Luftballons gegen Gewalt an Frauen

25. November 2013 | Soziales | Keine Kommentare

100 gelbe Luftballons stiegen am Montagmittag in den blauen Himmel über Halle (Saale) auf. Versehen waren sie mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ sowie Postkarten der Aktion „Schwere Wege leicht machen“.

Anlass war der bundesweite Tag gegen Gewalt an Frauen, an dem sich die Saalestadt zum 12. Mal beteiligte. In Informationsständen wurden über vielfältige Beratungsangeboe informiert.

„Wir sagen Nein zu Gewalt“, so Tarek Ali, Vorsitzender des Ausländerbeirats. Denn Gewalt gegen Frauen sei in vielen Kulturen fest verankert und werde nicht als Gewalt anerkannt. Auch bei Kirgeshandlungen diene es oft als Waffe. Ali wies auf die 20.000 Vergewaltigungen im Bosnien-Krieg in. Ebenso habe es auch in Ruanda, Kambodscha und Somalia massenhafte Vergewaltigungen an Frauen gegeben. Ein Problem sei aber auch die Beschneidung bei Mädchen, zwei Millionen davon würden jährlich stattfinden, eine Million Mädchen würden zu Prostitution gezwungen. In vielen Kulturen seien Frauen nur Menschen zweiter Klasse. „Häusliche Gewalt ist leider alltäglich in allen Kulturen“, so Ali. So gebe es weltweit gerade einmal 17 Länder, in denen Vergewaltigungen in der Ehe strafbar sind. In 12 Ländern Lateinamerikas werde der Mann in Prozessen freigesprochen, wenn er anbietet sein Vergewaltigungsopfer zu heiraten. Für Ali ist ein wichtiger Punkt die Schulbildung für Mädchen. Zudem müssten Politik und Gesellschaft deutliche Grenzen setzen.

Henriette Quade, Landtagsabgeordnete der Linken, kritisierte, dass in etlichen Ländern Gewalt an Frauen legitimiert sei. In Halle sei sie glücklicherweise gesellschaftlich geächtet, „aber sie findet trotzdem statt im Dunkeln.“ Quade forderte eine auskömmliche Finanzierung der Frauenhäuser.

Wie wichtig solche Aktionen sind, zeigte sich am Rande. Ein Paketfahrer zeigte überhaupt kein Verständnis für die Kundgebung vorm Stadthaus und pöbelte die Teilnehmer an.

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