Mehr Geld für Altenpfleger: Protest in Dieskauer Pflegeheim

11. Juni 2015 | Soziales | Keine Kommentare

Das Landpflegeheim Dieskau bei Halle (Saale) steht in der Kritik. nach Angaben der Gewerkschaft ver.di bekomme eine Fachkraft 10,20 €/Stunde, eine Altenpflegehelferin 8,93 €/Stunde.

In der Altenpflege wird überwiegend in Teilzeit gearbeitet. Dieser Zustand wurde von den Beschäftigten nicht weiter akzeptiert, sie organisierten sich in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und gründeten einen Betriebsrat.

Die Gewerkschaftsmitglieder wählten eine Tarifkommission und nahmen im letzten Jahr Tarifverhandlungen auf. Ihre Gehaltsforderungen wurden von der Arbeitgeberseite positiv aufgenommen, was bei den Kolleginnen Hoffnungen auf einen positiven Verhandlungsverlauf erzeugte. Diese Hoffnungen erwiesen sich als trügerisch. Im Januar rückte die Arbeitgeberseite von ihren Zusagen ab, kritisiert ver.di.

„Für Arbeit im Schichtsystem und an Sonn -und Feiertagen muss ein Lohn gezahlt werden, von dem man auch leben kann“, so die Auffassung der zuständigen Gewerkschaftssekretärin Christine Stoffl. „Es ist ein unzumutbarer Zustand, dass es Beschäftigte gibt, die noch zur Arbeitsagentur gehen müssen oder einen Zweitjob haben, um den Unterhalt für ihre Familien bestreiten zu können“, kritisiert Stoffl.

Das Angebot der Arbeitgeberin für 2017 ist lediglich der Mindestlohn in der Pflege. Dieser beträgt für Altenpflegehelferinnen 9,50 €/Stunde. Für Christine Stoffl und die Beschäftigten stellen sich eine Vielzahl von Fragen, die auch auf politischer Ebene beantwortet werden müssen:

ver.di fragt: Wie billig soll Altenpflege sein? Wie billig geht Pflegequalität? Wie schätzen wir, die Gesellschaft, die Arbeit der Altenpflege, was ist sie uns allen wert? Warum bekommen Arbeitnehmer, die nicht mit Menschen arbeiten, mehr Gehalt? Warum sollen sich junge Leute für den Beruf in der Altenpflege entscheiden?

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