Lebens(t)raum weiht neuen Hort in Halle-Neustadt ein

12. April 2013 | Soziales | Keine Kommentare

Gerade Eltern mit behinderten Kindern haben in Halle (Saale) ein großes Problem. Zum einen erfordern ihre Kleinen oft mehr Aufmerksamkeit. Doch zum anderen mangelt es an Betreuungsplätzen.

Der lebens(t)raum e.V. schafft Abhilfe. Im früheren Cliquentreff „Schnatterinchen“ hat er am Freitag seinen zweiten integrativen Hort feierlich eingeweiht. Die erste derartige Einrichtung gibt es bereits in der Schule „Am Lebensbaum“ in der Südstadt.

Eingang zum Hort

Das Konzept des neuen integrativen Hortes in der Harzgeroder Straße 17 besteht darin, dass Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung sowie verhaltensauffällige Kinder nachmittags ihre Freizeit miteinander verbringen und somit voneinander lernen können. Neben der Hausaufgabenbetreuung hält der Hort auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse angestimmte Räumlichkeiten, besondere sozial-pädagogische und Freizeit-Angebote sowie dafür speziell geschultes Personal bereit. Der lebens(t)raum e.V. berät und unterstützt seit mehr als sechs Jahren auf vielfältige Weise Familien, deren Kinder geistig, körperlich oder mehrfach behindert sind – so im oft schwierigen Alltag, bei Behördenangelegenheiten oder bei sozialen Problemen.

Mitarbeiter des Hortes und Mitglieder
von lebens(t)raum e.V.

In Halle stünden die Eltern von behinderten Kindern oft vor der Herausforderung, dass eine Inklusion ihrer Kinder in vielen regulären Einrichtungen nicht gewährleistet werden könne, so die pädagogische Gesamtleiterin des lebens(t)raum e.V., Diana Franke. Vor allem in Halle-Neustadt fehlten Plätze. Hier ergab sich der Ansatz für Gespräche, die sich über verschiedene Ebenen von der Stadt bis in den Landtag des Landes Sachsen-Anhalt zogen. Nach Unterzeichnung des Mietvertrages wurde die Eröffnung des Hortes im Oktober 2012 im Eiltempo organisiert. Ohne die tatkräftige Unterstützung zahlreicher engagierter Helfer wäre dies nicht möglich gewesen. 20 der 50 neu geschaffenen Hortplätze seien für Kinder mit Behinderung ausgelegt und zur Zeit besuchten 21 Kinder die Einrichtung, so Diana Franke weiter.

B.Bönisch durschneidet symbolisch
das Band zur Übergabe

Der Schirmherr des integrativen Hortes, Bernhard Bönisch (CDU), machte mit seinen Worten zur symbolischen Übergabe klar, dass die Politik in dieser Beziehung noch nicht viel geleistet habe. „Geleistet haben das die Leute selbst.“ sagte er weiter.

Der Geschäftsführer des lebens(t)raum e.V., Horst Nenke, hob hervor, dass es bei der Umsetzung des Projektes keine öffentliche Hilfe gegeben habe. Alles sei Leistung der Mitarbeiter und Mitglieder des Vereins gewesen. Als Anerkennung „verodnete“ er den Mitarbeitern des Hortes einen Tag Sonderurlaub, was von diesen erfreut zur Kenntnis genommen wurde. Weiter wurde der Leiter der Salzmann-Schule, Herr Pönitz, als engagierter Unterstützer genannt.

Aus der Privatwirtschaft erfuhr das Projekt von seiten zweier ortsansässiger Möbelhäuser Unterstützung. Auch eine Vertreterin einer Einzelhandelskette überbachte einen Einkaufsgutschein in Höhe von 200€ und einen prall gefüllten Sack mit Spielzeug.

Kinder mit Luftballons

Auch die Kinder des Hortes hatten etwas für die zahlreichen Besucher vorbereitet. Zuerst wurden Gedichte mit Musikuntermalung vorgetragen um im Anschluss daran Luftballons steigen zu lassen, an denen sich Karten mit den Wünschen der Kinder befanden.

 

 

 

 

 

 

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