Nationalspielerin Katharina Fikiel kommt zu den SV Halle Lions

11. Juni 2013 | Sport | Keine Kommentare

Eine beeindruckende Statur, gepaart mit einem variablen Offensivspiel und exzellentem Reboundverhalten, dekoriert mit einem riesigen internationalen Erfahrungsschatz, im besten Spielerinnenalter, diese Attribute erfreuen wohl das Herz eines jeden Basketballbegeisterten, ob Trainer, Manager oder Fan. Den SV Halle LIONS ist es gelungen, eine Spielerin zu verpflichten, die all diese Eigenschaften mit nach Sachsen-Anhalt bringt: Katharina Fikiel.

Die Innenspielerin, die Ende Juli ihren 26. Geburtstag feiern wird, wuchs mit dem großen orangefarbenen Ball gewissermaßen auf. Ihr Vater Krzysztof Fikiel, 2,06 m groß und 203facher Nationalspieler Polens, trat sogar 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau an. Später lief er viele Jahre in der ersten Bundesliga auf, weshalb die Familie letztlich auch hier in Deutschland in der Nähe von Ulm sesshaft wurde. Katharinas älterer Bruder Jan war deutscher Jugendnationalspieler, spielte am College in Amerika und danach bei verschiedenen Profistationen. Doch auch die sportliche Vita des jüngsten Spross‘ der waschechten Basketballfamilie, Katharina, hinterlässt bereits mächtig Eindruck. Ihre ersten Bundesligaerfahrungen sammelte sie in Freiburg und Göttingen, ehe in Polen, Belgien, Italien und Frankreich internationale Erfahrung gesammelt wurde. Was sie dort alles gelernt hatte, stellte sie nach ihrer Rückkehr auf deutschen Boden mit zwei gewonnenen Meisterschaften in Folge (Wolfenbüttel 2012 und Wasserburg 2013) unter Beweis.

Hier kreuzte sie bei ihrem ersten Streich bekanntlich die Klingen mit den LIONS, wobei sie in den fünf Spielen der Finalserie durchschnittlich 14 Punkte und 6 Rebounds erzielte. In besonderer Erinnerung an diese tollen Tage im Mai 2012 blieb bei ihr dabei die einzigartige Burgstraßenstimmung: „Die Fans und die Atmosphäre habe ich nun schon oft genug miterlebt und war jedes Mal positiv angetan.“ Das Kribbeln in der Burgstraße, wenn die Halle beim Heimspiel bebt, wird sie bald öfters genießen können, weshalb sie auch angibt: „Ich freue mich sehr, nach Halle zu kommen.“

Nicht minder erfreut über die Verpflichtung ist Cheftrainer Patrick Bär: „Wir können stolz darauf sein, eine weitere Nationalspielerin für Halle begeistert zu haben. Katharina verfügt über einen exzellenten Mitteldistanzwurf, ist trotz ihrer Größe sehr beweglich und kann auf beiden Innenpositionen variabel eingesetzt werden.“ Doch neben den sportlichen Qualitäten weiß Bär natürlich ganz besonders den „immensen Erfahrungszuwachs am Brett“ für seinen Kader zu schätzen, vor allem auf den deutschen Positionen. Insbesondere mit Blick auf die Deutschenregelung (Anm.: mindestens zwei Spielerinnen mit deutschem Pass müssen jederzeit auf dem Feld stehen) werden die LIONS damit variabler spielen können, denn neben Christina Schnorr steht nun noch eine weitere einheimische Innenspielerin im Kader.

Gelang es den LIONS-Verantwortlichen im vergangen Sommer mit Julia Gaudermann und Christina Schnorr zwei (ehemalige) Jugendnationalspielerinnen an die Saale zu holen, folgt nun ein gestandener Damennationalkader. Dies ist für den Basketballstandort Halle (Saale) ein echter Erfolg und Zeichen einer Entwicklung. Mit Katharina Fikiel kommt aber nicht irgendeine Nationalspielerin zu den LIONS, sondern die aktuell vielleicht beste Innenspielerin unseres Landes. Ihre Fähigkeiten hat sie gerade erst wieder in den letzten Tagen unter Beweis gestellt. In den Spielen des Qualifikationsturniers für die Euromeisterschaft 2015 erzielte die Neu-Löwin durchschnittlich 13,7 Punkte bei starken Feld- und Freiwurfquoten (57 % und 90 %) und griff sich sensationelle 15,3 Rebounds.
Außer der Gegnerschaft der Bundesliga hätte wohl keiner etwas dagegen, wenn sie diesen Schwung mit nach Halle zurück auf nationales Parkett bringen würde. Die SV Halle LIONS freuen sich auf Katharina Fikiel.

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