20 Millionen-Investition: Steintor soll zum Vorzeigeplatz werden

18. Februar 2015 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Ab 2. März startet in Halle (Saale) eine weitere Großbaustelle. Dann wird die Steintor-Kreuzung umgebaut. Und diese Zahlen zeigen, welche Dimensionen das Projekt hat: 4.550 Meter Gleise, 14 Weichen, 13.000 Quadratmeter Asphalt, 15.500 Quadratmeter Freiflächen, 18.000 Meter Versorgungsleitungen, 169 Neuplanzungen … insgesamt 20 Millionen Euro werden investiert.
Steintor Umbau
Gerd Blumenau, Betriebsleiter bei der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG) spricht von einer „großen Herausforderung“, die Einschränkungen wolle man auf ein erträgliches Maß reduzieren und am Ende erfahre der Platz eine „städtebauliche Würdigung“.

Zunächst werden 53 Bäume gefällt, die ersten sind schon verschwunden. Nach Abschluss der Arbeiten ist dann auch eine Ersatzpflanzung von 80 Bäumen vorgesehen, allerdings teilweise in der Südstadt. Direkt vor dem Varieté soll ein Spitzahorn gepflanzt werden, zudem Zierkirschen, Feldahorn, Robinie und Lederhülsenbaum. Am östlichen Fahrbahnrand sollen zwischen Ernst-Kromayer-Straße und Krausenstraßenstraße ist die Pflanzung von 8 Spitzahorn-Bäumen vorgesehen.

Der Gehbereich vor den jetzigen Geschäften wird mit einer Mischung aus Mosaikpflaster und Großplatten an, so wie die meisten Gehwege in der Altstadt gestaltet sind. Für den Rest des Platzes sind verschiedene Gestaltungsformen aus klein- bis mittelformatigen Betonstein-Platten vorgesehen. Wegen der Bedeutung des Platzes will man dabei auf Betonstein mit hochwertigem, sandgestrahlten Naturstein-Vorsatz in drei unterschiedlichen Graunuancen setzen. Der neue Radweg, der über den Platz führen wird, wird asphaltiert. Beleuchtet wird der westliche Platzbereich durch sogenannte Pendelleuchten, die zwischen dem Fahrdraht der Straßenbahn angebracht werden. In der Grünfläche werden Lichstelen aufgestellt. An den Straßen werden normale Laternen, sogenannte Kofferleuchten stehen. Umgesetzt werden muss das Denkmal für die Timberwölfe, es wird neben der neuen Haltestelle aufgestellt. Auf dem Platz wird es in Zukunft 38 Fahrradständer geben, davon 20 in den Randlagen des Steintorplatzes, am Parkplatz Große Steinstraße, am Übergang zur Ernst-Kromayer-Straße und in der Ludwig-Wucherer-Straße. Die anderen befinden sich an den Fahrgastunterständen und im Baumblock auf der westlichen Platzfläche. Zum Ausruhen werden auch Bänke aufgestellt, vorgesehen sind einfache Ausführungen mit Betonsockel mit Holzauflage, partiell sind laut Stadt Rücken- und Armlehnen vorgesehen. Die beiden Kioske wird es in Zukunft nicht mehr geben. Auch nach der Umgestaltung wird es am Steintor-Platz Frühjahrs- und Sommerbepflanzungen geben, jedoch nicht mehr in dem großen Umfang wie bislang. Stattdessen sollen mehr Stauden und Gräser in der Platzgestaltung eingesetzt werden. Dadurch lässt sich der Pflegeaufwand minimieren – und Kosten können auch eingespart werden. Obendrauf hat es noch den Vorteil, dass der Platz auch im Winter nicht kahl ist, sondern ebenfalls von Pflanzen gesäumt wird. Die Kreuzung Berliner Straße / Paracelsusstraße soll künftig mit einer Ampel ausgerüstet werden. Daneben kommt eine weitere Zufahrt hinzu – die „neue“ Ludwig-Wucherer-Straße. Weil die bisherige „LuWu“ abgekoppelt wird, soll eine neue Straße aber der Emil-Abderhalden-Straße abzweigend nördlich hinter einem geplanten Parkhaus (ehemals Bauernclub) und dem Diesterweghaus entlang geführt werden. Der Bereich der LuWu zwischen Emil-Abderhalden-Straße und Steintor soll bis auf den Lieferverkehr komplett autofrei werden. Autos werden über Magdeburger Straße und Krausenstraße in die Große Steinstraße geleitet. Vom Steintor-Platz zur Kromayerstraße und an der Ecke Große Steinstraße / Krausenstraße soll es Fußgängerüberwege mit Mittelinseln geben. Der Radverkehr erhält eigene Wege über den Platz, zumeist geführt neben den Straßenbahngleisen. Eine Zentralhaltestelle für alle Linien wird es nicht geben, die Linie 12 hat auch weiterhin eine eigene Haltestelle.

Sicher wird es viele Fragen von Anwohnern und Firmen geben. Aus diesem Grund wird Am Steintor 16 (ehemalige Apotheke) ein Baubüro eingerichtet, in dem sich Anwohner und Betroffene unter anderem über Baustellenverlauf, Umleitungen und die aktuelle Verkehrslage informieren können. Das Baubüro ist jeweils dienstags von 15 bis 17 Uhr und donnerstags von 8 bis 10 Uhr für eine Bürgersprechstunde geöffnet.

Bauphase 1
Gebaut wird in sechs Bauabschnitten umgebaut. Bis voraussichtlich Juli 2015 wird die Südseite des Steintorknotens neu gebaut. Dabei entstehen im Bereich der jetzigen Grünfläche die neuen Gleisanlagen. Der Straßenbahnverkehr fährt zunächst normal. Allerdings muss die Haltestelle Steintor in der Magdeburger Straße in Richtung Riebeckplatz für die Linien 2 und 5 entfallen, alle Straßenbahnen halten stattdessen an der Haltestelle Steintor in der Großen Steinstraße. Für die Linie 12 in Richtung Riebeckplatz wird eine Haltestelle auf der Verkehrsinsel vor dem Steintor-Varieté eingerichtet. Zudem wird der am Platz angrenzende Teil der Krausenstraße zwischen Magdeburger Straße und Steinstraße neu gebaut. Gleichzeitig bereiten die Fachleute den Bau der neuen Verbindungsstraße von der Ludwig-Wucherer-Straße zur Berliner Straße vor. Diese entsteht nördlich des jetzigen Diesterweghauses. Zwischen der Großen Steinstraße und der Krausenstraße wird der Kfz-Verkehr über den Steintorknoten, Berliner Straße und Jahnstraße umgeleitet. Von der Magdeburger Straße zur Großen Steinstraße wird der Verkehr über die Straße der Opfer des Faschismus und die Schimmelstraße umgeleitet.

Bauphase 2
Ab 20. Juli, nach Abschluss der Arbeiten am Rannischen Platz, kommt es dann auch zu Einschränkungen im Straßenbahnverkehr am Steintor. Dann die Gleise, die Straßen und die Versorgungsleitungen in der Großen Steinstraße und der verlängerten Magdeburger Straße neu gebaut. Dazu werden ein Abschnitt der Großen Steinstraße, sowie die Magdeburger Straße vom Knotenpunkt Krausenstraße zur Ludwig-Wucherer-Straße gesperrt. Der Straßenbahnverkehr wird aufgrund der Gleisarbeiten unterbrochen, allerdings fahren die Linien aus Richtung Magdeburger Straße und Großer Steinstraße zumindest bis an die Baustelle heran. Dazu werden sogenannte Kopfendstellen errichtet. Der Straßenbahnverkehr aus nördlicher Richtung (Frohe Zukunft und Trotha) wird in Richtung Marktplatz bzw. Hauptbahnhof über Reileck bzw. Berliner Brücke an der Baustelle vorbei umgeleitet. Als Verbindung zwischen den räumlich weit auseinanderliegenden Ersatzhaltestellen am Steintor wird ein Busshuttle eingerichtet, der den unterbrochenen Straßenbahnverkehr ausgleichen wird.

Bauphase 3
Bis zur Winterpause werden die neu verlegten Gleisanlagen fertig gestellt sein und die Straßenbahnen können wieder ohne Einschränkungen fahren. Der Bauabschnitt in der Magdeburger Straße bleibt weiterhin gesperrt und die Straßenbauarbeiten werden fortgesetzt. Der Kfz-Verkehr wird umgeleitet.

2016 und 2017
In den Jahren 2016 und 2017 wird es weitere Bauphasen geben, unter anderem zum Ausbau der neu entstehenden Kreuzung im Bereich Berliner Straße/Paracelsusstraße sowie dem Ausbau der Ludwig-Wucherer-Straße bis zur Emil-Abderhalden-Straße geben, über die vor Baubeginn nochmals ausführlich informiert wird.

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