Caritas weiht Sozialzentrum in der Silberhöhe ein

9. Februar 2013 | Soziales | Keine Kommentare

Eine Kaufhalle war es mal, das Obergeschoss wurde als Gaststätte genutzt. Doch die besten Jahre hat die Silberhöhe schon hinter sich, und so stand auch die Ladenzeile in der Theodor-Weber-Straße 10 in Halle (Saale) in weiten Teilen leer.

Doch der katholische Sozialverband Caritas hat den Komplex neu belebt. Seit einigen Wochen schon arbeiten hier die Sozialläden Carisatt, Cariwohn und Carichic unter einem Dach als Sozialkaufhaus. Hinzu kommen die Soziale Beratungsstelle Silberhöhe und das Jugendhilfenetzwerk. Unter dem Namen „St. Antonius Haus“ wurde der Komplex am Freitagnachmittag offiziell eingeweiht.

„Wir wollen nicht nur die Symptome lindern, sondern die Wurzeln aufdecken“, sagte Diakon Reinhard Feuersträter. Schließlich sei man Anwalt für die Bedürftigen und werde auch in Zukunft bei wichtigen Fragen unbequem und nachbohrend bleiben. Die Einrichtung sei einmalig in ganz Ostdeutschland, weil es hier neben dem materiellen Angebot auch Sozialleistungen gebe. Feuersträter hob hervor, dass man ein wirkliches Kaufhaus sei. Die Bedürftigen bekämen hier keine vorgefertigten Paket, sondern können selbst aussuchen und bezahlen anschließend einen kleinen Obolus. „Das gehört zur Würde des Menschen dazu“, so Feuersträter.

Benannt ist das Gebäude nach dem Heiligen Antonius, dem Patron der Armen, wie Bischof Gerhard Feige hervorhob. Noch heute werde in Frankreich der Brauch des Antoniusbrotes gepflegt, hier werden Spenden für notleidende Menschen gesammelt. Das Antoniushaus in Halle sei gewissermaßen das Antoniusbrot der Saalestadt. Schließlich entspreche das Angebot den Bedürfnissen der Menschen. Feige lobte die viele ehrenamtliche Arbeit. „Nächstenliebe kann man nicht von Oben überstülpen. Es braucht eine innere Überzeugung, dass es Sinn macht sich zu engagieren. Der christliche Glaube gibt hier eine Sinnerfahrung.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte zu, dass sich die Stadt künftig mehr um die Silberhöhe kümmern wolle. Das Antoniushaus sehe er als Ansatz der Selbstverantwortung. Die Caritas sei für die Stadt als Träger der Sozialhilfe unverzichtbar. Mit Blick auf durchaus schwierige Verhältnisse zur Stadt in den vergangenen Jahren erklärte Wiegand, man wolle das Vertrauen zurückgewinnen. Der OB hob das neue Dienstleistungszentrum mit einheitlichen Ansprechpartnern. Die Stadt wolle weg vom nachträglichen Eingreifen hin zur Prävention.

Die Geschichte der Caritas am Standort Silberhöhe hatte 1998 mit einem kleinen Lebensmittelladen bekommen. Später kam mit Carichic auch eine Kleiderbörse hinzu, seit 2009 gehört die Möbelbörse zum Angebot. Das neue Sozialkaufhaus vereint diese Angebote. Lebensmittel, Drogerie-Artikel, Obst, Gemüse, Schuhe, Kleidung, Möbel, Geschirr… all das gibt es hier zu günstigen Preis, so dass sich auch Hartz IV-Empfänger etwas leisten können. 300 bis 350 Besucher kommen pro Tag.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben