Finanzausschuss winkt Stadionbericht durch

13. November 2012 | Sport | Keine Kommentare

Ganz so einfach wie im Rechnungsprüfungsausschuss war es diesmal für die Verwaltung nicht. Eine Stunde lang haben die Räte über eine 151 Seiten starke Liste an Vorwürfen vom Landesrechnungshof zum Bau des Erdgas-Sportparks und die 41 Seiten umfassende Antwort der Verwaltung diskutiert.

„Es gibt einige Punkte in der Stellungnahme der Verwaltung, die ich nicht mittragen kann“, sagte Grünen-Stadtrat Dietmar Weihrich. So teilte er die Kritik an überzogenen Einrichtungen wie Sauna, Fitnessbecken und Zusatzausstattung im VIP-Bereich. Dies alles sei für ein Zweitligastadion nicht nötig. Gerechtfertigt sei auch die Kritik, dass die Stadt zur Bauzeit keinen genehmigten Haushalt hatte und gar nicht hätte bauen dürfen. Die Ausstattung sei rein formal für dritte Liga nicht definiert, sagte Jens Rauschenbach, der für die Stadt Stadionbau begleitet hatte. So gebe es keine Festlegungen zur Größe der Anzeigetafel. Auch sei nicht festgeschrieben, ob es ein Tauch- oder Entspannungsbecken geben muss. Rauschenbach wies aber darauf hin, dass beispielsweise Sandersdorf in der sechsten Liga bessere Bedingungen vorweise als das Stadion Halle. Die jetzige Ausstattung sei grenzwertig, so Rauschenbach. „Wenn man dort Nachwuchsländerspiele haben will kommt man um diese Ausstattung nicht drumherum.“Mit 3000 Sitzplätzen hätte man keine UEFA- und Fifa-Zulassung bekommen, Länderspiele hätte es damit nicht gegeben.

Ebenfalls für kritikwürdig fand Weihrich, dass die Stadt den Sponsoringvertrag nicht herausrücken will. Namensgeber VNG wolle in keinster Weise, dass ihre Bedingungen zum Sponsoring öffentlich werden, machte Jens Rauschenbach deutlich, der den Stadionbau für die Stadt begleitet hatte. Eine Veröffentlichung sei auch strafrechtlich relevant. Bodo Meerheim (Linke) sah auch die Gefahr gegeben, dass sich die VNG ganz zurückzieht.

Kritik am Kritik-Bericht äußerte Tom Wolter (MitBürger), „ich finde den Bericht des Landesrechnungshofes eine Unverschämtheit“, sagte er. Dieser sei von Kleinkariertheit und fachlicher Unzuständigkeit der Behörde geprägt.

Am Ende wurde die Stellungnahme der Verwaltung – sie weist die Kritik des Rechnungshofes zurück – im Finanzausschuss durchgewunken. Es gab eine Nein-Stimme von Dietmar Weihrich sowie eine Enthaltung. Ähnlich war das Stimmverhalten im Rechnungsprüfungsausschuss. Hier gibt es Details zum Rechnungshofbericht.

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