Erwerbstätigenquote in Sachsen-Anhalt seit 2013 um 5 % gestiegen

8. Juli 2024 | Soziales | 8 Kommentare

In Sachsen-Anhalt ist die Erwerbstätigenquote in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Mehr als drei Viertel der Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre) waren 2023 erwerbstätig. Nach ersten Ergebnissen des Mikrozensus des Statistischen Landesamtes lag die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe bei 76 %, was einem Anstieg von 5 % im Vergleich zu 2013 entspricht, als die Quote noch bei rund 73 % lag.

Die absolute Zahl der Erwerbstätigen ging jedoch zurück: 2023 gingen 1.006.600 Personen einer Erwerbstätigkeit nach, rund 4 % weniger als 2013 (1.050.000). Dieser Rückgang ist auf den allgemeinen Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt zurückzuführen, der ebenfalls bei 4 % lag. Dadurch blieb der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung in beiden Jahren bei rund 47 %.

Bemerkenswert ist die deutliche Reduktion der Erwerbslosen. Zwischen 2013 und 2023 sank die Zahl der Menschen, die aktiv nach einer Beschäftigung suchten, um 62 %, von 104.500 auf 39.900. Die Zahl der Nichterwerbspersonen, zu denen hauptsächlich Kinder, Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionierte gehören, blieb mit einem Anstieg um 1 % nahezu konstant (2013: 1.095.100; 2023: 1.104.700). Im Jahr 2023 überstieg die Zahl der Nichterwerbspersonen (1.104.700) die der Erwerbspersonen (Erwerbstätige plus Erwerbslose = 1.046.500).

Von den insgesamt 1.006.600 Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt waren 532.500 männlich und 474.200 weiblich. Ein großer Unterschied zeigt sich in den Arbeitszeiten: Während 69 % der erwerbstätigen Männer 40 und mehr Stunden pro Woche arbeiteten, waren es bei den Frauen nur 37 %. Die Mehrheit der Erwerbstätigen, 934.600 Personen, waren abhängig beschäftigt. Von den weiblichen abhängig Beschäftigten hatten 10 % (43.600) einen befristeten Arbeitsvertrag, und 39 % (174.700) arbeiteten in Teilzeit. Bei den Männern lag der Anteil der Teilzeitbeschäftigten lediglich bei 12 % (57.600).

In Bezug auf das Einkommen erzielten 27 % der Erwerbstätigen im Jahr 2023 ein monatliches Nettoeinkommen von 1.500 bis unter 2.000 Euro, während 22 % zwischen 2.000 und unter 2.500 Euro und 11 % zwischen 2.500 und unter 3.000 Euro verdienten. Insgesamt bestritten 44 % der Bevölkerung Sachsen-Anhalts ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit.

Der Bildungsstand der Bevölkerung zeigt sich ebenfalls positiv: 95 % der über 15-Jährigen verfügen über einen Schulabschluss. Die Mehrheit, 54 %, hat einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss, während 25 % eine Fachhochschul- oder Hochschulreife und 14 % einen akademischen Abschluss besitzen.

Die vorliegenden Daten sind erste Ergebnisse des Mikrozensus 2023 und könnten nach der Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse revidiert werden. Der Mikrozensus basiert auf einer jährlichen Haushaltsbefragung, bei der 1 % der Privathaushalte befragt wird.

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