Archäologen finden weitere Skelette in der Großen Ulrichstraße

4. April 2014 | Sport | Keine Kommentare

Jahrelang standen Straßenbahn-Fahrgäste auf einem Friedhof. Im Zuge der Bauarbeiten in der Großen Ulrichstraße werden immer mehr Skelette freigelegt. Direkt unter der Haltestelle Moritzburgring haben die Gräber weitere Knochen entdeckt.

Bereits vor einem Monat kam das Skelett eines Kindes zum Vorschein. Es wurde nur wenige Zentimeter unter Straßenniveau gefunden. Etwas überrascht zeigten sich Anwohner, da der Bereich erst vor wenigen Jahren aufgerissen wurde.

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Anderthalb bis zwei Meter darunter liegen nun weitere menschliche Knochen. Die Archäologen haben durchaus damit gerechnet. Denn bes ist nicht der erste Skelettfund in diesem Bereich. Beim Bau der Wohn- und Geschäftshäuser zwischen 1866 und 1887 kamen hier Knochen zum Vorschein. Im Mittelalter standen hier die alte Pfarrkirche St. Ulrich sowie ein zugehöriger Friedhof. Dieser wurde 1531 geschlossen, die Kirche auf Anordnung von Kardinal Albrecht abgerissen.

knochenIm vergangenen Jahr entdeckten Arbeiter bereits Teile einer Keramikbriquetage für die Salzgewinnung aus der Jungsteinzeit sowie Steinwerkzeuge. Aus dem Mittelalter und der Zeit bis ins 18. Jahrhundert stammen ein Schweineunterkiefer, Teile einer barocken Ofenkachel, der Stiel einer Tabakpfeife, eine Fugenkelle, Austern, ein zwei Tonnen schwerer Hinkelstein, eine alte Holzwasserleitung und Mauerstücke der alten Stadtbefestigung.

Grund für die Baustelle in der Großen Ulrichstraße: hier müssen die Gehwege auf der Westseite fertiggestellt werden. Auch Arbeiten an den westlichen Kabeltrassen stehen an. Im November waren die Arbeiten wegen des Winters und der Weihnachtsgeschäfts-Pause für die Händler unterbrochen worden.

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