Stadtrat beschließt: Wildtierverbot in Zirkussen in Halle prüfen

25. Februar 2015 | Politik | Ein Kommentar

Zirkusse, die künftig in Halle (Saale) Station machen, sollen keine Wildtiere mehr mitführen dürfen. Diese Möglichkeit soll die Stadtverwaltung jetzt prüfen, hat der Stadtrat am Mittwoch mehrheitlich auf Antrag der Grünen beschlossen.
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Ähnliche Anträge hatte es bereits in vergangenen Jahren gegeben, eine Mehrheit gab damals jedoch nicht. Nun soll die Verwaltung prüfen, „Genehmigungen für Gastspiele von Zirkussen, die Wildtiere mitführen, auf gewidmeten und sonstigen städtischen Flächen versagen zu können“, heißt es im Antrag. „Die Tiere leiden stark“, sagte Stadträtin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt.

Eine artgerechte Wildtierhaltung sei laut Bundestierärztekammer aufgrund häufiger Standortwechsel, zu kleiner Gehege und weiterer durch den Zirkusbetrieb und die städtische Umgebung bedingter Stressfaktoren nicht möglich ist, erklärt die Fraktionsvorsitzende Inés Brock. Betroffen seien insbesondere Tierarten, die unter den wechselnden Standortbedingungen eines Wanderzirkusses enormen Belastungen ausgesetzt und nicht angemessen gehalten werden können, wie Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Flusspferde, Tümmler, Delfine, Greifvögel, Flamingos, Pinguine, Nashörner und Wölfe. “Leider ist eine einheitliche bundesweite Regelung über das Bundestierschutzgesetz bisher nicht erfolgt, so dass Kommunen gezwungen sind, rechtliche Spielräume für eigene Lösungen zu suchen.” Andere Städte wie Köln, Schwerin, Potsdam oder Erding hätten das Wildtierverbot auf städtischen Flächen schon umgesetzt.

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