Aktion Lucia: 48 Kerzen für die Hoffnung

1. Oktober 2012 | Soziales | Keine Kommentare

In der Kapelle des Elisabethkrankenhauses in Halle (Saale) wurden am Montagnachmittag im Rahmen einer Gedenkstunde zur Aktion Lucia 48 Kerzen angezündet. Die Zahl der Kerzen steht für die 48 Frauen, die tagtäglich in Deutschland in Brustkrebs sterben. Doch es sind auch Zahlen, die Mut machen. Denn noch vor einigen Jahren lag der Wert weit über 50.

„Auf der ganzen Welt sinkt die Sterblichkeit durch Brustkrebs“, hob Prof. Dr. med. Christoph Thomssen hervor, Leiter des Brustzentrums am Uniklinikum. Die Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre liege bei 7 Prozent. „Brustkrebs ist eine heilbare Erkrankung geworden. Das Stigma des Todes verblasst.“ Wichtig sei, so Thomssen, eine stärkere Inanspruchnahme des Mammographiescreenings. Auch Kritik an den Krankenkassen übte er, denn diese wollten die Mittel für die Brustkrebsbehandlung halbieren, weil diese inzwischen ambulant werden können. Doch es komme nicht nur auf den Eingriff drauf an, sondern auch auf die Beratung zuvor, so Thomssen. Sein Kollege Dr. med. Tilmann Lantzsch vom Brustzentrum am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara sagte, viel sei zwar schon geschehen, „doch wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen.“

Mitorganisiert hat die Gedenkstunde unter dem Motto „Nicht stumm sterben, laut Leben“ die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt. Deren Geschäftsführer Sven Weise hob die Ziele der Aktion „Lucia“ (Deutsch: Lichtträgerin) hervor. Man wolle mehr Licht in das Thema Brustkrebs bringen und die Früherkennung stärken. Denn steige die Zahl der Erkrankungen weiter so an, werde bald jede 7. Frau einmal in ihrem Leben von Brustkrebs betroffen sein. Und auch um Männer macht die Krankheit keinen Bogen, ein Prozent der Erkrankten sind männlich. Weise kritisierte den bestehenden Flickenteppich einzelner Register. Es fehle eine bundeseinheitliche Datenbank zu den Erkrankungen. Auch die Machtkämpfe zwischen Politik, Ärzten, Krankenkassen und Patienten müsse ein Ende haben. Weise sprach sich dafür aus, die Selbsthilfegruppen mehr einzubeziehen.

Die Aktion Lucia findet jedes Jahr am 1. Oktober statt. In Halle wurde sie gemeinsam vom Gesunde-Städte- Projekt Halle (Saale), dem Brustkrebszentrum des Universitätsklinikums Halle (Saale), dem Brustkrebszentrum des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara, der Stadt Halle und der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e. V. (SAKG) veranstaltet. Am Ende der Gedenkstunde wurden noch Herzkissen verteilt, selbstgenäht von Schülern der Berufsbildenden Schule 5. Die Kissen werden unter den Arm geklemmt und sollen so die Schmerzen bei Brustkrebsbetroffenen lindern.

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