Rollstuhlsport macht Schule: Startschuss für zweite Phase gestartet

1. September 2015 | Sport | Keine Kommentare

Am Montag gab Sachsen-Anhalts Kultusminister, Stephan Dorgerloh, am halleschen Elisabeth-Gymnasium den Start für die zweite Phase des landesweiten Schulprojektes „Bewegung verbindet – Rollstuhlsport macht Schule“.
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„Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit Behinderung sind für uns alle oft noch an der Tagesordnung. Deshalb ist der Perspektivwechsel in Eigenerfahrung, den die Schülerinnen und Schüler bei diesem Projekt erleben, so wesentlich“, betonte der Minister. Ebenso begrüßte er die Kontinuität der Arbeit und sagte seine Unterstützung für die Weiterführung mit ihm als Schirmherr gern zu.

Seit März 2011 realisieren die Partner Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Sachsen-Anhalt (BSSA), Berufsgenossenschaftliche Kliniken (BG) ­Bergmannstrost Halle und Deutscher Rollstuhl-Sportverband (DRS) das Schulprojekt für Sachsen-Anhalt „Bewegung verbindet – Rollstuhlsport macht Schule“. Es wird mit maßgeblicher Unterstützung von LOTTO Sachsen-Anhalt umgesetzt. Astrid Wessler von LOTTO überreichte für die zweite Projektphase einen Förderscheck in Höhe von 48 000 Euro. Als neuer Förderer ab 2015 konnte die Unfa­llkasse Sachsen-Anhalt gewonnen werden.

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In der ersten Projektphase bis Ende 2014 nutzten 4303 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen zwischen Arendsee und Zeitz das Angebot. Die steigende Nachfrage und das sehr positive Echo der Jugendlichen, Pädagogen und Sozialarbeiter zeigen den Wert des Projektes deutlich. Deshalb, aber auch im Sinne einer nachhaltigen Projektarbeit, wurde die Verlängerung in Angriff genommen.

Am 31. August 2015 sammelten zwei der vier neunten Klassen des halleschen Elisabeth-Gymnasiums unter fachkundiger Anleitung der Rolli-Trainer Michaela Schlett, Lars Christink, Mathias Sinang und Frank Semmler sowie Projektkoordinator Volker Möws von den BG-Kliniken Bergmannstrost und Robert Strohschein vom BSSA eigene Rolli-Erfahrungen. Mit Alltagsrollstühlen erkundeten sie den Schulhof und registrierten Schrägen, Absätze aber auch verschiedenen Wegbeläge ganz neu. In der Sporthalle lernten sie das Tempo von Sport-Rollis kennen, erlebten verschiedene Sportspiele und Rollstuhlbasketballsequenzen. Die spätsommerliche Hitze konnte ihr Temperament nicht bremsen und der Applaus für das Trainerteam war eine Bestätigung für die gute Projektarbeit.

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„Nachhaltige Projekte für Schülerinnen und Schüler sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Verbandsarbeit. Durch eigene Erfahrungen können Berührungsängste junger Menschen im Umgang mit Menschen mit Handicap abgebaut werden“, erläutert BSSA-Geschäftsführerin Andrea Holz.

„Wir freuen uns, dass wir das Schülerprojekt zusammen mit unseren Partnern weiterführen können! Die größtmögliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben nimmt für uns als überregionales Unfallkrankenhaus eine zentrale Stelle ein. Der Rollstuhlsport bietet hier eine sehr gute Möglichkeit, Berührungsängste abzubauen, das gegenseitige Verständnis und damit das Miteinander zu stärken“, so Dr. Hubert Erhard, Geschäftsführer der BG Kliniken Bergmannstrost Halle.

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Im Rahmen des Projekttages erhalten die Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe neun die Möglichkeit, im Rollstuhl aktiv zu sein. Dabei werden sie von mindestens einem sportlich aktiven Rollstuhlfahrer und dem Sportwissenschaftler Volker Möws von den BG-Kliniken Bergmannstrost betreut. Durch verschiedene Sport- und Spielformen werden die Handhabung eines Rollstuhls und die Bewältigung von Alltagssituationen für Rolli-Fahrer, wie zum Beispiel das Überwinden von Bordsteinkanten, vermittelt. Durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Handicap werden die Jugendlichen für die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert und erweitern so ihre soziale Kompetenz.

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