2,6 Mio Euro Hochwasser-Schäden bei halleschen Vereinen

11. Juli 2013 | Sport | Keine Kommentare

Das Hochwasser der Saale und Weißen Elster hat bei Vereinen in Halle (Saale) Schäden von rund 2,6 Millionen Euro angerichtet. Darüber informierte Thomas Deparade vom StadtSportBund (SSB) am Donnerstag. 20der 184 Sportvereine seien betroffen.

So haben die Fluten im Jugendzentrum des HFC am Sandanger gewütet. Hier werden die Schäden auf 765.000 Euro geschätzt. Rasen- und Kunstrasenplätze wurden zerstört, ebenso Inventar, Elektrik, Trainingsmaterialien, Heizung und Sanitärtechnik.

Beim Halleschen Tennis-Club Peißnitz (HTC) mit seinen 240 Mitgliedern wurde das Clubhaus schwer verwüstet. Auch Pumpen und Arbeitsmaschinen sind kaputt, die Tennisplätze müssen komplett aufgearbeitet werden. 57.000 Euro ist eine erste Schätzung des Schadens. Der Tennisclub Sandanger beziffert den Schaden auf 36.720 Euro. Dort sind die Tennisplätze mit Belag, Netzen und Geräten zerstört worden, auch Klubhaus und Sanitäranlagen sowie die Arbeitsmaschinen sind Opfer der Fluten geworden, sämtliche Wettkampf- und Trainingsbälle sind verloren.

Überflutet wurden auch das Bootshaus Rabeninsel sowie die Anlagen am Kanal in Halle-Neustadt der Halleschen Rudervereinigung Böllberg 1884 / Nelson 1874. So müssen am Kanal Sandsäcke ausgebaggert werden. Im Bootslager ist der Betonfußboden abgesackt. Zudem muss der Steg erneuert werden. Beschädigt wurden auch Geräte wie Außenborder, Kühlanlagen und Echolote. Der schon bei olympischen Spielen erfolgreiche Verein geht von 10.000 Euro Schaden aus. Auch im Bootshaus des Böllberger SV stand das Wasser, Heiz- und Lüftungssysteme sowie die Abwasseranlage müssen erneuert werden. Auch das Mobiliar wurde durch die Fluten zerstört. 186.600 beträgt der Schaden.

Im Gebäude des Halleschen Anglervereins stand ebenfalls das Wasser. Der Verein hat einen Schaden von 6.630 Euro angemeldet. Die erste Etage beim Sportverein Budokai wurde auch überschwemmt, hier stand knietief das Wasser. Die Heizungsanlage hat einen Totalschaden. Der Verein hat Schäden von 55.000 Euro angemeldet. Beim Modellsportclub Halle (Saale) stand die Anlage am Sandanger unter Wasser, die Fassaden des Vereinshauses und der Garagen müssen erneuert werden. Zudem gilt es, Zäune neu zu setzen. 25.000 Euro, so schätzt der Verein, beträgt die Schadenssumme.

Der Boxring Eintracht Halle geht von 100.000 Euro Schaden aus. Der Hallenboden ist komplett zerstört, ebenso wie ein Großteil der Sportgeräte. Auch vor dem Kung-Fu-Center des VO-DAO-Vietname Halle e.V. hat das Hochwasser keinen halt gemacht, hier gilt es unter anderem Trainings- und Umkleideräume zu trocken. Der Verein mit 102 Mitgliedern geht von 51.000 Euro Schaden aus. Beim USV Halle waren die Tennisplätze und das Stadion auf der Ziegelwiese betroffen sowie das Bootshaus Trotha. Der Schlamm hat sich wie eine Betonschicht niedergelassen, der Rehasport hat seine Sportgeräte und die Notfallausrüstung verloren. 254.000 Euro Schaden hat der Verein angemeldet.

Mit 3.000 Euro Schaden kommt der WSC Rabeninsel im Vergleich zu anderen Vereinen noch vergleichsweise günstig davon. Hier muss vor allem die komplette Elektrik erneuert werden. Der Golfclub Halle hat durch das Hochwasser seine Driving Range verloren. So hat das Hochwasser die Abschlagplätze fortgespült. Ein Ballautomat muss ersetzt werden. Schaden: 15.000 Euro. Beim SG Aufbau Tasmania Halle haben nur indirekt mit Hochwasserschäden zu tun. Hier kippte durch die Regenmassen eine Pappel auf das Dach, das nun neu gedeckt werden muss. Daneben müssen zwei Fenster und eine Stromleitung erneuert werden. 750 Euro Schaden hat der Verein gemeldet. Mit 312.000 Euro sind der MEC Halle 04 und der Eis- und Sportverein Halle ESV dabei. Die größten Schäden gibt es an den Eismaschinen und Badenbelägen.

Dramatisch sind die Schäden am Osendorfer See, dessen Wasserstand noch immer fünf Meter über normal steht. Betroffen sind die Vereine Hallescher Kanu-Club 54, 1. Hallescher Drachenbootverein und die Hallesche Feldbogengilde. Ein Schutzdamm war hier am 3. Juni gebrochen und hatte den See überflutet, Vereinsgebäude stehen unter Wasser. 720.000 Euro wird wohl die Beseitigung der Schäden kosten. Wolfgang Tischer vom Stadtsportbund mahnte die Stadt an, sich schnell an die Schadensbeseitigung zu machen. Die Situation sei vor allem für die Hänge gefährlich. „Das ist meine große Sorge“, sagte er. Es müsse wieder gepumpt werden, um den Wasserstand um 5 Meter abzusenken. Der Osendorfer See habe keinen normalen Abfluss, das Wasser könne nirgendwo hin. „Das ist wie eine Badewanne ohne Stöpsel.“ Thomas Prochnow, Leiter Sport in der Stadtverwaltung, sagte Unterstützung zu. „Wir haben die Aufgabe, eine Perspektive aufzuzeigen.“

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