Gegen Diskriminierung – für Akzeptanz von LSBTI: Neujahrsempfang des BBZ lebensart

22. Januar 2016 | Soziales | 11 Kommentare

Vertreter aus Politik und Gesellschaft waren zum traditionellen Neujahrsempfang des BBZ „lebensart“ gekommen. Begrüßt werden konnten Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand, die Beigeordneten Katharina Brederlow, Dr. Judith Marquardt und Uwe Stäglin sowie zahlreiche Stadträte.

Auf dem Neujahrsempfang wurden auch besorgniserregende Entwicklungen zur Sprache gebracht. Das wahrscheinliche Landtagseinzug der AfD unter anderem mit ihrer rückwärtsgewandten Familien- und Lebensweisen-Politik und Abwertung nicht-heterosexueller Menschen sowie faschistoide Äußerungen des AfD-Politikers Björn Höcke seien eine große Herausforderung – nicht nur für die Landespolitik, sondern für alle Menschen, die sich für Weltoffenheit und Anerkennung von Vielfalt einsetzen, hieß es auf dem Neujahrsempfang.

In diesem Zusammenhang sei von großer Bedeutung, dass die Landesregierung von Sachsen-Anhalt kürzlich ein Aktionsprogramm für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTTI) beschlossen hat. Als freigemeinnütziger Träger, welcher über langjährige Erfahrungen und anerkannte fachliche Kompetenzen verfügt, möchte das BBZ „lebensart“ an der Umsetzung mitwirken, braucht dazu jedoch eine entsprechende finanzielle Ausstattung, so der Verein.

„Nicht nur Studien, sondern auch unsere Erfahrungen in Schulen und Einrichtungen, unsere Gespräche mit Ratsuchenden und Besucher*innen belegen, dass Diskriminierung und Benachtei-ligungen aufgrund der geschlechtlich-sexuellen Identität in Sachsen-Anhalt leider we-terhin zum Alltag gehören. Das Wort „Schwuchtel“ ist zudem in Sachsen-Anhalt einer der am häufigsten verwendeten Schimpfworte“, so das BBZ. Mit den bestehenden knappen Ressourcen habe man im Jahr 2015 eine Bilanz vorgelegen können, die eine erfolgreiche Arbeit des Vereins und seines Fachzentrums dokumentiere. Das Aufwand und die unermüdliche Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter hätten sich gelohnt.

Es sei inzwischen mehr als nur Tropfen auf heiße Steine auf dem Weg in eine Gesellschaft, welche auch die Vielfalt geschlechtlich-sexueller Identitäten anerkenne und wertschätze. „Unsere Bildungsangebote gegen Diskriminierung aufgrund der geschlechtlich-sexuellen Identität und für die Akzeptanz von LSBTI sowie unser sexualpädagogisches Basisangebot werden von immer mehr Schulen und Einrichtungen in Anspruch genommen.“

Bilanz der Bildungsarbeit des BBZ „lebensart“ im Jahr 2015:
110 Veranstaltungen mit 1.694 Teilnehmenden
davon mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen:
94 Veranstaltungen mit 1.504 Teilnehmenden
davon mit Multiplikator*innen und Erwachsenen:
16 Veranstaltungen mit 190 Teilnehmenden
Auch die Anzahl der Beratungsanfragen ist im Jahr 2015 deutlich gegen über dem Vorjahr gestiegen. Hierbei stehen als am häufigsten nachgefragte Themenfelder Fragen und Probleme zur Geschlechtsidentität/Trans*-Identität sowie zur sexuellen Orientierung im Mittelpunkt.

Zur Bilanz 2015 gehören auch die gute Resonanz auf dem gemeinsam mit der AIDS-Hilfe veranstalteten Christopher Street Day, die Fachkonferenz „Vielfalt leben“ am 26.11.2015 im Stadthaus, weitere Fachveranstaltungen sowie erfolgreich arbeitende Gruppen und Projekte. Der CSD 2016 wird unter dem Motto MENSCHEN FORMEN RÄUME am 10. September auf dem Marktplatz stattfinden. Für die Absicherung der Angebote werden noch ehrenamtliche Mitarbeiter vor allem für die Bildungsarbeit sowie in Gruppen und Projekten gesucht.

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