Möglicherweise verhungerte Frau: Linke wollen Sondersitzung des Sozialausschusses

11. September 2012 | Soziales | 3 Kommentare

Ist eine Frau in ihrer Wohnung im Stadtteil Silberhöhe verhungert? Entsprechendes hatte die Mitteldeutsche Zeitung am Dienstag berichtet. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten zwar den Tod der 55jährigen. Allerdings sei die Frau nicht verhungert, sondern an einem Magdendurchbruch gestorben sein. Angeblich soll die Frau seit Monaten ohne Einkommen gewesen sein, hat jegliche Hilfe abgelehnt. Das Jobcenter hatte die Betreuung eingestellt, weil sich die Frau letztmalig im Januar gemeldet hat.

Die Partei „Die Linke“ verlangt nun nach einer Sondersitzung des Sozialausschusses. „Dass der tragische Tod dieser Frau im Zusammenhang mit ihrer sozialen Lage zu sehen ist, kann nicht bestritten werden. Welche Vorgeschichte und welches konkrete Handeln maßgeblich zur Entwicklung einer solchen persönlichen Katastrophe geführt haben, muss untersucht werden. Es ist notwendig, dass sich alle Handelnden und Verantwortlichen, die mit Entscheidungen zu Lebensumständen dieser Frau befasst waren, zusammen finden, um zu bewerten, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte und wodurch Handeln bzw. Hilfe behindert wurden“, so die Partei.

In dem Ausschuss sollen Ursachen und Umstände des Todes untersucht werden. Wesentliche Ursache ist laut Partei das „menschenverachtende Hartz-IV-System“. Deshalb sei neben der konkreten Aufklärung der Todesumstände der Bewohnerin auf der Silberhöhe auch weiterhin eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Hartz-IV-System bis zu seiner Abschaffung und Ersetzung durch ein menschwürdiges System von Sozialleistungen zu führen.

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