Würdigung eines maßgeblichen Künstlers und Lehrers der Stadt Halle

12. Juli 2015 | Rezensionen | Keine Kommentare

Die älteren Kunstliebhaber und Bücherfreunde werden sicherlich noch die beliebte Kunstheftreihe „Maler und Werk“ aus dem Dresdner Verlag der Kunst kennen, die mit ca. 200 Broschüren in Vokabelheftgröße über das Schaffen der bedeutendsten Maler aus Vergangenheit und Gegenwart informierte.
maler hahs
Bereits vor Jahren hat der hallesche Hasenverlag begonnen, diese Kunstheftreihe fortzusetzen – natürlich in weitaus besserer Papier- und Druckqualität. Jetzt Ist Heft Nr. 5 erschienen, das dem Maler und Grafiker Erwin Hahs (1887-1970) gewidmet ist – anlässlich der Ausstellung „In der Landschaft. Erwin Hahs – Malerei und Grafik von 1908-1960“ (24.4.-14.6.2015 im Bürgerhaus Königs Wusterhausen).

Hahs war von 1918 bis 1933 Professor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und hatte hier eine Malklasse geleitet. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er entlassen und seine Kunst als „entartet“ eingestuft. In den 50er Jahren war Hahs wieder an der Burg Giebichenstein, doch nach dem „Formalismusstreit“ zog er sich weitgehend zurück.

Der Autor Jörg Wunderlich beleuchtet in seinem Essay kurz die Biografie und den künstlerischen Werdegang von Erwin Hahs und zeigt dabei dessen Entwicklung vom expressionistischen Malstil zu abstrakten Formen hin. Dies wird auch an knapp zwanzig Gemäldereproduktionen verdeutlicht, wobei „Das große Requiem“ von 1944 im Mittelpunkt steht. Komplettiert wird der schmale Bild-Text-Band durch eine tabellarische Biografie und zahlreiche Bekenntnisse des Künstlers, die dieser in seinen Tagebüchern festgehalten hatte. Insgesamt eine kleine, aber bemerkenswerte Würdigung eines maßgeblichen Künstlers und Lehrers der Stadt Halle.

Manfred Orlick

Erwin Hahs: „Maler und Werk Nr. 5“, Hasenverlag Halle/Saale 2015, 4,90 €, 36 S., ISBN 978-3-945377-14-7

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