Wie braun ist Halle?

3. April 2013 | Politik | 2 Kommentare

Seit Ostermontag sorgt ein Beitrag des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ für Diskussionen, in dem Halle (Saale) als „rechtsradikale Hochburg“ bezeichnet wird.

Doch wie „braun“ ist Halle tatsächlich? Stadtweit haben 3.157 von insgesamt 101.729 wählenden Hallensern bei der vergangenen Landtagswahl im Jahr 2011 der rechtsextremen NPD ihre Stimme gegeben. Das entspricht 3,17 %.

Doch es gibt tatsächlich Wahllokale, in denen die Nationalisten die 10-Prozent-Marke überschritten haben. Vor allem im Südpark im Stadtteil Südliche Neustadt haben prozentual viele Wähler ihre Stimme gegeben. Die beiden Wahllokale in der Salzmannschule kommen auf 12,17% beziehungsweise 11,62%. Mit 9,78% folgt das Industriegebiet Nord mit dem Wahllokal in der Saaleschule. Auch in Teilen von Westlicher Neustadt und Südstadt erreicht die NPD mehr als 7 Prozent.

Resistent gegen die NPD sind offenbar die Einwohner im Paulusviertel. In vielen Wahllokalen liegen die Ergebnisse bei deutlich unter 1 Prozent. Auch in Giebichenstein und Kröllwitz und der nördlichen Innenstadt sowie am Lutherplatz hat die NPD keine Chancen.

Doch es zeigen sich auch erstaunliche Ergebnisse. Vier Wahllokale waren beispielsweise in der KGS Humboldt untergebracht. In einem davon erhielt die NPD 1,09 Prozent, in einem anderen 7,70 Prozent. Bemerkenswert auch: in Bereichen mit einem hohen NPD-Wähleranteil erreicht auch die Partei „Die Linke“ Rekordwerte, Gebiete mit niedrigem NPD-Anteil wählen auch seltener „Die Linke“.

Links Landtagswahl 2011
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