Wohnen mit Demenz: Sozialminister informiert sich über Wohnprojekt in Halle

13. August 2015 | Soziales | Keine Kommentare

Derzeit leben in Deutschland zwei von drei Menschen mit der Diagnose Demenz in ganz normalen Wohnungen. Werden der ältere Mensch und seine Angehörigen mit der Diagnose Demenz konfrontiert, stellt sich in diesem Zusammenhang auch akut die Frage, ist es weiterhin möglich zuhause zu wohnen. Die Wohnung und das gewohnte Wohnumfeld sind für viele ältere Menschen die Orte jahrzehntelanger Erinnerungen.

Der Denkansatz dieses Modellprojektes ist es, in einer bestehenden Wohnung, möglichst ohne oder nur mit geringfügigen Grundrissveränderungen und ohne wesentlichen Eingriff in die Bausubstanz auf die Störung des Gedächtnisses und die motorischen Beeinträchtigungen des bzw. der Betroffenen zu reagieren.
Wichtige Aspekte sind neben dem übersichtlichen Wohnungszuschnitt die Ausleuchtung der Wohnung, die Farbauswahl für Wände, Fußböden und Möbel sowie die technische Ausstattung (z. B. zentrale Abschaltung der Elektrik).
Für Angehörige und Pflegepersonal ist ein Rückzugsraum vorgesehen.
„Bausteine“ dieser Wohnung sind auch in anderen Wohnungen im Bestand der HWF einsetzbar.

Am 12.08.2015 besuchte der Minister für Arbeit und Soziales, Norbert Bischoff – am Tag der Verabschiedung des Entwurfs des Pflegestärkungsgesetzes II – das von der HW FREIHEIT eG initiierte Modellprojekt „Wohnen mit Demenz“ in der Vogelweide 42 in Halle, welches bereits bundesweit auf großes Interesse gestoßen ist.

Gemeinsamen mit den Projektteilnehmern, dem St. Elisabeth Krankenhaus Halle, Interanton, dem Institut für Pflegewissenschaften der MLU Halle, der AOK Sachsen-Anhalt, der DKB Halle und der Strehlow GmbH gilt es nun „die Praxistauglichkeit“ der Wohnung zu testen und gemeinsam mit der medizinischen Wissenschaft das Modellvorhaben fortzuschreiben.

Minister Bischoff zeigte sich beeindruckt, dass sich die interdisziplinäre Projektgruppe nun auch intensiver mit der Thematik „Medizin im Quartier (Telemedizin)“ beschäftigt. Er versprach, sich in 2016 über den Fortgang und die Ergebnisse der medizin-wissenschaftlichen Studie zu informieren.

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