Buchvorstellung: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt

28. Dezember 2014 | Rezensionen | Keine Kommentare

Dank seiner abwechslungsreichen und bewegten Geschichte gibt es in Sachsen-Anhalt zahlreiche Burgen und Schlösser. Waren sie früher meist Schauplatz großer historischer Ereignisse, sind viele von ihnen heute beliebte Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Manche der imposanten Gebäude sind allerdings noch sanierungsbedürftig und warten auf eine Nutzung.
burgenschlösser
Die Deutsche Burgenvereinigung e.V. als älteste überregionale „Bürgerinitiative“ für den Denkmalschutz in Deutschland tritt seit über hundert Jahren für den Erhalt dieser historischen Baudenkmäler ein. Zur Unterstützung dieses Anliegens gibt die Landesgruppe Sachsen-Anhalt seit 1992 die wissenschaftliche Schriftenreihe „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ heraus, um sowohl Fachpublikum als auch interessierte Laien für diese Problematik anzuregen.

Nun ist bereits Heft 23 dieser interessanten Publikationsreihe erschienen, das mit seinen 13 Beiträgen von verschiedenen Fachautoren eine gelungene Mischung an historischen und baulichen Informationen über verschiedene Burgen und Schlösser unseres Bundeslandes bringt. Da wird z.B. von Barbara Werner die Burgruine Neu-Morungen bei Sangerhausen vorgestellt, auf der der Minnesänger Heinrich von Morungen gelebt hat. Der hallesche Bauhistoriker Reinhard Schmitt ist gleich mit drei Beiträgen vertreten. So macht er mit neuen Erkenntnissen zur Baugeschichte von drei Baudenkmälern bekannt: der Eckartsburg, des Schlosses Lützen (beide im Burgenlandkreis) und der ehemaligen Schlosskapelle in Sangerhausen, die allerdings schon 1830/31 abgetragen wurde. Der Autor hat jedoch noch viel Bausubstanz aus der Zeit davor entdeckt.

Detlef Mewes beleuchtet mit seinem Beitrag „Stadtbefestigungen in Sachsen-Anhalt“ wichtige Zeugnisse der mittelalterlichen Geschichte in unserer Region. Er will damit Appetit machen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Ein Abschnitt widmet sich auch der halleschen Stadtbefestigung, von der heute nur noch wenige Mauerreste vorhanden sind. Der Restaurator Heinz A. Behrens widmet sich dagegen einem Thema, das gar nicht so weit in der Vergangenheit liegt: den geheimen Dienststellen auf dem Regenstein 1943 bis 1945, wo am Ende des Zweiten Weltkrieges hochinnovative Konstruktions- und Planungsbüros (z.B. für turbinengetriebene U-Boote) untergebracht waren. Schließlich entführt der Historiker Thomas Wozniak noch in den Nahen Osten, in die wenig bekannte Kreuzfahrerburg Mirabel, deren Baugeschichte bisher selten untersucht wurde.

Alle 13 Beiträge sind mit historischen Abbildungen und zeitgenössischen Fotos illustriert sowie mit ausführlichen Literaturhinweisen ausgestattet. Ein 45seitiger Farbbildteil am Ende ergänzt diese hochinformative Publikation, die sowohl im Buchhandel als auch auf www.deutsche-burgen.org/de/landesgruppen/sachsen-anhalt/jahreshefte/ erhältlich ist. Auf der Webseite findet man ebenfalls eine Zusammenstellung (mit Inhaltsverzeichnissen) der bisherigen Hefte, die ab Heft 20 noch erhältlich sind.

Manfred Orlick

„Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt – Heft 23“, Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Halle 2014, 15,50 €, 528 S., ISSN: 0944-4157

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