser Zeit muss der Straßenbahnverkehr zwischen Kleinschmieden und Moritzburgring unterbrochen werden. Um die Weihnachtszeit herum wird die Straße im Zuge der Winterruhe freigegeben, so dass die Händler zum Weihnachtsgeschäft 2013 ihre Kunden ohne Baustellenabsperrungen empfangen können. Auch die Straßenbahn soll dann wieder rollen. Die Erreichbarkeit aller Geschäfte ist aber die ganze Zeit gegeben. „Die Große Ulrichstraße ist für uns eine wichtige Einzelhandelsstraße“, so Baudezernent Uwe Stägling. Man wolle alles tun, damit die Händler möglichst nicht geschwächt werden. Wie bereits beim Umbau des Steinwegs und der Schmeerstraße wird Rasenteppich ausgelegt. Wie Andre Schulze vom Dienstleitungszentrum Wirtschaft sagte, werde man während der Baumaßnahmen immer wieder mit den Gewerbetreibenden ins Gespräch kommen, daneben werde man an den Bauleitersitzungen teilnehmen, um die unmittelbar betroffenen 140 und 400 mittelbar betroffenen Gewerbetreibenden jederzeit ausführlich informieren zu können. In der Händelgalerie wird ein Baustelleninformationsbüro eingerichtet. Auch mit der Citygemeinschaft kooperiere man stark. Nachgedacht wird zudem über verkaufsfördernde Marketingaktionen. Der Ausbau der Großen Ulrichstraße ist Voraussetzung für die im kommenden Jahr anstehende Umgestaltung des Bereichs Steintor. Hier soll später die Große Ulrichstraße als Umleitung fungieren.

Im März startet außerdem die Sanierung der Torstraße. Auch hier soll das Pflaster Asphalt weichen, die Fußwege und Gleise werden erneuert. Im Rahmen der Umgestaltung soll die Fahrbahn geringfügig verbreitert werden. Künftig soll es auf beiden Seiten 2,5m breite Gehwege sowie Schutzstreifen für Radfahrer geben, der nicht benutzungspflichtig ist. Das zum Teil noch verlegte historische Mosaikpflaster auf den Gehwegen wird durch Betonsteine ersetzt. Daneben werden Wasser-, Gas- und Stromleitungen sowie Abwasserkanäle erneuert werden. Die 580 Meter Gleisstrecke, die zuletzt im Jahr 1979 ertüchtigt wurde, wird komplett erneuert. Die Schienen werden elastisch auf einem Bitumenbett gelagert, um so die Geräuschbelastung zu mindern. Die Haltestelle Kurt-Tucholsky-Straße wird behindertengerecht umgestaltet. Die Kurt-Tucholsky-Straße selbst wird zur Sackgasse. Nur so könne an der Haltestelle eine Barrierefreiheit gewährleistet werden, so Baudezernent Uwe Stäglin. „Das ist eine Lösung, die auch von den Verkehrszählungen tragbar ist.“ Auch der Gleisquerschnitt wird verändert, so dass sich Straßenbahnen im kompletten Bereich begegnen dürfen. Die Fußgängerampel am Georg-Cantor-Gymnasium soll erhalten bleiben. Auch in die Bereiche der Vorgärten wird nicht eingegriffen. Gebaut wird bis Dezember, sofern nichts Außergewöhnliches und Unvorhergesehenes passiert. „Eine Unbekannte ist immer das Wetter.“ Die Arbeiten sollen 6 Millionen Euro kosten. Am 11. (18.30 Uhr) und 13. Februar (18 Uhr / Stadthaus) soll es Informationsveranstaltungen für Bürger geben.

Wegen der Arbeiten muss der Straßenbahnverkehr zwischen Böllberger Weg und Rannischem Platz sowie Moritzburgring und Marktplatz unterbrochen werden. Die HAVAG wird deshalb zeitgleich ihren Fahrplanwechsel durchführen.

Weitere Maßnahmen im Rahmen des Stadtbahnprogramms Linie 1: Dessauer Straße, Steintor, Große Steinstraße, Rannischer Platz, Böllberger Weg, Südstadtring, Schleife Südstadt.

Neue Linienführung
1: Frohe Zukunft, Am Steintor, Marktplatz, Rannischer Platz, Vogelweide, Beesen
3: Trotha, Zoo, Reileck, Am Steintor, Marktplatz, Vogelweide, Südstadt, Böllberg
6: entfällt (teilweise ersetzt durch 3)
7: Kröllwitz, Burg Giebichenstein, Reileck, Am Steintor, Marktplatz, Franckeplatz, Hauptbahnhof, Büschdorf
8: Trotha, Burg Giebichenstein, Volkspark, Moritzburgring
11: entfällt (Ersatz durch 12+18)
12: Trotha, Zoo, Reileck, Am Steintor, Hauptbahnhof, Damaschkestraße, Vogelweide
17: Adolfstraße, Reileck, Moritzburgring
18: Elsa-Brändström-Straße, Vogelweide, Rannischer Platz, Marktplatz, Rennbahnkreuz, Göttinger Bogen
SEV 61: Rannischer Platz, Böllberger Weg, Rannischer Platz
SEV 68: Marktplatz, Diakoniewerk, Mühlweg, Moritzburgring, Marktplatz

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