Fechtnachwuchs im Anmarsch: Teststunde in der Diemitzer Grundschule

14. Oktober 2013 | Sport | Keine Kommentare

Es macht Spaß, bei ihr Fechten zu lernen. So die einhellige Meinung von jungen Erst- und Zweitklässlern der Grundschule Diemitz in Halle.

Für Imke Duplitzer war es selbstverständlich, bei ihrem zweiten Aufenthalt in Halle aktiv neuen Fechtnachwuchs zu aquirieren. Diesmal ging es in eine hallesche Grundschule, um Kids mit dem Fechtsport vertraut zu machen. Sie hören gespannt zu, erfahren zum ersten Mal etwas über Fechtwaffen. Der Theorie folgt die Praxis. Schnell haben die Diemitzer die Fechtstellung drauf. „Du darfst mich ruhig mal piksen“, sagt Imke Duplitzer lachend. Etwas unsicher steht ihr, sie hat inzwischen ihre Lektionsjacke angelegt, einer der Schüler gegenüber. Schnell hat er seine Scheu abgelegt, macht seine ersten Treffer auf der schwarzen, gepolsterten Jacke. Ihm folgen andere. Wenige Meter daneben fechten die Klassenkameraden ihr erstes Gefecht mit einem Florett aus.

Sieger sind an jenem Vormittag alle. Imke Duplitzer hat ein weiteres Mal halleschen Kindern mit ihr eigenen, lockeren Art und Weise, ihren Fechtsport vermitteln können. „Klar komme ich zum Schnuppertraining“, ist von nicht wenigen am Ende der Sportstunde zu hören.

Training mit dem Fechtnachwuchs

„Schritt vor, Schritt vor, Ausfall.“ Immer wieder hallen am vergangenen Samstag die Kommandos von Imke Duplitzer und Jörg Fiedler durch die Fechthalle am Leipziger Sportforum. Sofort greifen die beiden korrigierend ein, verbessern, erläutern. Die jungen Degenathleten aus drei Bundesländern, unter ihnen junge Sportler des Fechtcentrum-Halle der TSG Halle-Neustadt, saugen die Hinweise der beiden Fecht-Stars förmlich in sich hinein. Sie wissen, jene Chance sollte man sich nicht entgehen lassen. Den halben Vormittag trainiert man Beinarbeit, „Die richtigen Bewegungsabläufe sind die Grundlage für den Treffer, den du setzen willst“, erklärt Imke Duplitzer den 14 bis 17-jährigen Mädchen und Jungs.

Prominenz zieht eben an. Mehr als 30 junge Talente aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nutzten am vergangenen Samstag die Chance, von den prominenten und zugleich erfolgreichen Spitzenathleten zu lernen. Imke Duplitzer (Halle) und Jörg Fiedler (Leipzig), beide sind u.a. zweimalige Degen-Europameister, trainieren einen Tag lang zusammen mit FCL-Chefcoach Hans Wernfried Frommolt den mitteldeutschen Fechtnachwuchs.

„Das gemeinsame Training entspricht dem Anspruch und Ziel Leipzigs, Bundesstützpunkt-Nachwuchs zu werden. Es ist daher nur logisch, sich hier zu treffen und gemeinsam zu trainieren“, erklärt Jörg Fiedler. „Es ist gut, wenn sich viele junge Fechter am Samstag hier finden, um ihr Können zu vervollkommnen“, meint der 35-jährige weiter.

„Hier geht es nicht um Schaulaufen“, so Imke Duplitzer. „Einerseits ist es wichtig, dass wir hier unser Wissen weitergeben, andererseits entwickeln sich die Nachwuchshoffnungen aus der Region nur dann weiter, wenn sie mehr Trainingspartner, also Reibefläche, haben.“, fügt sie hinzu.

Am Nachmittag steht für die jungen Degenspezialisten dann gemeinsames Fechten auf dem Programm. Auch hier greifen die drei Trainer sofort ein, analysieren jedes Gefecht mit den Sportlern. „Der Arm musst Du im Ausfall noch weiter strecken“, erläutert Jörg Fiedler einem der Kontrahenten geduldig. Nickend geht der erneut auf die Fechtbahn, bemüht, jenen Hinweis sofort umzusetzen.

Am Ende des Trainingstages sind die Teilnehmer sichtlich erschöpft. „Setzt all das, was ihr heute gelernt und trainiert habt, zukünftig in Euren Gefechten um. Ihr werdet sehen, dass Eure Gegner es dann deutlich schwerer haben werden“ geben Jörg Fiedler und Imke Duplitzer ihren Schützlingen zum Schluss mit.

„Solche Trainingstage sollten keine Eintagsfliegen bleiben. Wir werden gemeinsam besprechen, wie wir das in regelmäßigen Abständen zu wiederholen können“, so Jörg Fiedler abschließend. Und Imke Duplitzer meint zusammenfassend: „Ich habe hier einige richtig gute Leute gesehen. Sofern sie die Geduld, Beharrlichkeit und das Durchhaltevermögen zeigen, werden wir einige bald auf vorderen Plätzen im internationalen Bereich wiederfinden.“

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