Unsanierte Plattenbauten in Halle-Neustadt werden zum Flüchtlingsheim

4. Januar 2015 | Soziales | 4 Kommentare

Die Stadt Halle (Saale) weicht immer mehr vom Prinzip der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen ab. In diesem Jahr sollen Plätze für 200 Personen in der Merseburger Straße und der Volkmannstraße geschaffen werden.
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Doch während dort noch gebaut wird, dienen zwei unsanierte Plattenbauten in Halle bereits als Flüchtlingsunterkünfte. Anwohner beklagen sich über die Zustände, unter denen die Ausländer dort einquartiert werden. Denn an den Gebäuden wurde seit Jahren nichts gemacht, inzwischen habe es schon drei Besitzerwechsel gegeben. „Der Hauseigentümer lässt die Blöcke vergammeln. Denn welcher Asylant beschwert sich schon?“, meint ein Anwohner. Der Besitzer wittere offenbar das große Geschäft, statt die Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen.

„Pro Hauseingang haben 30 Menschen gewohnt. Jetzt sollen in jeden Hauseingang 80 bis 120 Asylbewerber untergebracht werden“, kritisiert ein Anwohner. „Und das mit unterschiedlicher Herkunft. Abgesehen das die Blöcke für diese Anzahl von Menschen nicht konzipiert sind und nur zwei Sozialarbeiter zu Verfügung stehen, wird so neues Konfliktpotential geschaffen.“

Die hallesche Stadtverwaltung bestätigt, dass in den beiden betreffenden Gebäuden pro Wohneinheit bis zu 6 Flüchtlinge untergebracht werden. Ein Anwohner, der mit den neuen Bewohnern ins Gespräch gekommen ist und sich die Unterkünfte angesehen hat, erzählt andere Zustände. „Im Wohnzimmer drei Doppelstockbetten, im Schlafzimmer zwei Doppelstockbetten und im Kinderzimmer ein bis zwei Doppelstockbetten. Als Schränke sind Spinde vorhanden. Billigste Küchengeräte“, beschreibt er die Situation.

Ende November lebten bereits 160 Personen in dem Gebäude, betreut von zwei Sozialarbeitern. Die Kosten für die Unterbringung und Betreuung werden vom Land erstattet.

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