Wegen zögerlicher Genscher-Ehrung: der FDP platzt der Kragen

2. Februar 2017 | Politik | 21 Kommentare

Die FDP ist sauer. Kreisvorsitzende Kaja Raab und Landesvorsitzender Frank Sitta verfassten wegen der schleppenden Debatte um die Umbenennung eines öffentlichen Platzes in Halle nun einen bösen Brandbrief. darin fordern sie Bürger auf, vor der entscheidenden Sitzung des Stadtrates am 22 Februar vor dem Stadthaus zu protestieren:

„Es reicht! Aufruf zum Protest durch die Bürger vor der nächsten Stadtratssitzung am 22. Februar. Die Auftritte, die sich Teile des halleschen Stadtrates im Zusammenhang mit der Ehrung für Hans-Dietrich Genscher leisten, hinterlassen Fassungslosigkeit. In der Landeshauptstadt Magdeburg gelingt es, in nur  einer Sitzung und einem Antrag eine Selbstverständlichkeit, nämlich die Benennung einer öffentlichen Straße nach diesem kürzlich verstorbenen Politiker, herbeizuführen. In Halle braucht der Stadtrat eine scheiternde  Arbeitsgruppe über Monate, mehrere Rats- und Ausschusssitzungen, jede Menge öffentliches Gemetzel und am Ende kommt nichts dabei heraus, als das Zurücklassen verstörter Bobachter angesichts der Argumentationen, mit denen dabei agiert wird. Die Namensgebung einer Schule liegt nach hier geltenden Gesetzmäßigkeiten in den Händen der Gesamtkonferenz, der Stadtrat hat lediglich die Aufgabe, die Namensgebung noch einmal zu bestätigen. Das hat den berechtigten Grund, dass sich eine Schule eben nicht mit einem Namen schmückt, der gesellschaftlich eben gänzlich inakzeptabel ist. Die Schüler und Lehrerschaft des Herdergymnasiums haben sich wochenlang mit Genscher beschäftigt, es gibt einen Bezug von ihm zur Schule, es gab ein demokratisches Verfahren innerhalb der Schule, das deutlich für die Namensänderung ausging. Und was machen Teile des Rates? Verweigern ihre Zustimmung, als sollte die Schule den Namen des Hallensers Reinhard Heydrich bekommen. Ist dies das Selbstverständnis eines Vertretungsanspruchs für ihre Bürger, das die betreffenden Räte da haben?Die hallesche FDP hat sich in der bisherigen Diskussion weitestgehend zurück gehalten, um keine unnötigen Hürden aufzubauen, wenn jemand die unstrittigen persönlichen Leistungen Genschers mit seiner Parteizugehörigkeit verbinden sollte. Aber jetzt reicht es! Der Kreisvorsitzende der halleschen Liberalen Frank Sitta sagt dazu: „Die Diskussionen im Kulturausschuss sind der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wo ist hier die Verhältnismäßigkeit, die gerade von den Verweigerern eingefordert wird?“ Die Liberalen werden sich mit den Organisationen, die sich bisher für eine Würdigung dieses halleschen Ehrenbürgers eingesetzt haben, zusammenschließen und im Vorfeld der entscheidenden Stadtratssitzung am 22. Februar vor dem Stadthaus eines Aktion dazu durchführen. „Ich rufe alle Hallenserinnen und Hallenser auf, um 13:30 Uhr dazu zu kommen und ihren gewählten Vertretern zu zeigen, in welcher Form sie sich eine Ehrung von Hans-Dietrich-Genscher wünschen“, so Sitta. Katja Raab, die für die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung im Geburtshaus von Hans-Dietrich Genscher arbeitet, zieht Parallelen zur halleschen Geschichte. „Die Uneinigkeit des halleschen Rates hat die Stadt schon immer mehr behindert als nach vorne gebracht.“ 1478 wurde eben diese Uneinigkeit des Rates vom Magdeburger Erzbischof genutzt und er ließ seine Truppen in Halle einmarschieren. Die Stadt verlor daraufhin sämtliche Freiheitsrechte und das Messerecht nach Leipzig, die daraufhin und bis heute erblühte. „Man sollte doch eigentlich meinen, dass wir daraus gelernt haben. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Ich lade Herrn Feigl und Herrn Bartsch zur Lektüre der Kondolenzbücher ein, in die sich die Menschen nach Genschers Tod eingetragen „haben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Menschen außerhalb des Universums Stadtrat die Verdienste Hans-Dietrich Genschers sehen“, so Raab.“

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Dieses Thema enthält 21 Antworten und 13 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  teu vor 1 Jahr, 2 Monate.

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  • #281621

    Die FDP ist sauer. Kreisvorsitzende Kaja Raab und Landesvorsitzender Frank Sitta verfassten wegen der schleppenden Debatte um die Umbenennung eines öf
    [Der komplette Artikel: Wegen zögerlicher Genscher-Ehrung: der FDP platzt der Kragen]

    #281622

    Das ist ja an Komik kaum noch zu überbieten, welche Geschütze hier wegen solcher Nebensächlichkeiten aufgefahren werden. Interessant auch das Selbstverständnis dieser Berufspolitiker, die eine Demo zu Zeiten ansetzen wo der normale Mensch seiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

    #281623

    Aus diesem Auruf spricht die abgewählte Westerwelle/Piper -FDP, die merken einfach nicht, dass dieses großkotzige Gehabe nicht gewollt ist, also sollen sie bleiben wo sie sind.

    #281624

    Das hat die Stadt nun davon. Woher soll bei Feigel, Bartsch & Co. auch das Wissen um das Erbe von HDG kommen.

    Hier wird die Außenwirkung der Stadt nachhaltig und irreparabel geschädigt.

    „Die duemmsten Kaelber suchen sich Ihren Schlachter selbst.“, armes Halle.

    #281625

    Vielleicht kommt es wie 1478 und „Truppen“ marschieren in Halle ein und Halle verliert das Stadtrecht.

    #281626

    Die MZ hat übertrieben, das ist nun die Quittung.

    #281627

    Zitat: jede Menge öffentliches Gemetzel
    Schrecklich! Habe ich was verpaßt? Hat jemand überlebt? Oder hat Hr. Sitta nur einen schlechten Film gesehen?

    salzig ist das Meer, salzig ist der Fluss, salzig sind die Tränen, Salz ist in der Luft

    #281628

    Hat die FDP keine anderen Probleme als eine „Genscher-Schule“? Anderswo wird die Demokratie abgeschafft, die Spaltung der Gesellschaft wächst, auch in Bezug auf arm und reich, und die „lingua tertii imperii“ feiert fröhlich Urständ, aber die FDP hat als Hauptthema die Ehrung eines verstorbenen Politikers.

    #281629

    Es wird zeit, daß diesmal die sächsischen Truppen in Halle einmarschieren. …

    Einer „Partei der Besserverdienenden“ platzt der Kragen? Dann sollten die sich mal andere, passendere Klamotten leisten. Oder reicht es dazu schon nicht mehr?

    #281639

    Wer berät eigentlich die FDP in Pressesachen? Hoffentlich kein Praktikant aus dem Hause Neeven-Dumont.

    #281643

    Was haben denn die Schüler mit ihren Studien über HDG herausgefunden oder sich erarbeitet. Wurde über das Jahr 1978 Argentinien gesprochen oder wurde über die Verantwortlichen der hiesigen Bildungspolitik gesprochen. Ich sehe noch heute die über Jahre immer gleichen Werbe -aufhänger für die HDG Partei. Wer ist denn über viele Jahre hinweg verantwortlich für die Bildung in Halle und Sachsen-Anhalt gewesen. Lange Zeit war Bildung ein Hauptthema der FDP. Durch Unterstützung von HDG hat doch Frau Piper alles für die hiesige Bildungspolitik gegeben. Wählt FDP, für uns ist Bildung eine Herzenssache. Wenn ich an die Jahre nach der Wende denke wo unsere Kinder täglich Stundenausfall hatten wird mir immer noch übel. Und in unserer Bildungspolitik ist ja nun vieles, sehr vieles Schiefgelaufen. Wenn eine Ehrung von HDG dann eine kleine Straße, nur keine Bildungseinrichtung. Und was ist das für eine Partei welche den Massenmörder Heydrich ins Spiel bring um ihre Ziele in der Bevölkerung durchzusetzen. Die Nennung von Heydrich verbietet sich von selbst.

    #281645

    Könnte die FDP nicht eine Straßenbahn mieten und schwarz geld bekleben, am besten mit Mövenpickwerbung!

    #281646

    Ein gelber Pollunder mit Kragen, sicher die neue Sitta- Modelinie!
    Zum Piepern! 😉

    #281648

    „Die hallesche FDP hat sich in der bisherigen Diskussion weitestgehend zurück gehalten…“ – HÄ? Einfach mal „Frank Sitta Genscher“ googeln, wenn das Zurückhaltung sein soll!?

    Die MZ geißelte die Leser monatelang mit Meinungsmache. Jeder liberale Troll durfte HDG seitenweise huldigen.

    Allein schon wegen diesem lächerlichen Aufruf hätte man abwarten sollen, das hätte sicher tolle Bilder gegeben..inkl. Leitartikel beim Volontärs- und Praktikantenblatt MZ (mit den üblichen Rechtschreibfehlern natürlich).

    Eine Stimme der Vernunft wie der Schulleiter, der darauf verweist, dass HDG selbst sich immer gegen derartige Ehrung aussprach, muß im schrillen Gekeife der liberalen Restbestände ja untergehen.

    HDG wird noch viele thematischen Lücken bei der FDP füllen müssen, daher proaktiv schonmal Vorschläge:

    – Weihnachtsmarkttassen zukünftig in gelb mit Ohrenhenkel
    – Händeldenkmal die Perücke abfeilen und Pollunder drüber, passt…
    – täglich 18 UHr statt Glockenläuten wird im O-Ton „Wir sind gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“ abgespielt. Alle Marktgänger sind verpflichtet, den Satz durch lauten Jubel am Ende zu übertönen.
    – im DG von Galeria wird ein HDG-Museum eingerichtet, Rest vom Kaufhof wird Fan-Shop oder Yellow-Store
    – Balkon der Prager Botschaft wird gekauft und ans Stadthaus geschraubt
    – Umbennenung der Elefantenkinder des halleschen ZOOs in „Hansi“ und „Didi“

    Liebe Admins, wie ändert man hier eigentlich die Schriftfarbe im Textfeld? Bräuchte Blau und Gelb, zur Not reicht auch Lila…

    #281661

    Bei „Sags und einfach“ macht jemand diesen Vorschlag:
    “ Guten Tag,
    wenn das Herdergymnasium Herdergymnasium bleiben soll, dann könnte das Neue städtische Gymnasium Hans Dietrich Genscher heißen. Es ist sogar im Zentrum und Gäste der Stadt würden es auch noch lesen.“

    #281663

    Und irgendwann benennen wir auch noch die ganze Stadt um. Genschograd.

    #281685

    Gorod Genschograd stoit na Saale!

    #281686

    Ich sehe schon, wolli muß wieder mal einen Langohr organisieren!

    Oder, ein Porträt wird auf die Fahne gemalt, oder die Fahne bekommt Ohren angeklebt!

    #281687

    Zitat: Allein schon wegen diesem lächerlichen Aufruf hätte man abwarten sollen, das hätte sicher tolle Bilder gegeben..inkl. Leitartikel beim Volontärs- und Praktikantenblatt MZ (mit den üblichen Rechtschreibfehlern natürlich).“

    Die machen ihn dann zum Postminister, so gründlich, wie die recherchieren!
    Gab es früher wirklich!

    #281700

    Anonym

    Gorod Genschograd stoit na Saale!

    … na Reide!

    #281704

    Gans-Ditrich Reidowitsch

    #281706

    teu

    Frank Sitta möchte gern erwähnt werden.
    Das hat Gründe.
    Google hilft.

    Ansonsten:
    Genschman ist aktiv.
    Das muss reichen.

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