Flüchtlingspolitik: „Halle ist weltoffen“

29. Juli 2015 | Soziales | 12 Kommentare

Der demonstrierende braune Mob der NPD, fliegende Steine auf Asylbewerber, brennende Unterkünfte: gerade in Sachsen kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu rechtsextremen Ausschreitungen gegen Flüchtlingsheime. Auch Halle verfügt über mehrere kleine Flüchtlingsheime, so zum Beispiel in der Ludwig-Wucherer-Straße. Das besteht dort schon seit vielen Jahren ohne Protest.
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Und auch für die geplante Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZAST) mit 800 Plätzen sieht sich die Stadt gerüstet. Die Stadt Halle werde sich verwaltungsintern vorbereiten, so Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Das beginne bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Ende mit einem entsprechenden Willkommensumfeld in der Stadt. Rechtsradikalismus sei zwar ein Thema, man habe derartige Störer unter Beobachtung. Doch derartige Einstellungen werde man nicht dulden. „Flüchtlinge sind in der Stadt Halle Willkommen.“ Sollte es zu Störungen bei der Aufnahme kommen, werde man gemeinsam mit der Polizei einschreiten.

„Die Stadt Halle hat sich beim Thema Weltoffenheit immer vorn mit hingestellt“, sagte Sozialdezernent Tobias Kogge. Dies habe man nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten geleistet. „In der Stadt halle ist Nächstenliebe vorhanden.“ In vielen Bereichen der Stadtverwaltung gebe es Integrationshelfer, Kulturvermittler und Sprachvermittler. „Wir haben große Bemühungen getan, um hier den Menschen wenn sie zu uns kommen, dass sie auch eine Chance haben in die Gesellschaft integriert zu werden. „ Kogge lobte das vielfältige Engagement von Hallensern zur Unterstützung der Flüchtlinge. So gebe es eine Ärzteinitiative, die Zuckertüten an die einzuschulenden Flüchtlingskinder verteilen. Zahlreiche Hallenser würden sich als Sprachhelfer bereitstellen. „Ich bin immer wieder positiv überrascht, dass Menschen vor der Not der Anderen die Augen nicht zu machen.“ Kogge sagte weiter, „wenn wir in Not sind freuen wir uns wenn andere auf uns zu kommen und uns helfen. Wenn in der Welt Flüchtlinge, so viele wie noch nie, vertrieben werden, und sie kommen 25 Jahre nach der Wende nach Deutschland, dann erwarte ich, dass die Herzen aufgehen.“ Er bitte darum, dass die Hallenser den Flüchtlingen positiv entgegen kommen „und sagen, wir wollen uns auch für diese Menschen einsetzen.“ Sei es mit Sprachhilfe, der Einladung in Vereine oder einer einfachen Kontaktaufnahme. „Das sind Menschen, die auf der Flucht sind. Und nach sechs bis acht Monaten Flucht verändert sich ein Mensch auch in der Angst. Und wenn man erlebt, dass die Gesellschaft einem entgegenkommt, dann ist das etwas Positives, mit dem Deutschland in der Welt punkten kann.“ Mit der Weltoffenheit werde Sachsen-Anhalt auch für Unternehmen viel interessanter, was weitere gute Arbeitsplätze nach sich ziehe. Er sehe die Stadt sehr wohl in der Lage, das Thema positiv zu begleiten. Natürlich sei es Jedermanns Recht, dagegen zu sein. Doch hier appelliert Kogge an die Kultur des Umgangs. „Man kann es sagen, aber man muss nicht unbedingt Steine werfen oder Hakenkreuze malen. Das ist kein Umgang, den wir hier in Deutschland nötig haben.“

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Dieses Thema enthält 12 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  farbspektrum vor 2 Jahre, 1 Monat.

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  • #165403

    Der demonstrierende braune Mob der NPD, fliegende Steine auf Asylbewerber, brennende Unterkünfte: gerade in Sachsen kam es in den vergangenen Wochen i
    [Der komplette Artikel: Flüchtlingspolitik: „Halle ist weltoffen“]

    #165405

    In Dresden geht die Wirtschaft voran, weil die Fremdenfeinde in der kümmerlichen Minderzahl sind, dazu meist wenig schlau und hochgradig unfähig.

    #165406

    Ich empfinde mich auch als weltoffen. Das Problem besteht u.a. darin, dass man als Rassist oder Fremdenfeind bezeichnet wird, wenn man auf Probleme hinweist, die ohne Frage existieren. Die Ablehnung der Zuwanderer betrifft wohl auch eher die armen Menschen, als ihre ethnische Zugehörigkeit, was das Argument des Rassismus ad absurdum führt. SfK, sprich doch mal mit Sozialarbeitern in den Heimen, oder auch Mitarbeitern des Jobcenters oder des Sozialamtes

    #165407

    Ich kenne kein einziges Problem, dass es mit Deutschen nicht auch gäbe. Alles andere ist Ausländerhass.

    #165408

    Und das Problem löst sich, wenn es davon mehr gibt? Das ist keine krude Logik, da fehlt Logik. Und das ist Ausländerhass? Du weißt nicht, wovon Du sprichst!

    #165409

    Stelle Dich doch nicht dümmer als Du bist. Ich vermisse schlichtweg den demonstrierenden Mob der NPD gegen asoziale Deutsche. Und deswegen ist und bleibt es gezielter Rassismus.

    #165410

    Gut, dass du die NPD ansprichst. Um die Dumpfbacken geht es hier nicht. Es gibt auch eine Ablehnung des Zuzuges von Armutsflüchtlingen jenseits der NPD. Und diese Ablehnung hat eine viel größere Basis, und bedeutet für das friedliche Zusammenleben eine viel größere Gefahr als es die NPD hoffentlich je sein wird.

    #165411

    Das sind doch auch nur verkappte rassistische Forderungen unter dem Deckmantel einer demokratischen Partei.

    #165412

    Ich widerhole: Wahrscheinlich handelt es sich nicht um Rassismus, sondern um die Ablehnung von Armutszuwanderung. Ich habe noch nie gehört, jenseits der NPD usw., das jemand was gegen einen syrischen Unternehmer hat, welcher hier 1000 Vollzeitarbeitskräfte schafft. Wohl aber gegen die für den deutschen Arbeitsmarkt ungeeigneten Zuwanderer. Das mag auch nicht nobel sein, ist aber kein Rassismus!

    #165413

    Wer Fremdenhass fördern will, der brauch nur jedes Jahr hundertausende und zum überwiegenden Teil nach dem Gesetz nicht asylberechtigte Leute aus allen Herren Länder ins Land lassen.
    Einfach mal einsehen , wofür das Asylgesetz mal da war.
    Vor allem in eine so „reiche“ Stadt wie Halle, so ein großes Lager für mindestens 800 Personen zu errichten.
    Bei 800 Personen wird es nicht bleiben. Am Ende wird es das doppelte oder die dreifache Menge sein.
    Die Behörden kommen ja selbst beim registrieren der Neuankömmlinge nicht mehr nach.

    Augen zu und durch. Das Licht vom Ende des Tunnels könnte von einem entgegenkommenden Zug stammen.

    #165414
    #165452

    Anonym

    da sind wir wieder bei der Ethikfrage. Und wir lernen, dass die Linke und die all die anderen Pauschalkritiker es also in Ordnung finden, wenn Mubarak oder Assad oder Hussein herrschen und die Menschen zu Hunderten (teils Tausenden) foltern und „verschwinden lassen“.

    Ich schau einfach nicht hin, also gibt’s da auch nichts schlechtes.

    Hach ja, so eine schwarz-weisse Weltsicht ist so schön einfach. nur richtig und falsch.

    und es sei die Frage erlaubt, wo speziell die Deutschen in Nordafrika demokratisiert haben…dachte wir waren diejenigen, die da nicht mitgemacht haben. aber das sagt ja nur die Lügenpresse

    #165455

    Das sind doch auch nur verkappte rassistische Forderungen unter dem Deckmantel einer demokratischen Partei.

    „Ein Riss geht durch die evangelische Kirche in Ostdeutschland. Immer mehr Pegida-Anhänger outen sich als Christen. Sie wollen das christliche Abendland verteidigen“ (Zeit)
    Und nun?

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