SPD fordert schnellen A143-Weiterbau und abgestimmte Schulplanung

3. März 2014 | Politik | 2 Kommentare

Noch gehen Halle und der Saalekreis bei der Schulplanung getrennte Wege. Das zeigte sich erst kürzlich, als die hallesche Stadtverwaltung keine Saalekreis-Schüler mehr in der Stadt haben wollte, weil ihrer Meinung nach der Kreis nur einen Bruchteil der Kosten erstattet. Die Folge. Schüler aus benachbarten Saalekreis-Dörfer müssten kilometerweit zur nächsten Schule fahren.

Klassenraum SchuleSPD
Die Fraktionen der SPD im Kreistag des Saalekreises und des Stadtrates von Halle haben am Montag gemeinsam in Teutschenthal getagt. Dabei ging es unter anderem um die Schulentwicklungsplanungen.
Beide Fraktionen sind sich einig darin, für die Ende 2014 anstehende Fortschreibung der Schulentwickungsplanung in beiden Gebietskörperschaften ein abgestimmtes Verfahren anzustreben. Dazu regen beide Fraktionen eine gemeinsame Sitzung der Bildungsausschüsse des halleschen Stadtrates und des Kreistages des Saalekreises an. Beide Fraktionen werden sich hierbei dafür stark machen, dass die Interessen der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen. So besteht Einigkeit darüber, dass die Kinder und Jugendlichen aus dem Saalekreis, die das Christian-Wolff-Gymnasium und die Gesamtschule „Wilhelm von Humboldt“ in Halle besuchen oder zukünftig besuchen wollen, dort auch weiterhin beschult werden können. „Die Kreisgrenze“, so die Vorsitzendes des Jugendhilfeausschusses im Kreistag des Saalekreises, Verena Späthe, „darf für diese Schülerinnen und Schüler nicht zum unüberwindlichen Hindernis werden.“ Die Frage der Gastschulbeiträge darf nicht als Begründung dafür herhalten, die relativ geringe Anzahl betroffener Schülerinnen und Schüler am Schulbesuch über die Kreisgrenzen hinweg zu hindern. Beide Fraktionen sehen unabhängig davon, dass bei der Gastschulbeitragsverdnung des Landes Anpassungsbedarf besteht. Auch zur Beschulung von Förderschülern aus dem Saalekreis in Halle haben beide Fraktionen eine gemeinsame Position. „Wir wollen keine Veränderungen am Förderschulnetz in beiden Gebietskörperschaften, solange das Land nicht geklärt hat, wie es mit der Inklusion von Förderschülern weitergehen soll, und mit einer Verordnung den Kommunen und den Lehrern das nötige Handwerkszeug gibt. Die Schüler brauchen ein stabiles Umfeld und engagierte Kollegien der Schulen sowie eine klare Perspektive.“, sagte Günter Sachse, Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Saalekreis.

In Bezug auf die Volkshochschulen Halles und des Saalekreises, die bereits kooperieren, vereinbarten die beiden Fraktionen in den Stadtrat und in den Kreistag Anträge einzubringen, die die beiden Verwaltungen damit beauftragen, das gemeinsame Kursprogramm auch auf einer gemeinsamen Internetseite anzubieten. „Aufgaben, Angebote und Hörerschaft beider Einrichtungen überschneiden sich schon jetzt in hohem Maße.“, so Johannes Krause, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion Halle, „Wir wollen, dass die beiden Einrichtungen Angebote und Anmeldemöglichkeit zusammenführen. Den Menschen in der Region ist es egal, ob sie den Kurs ihrer Wahl bei der Volkshochschule Halle oder der Volkshochschule Saalekreis besuchen.“

Beide Fraktionen verständigten sich darauf, den Appell an Land und Bund zu erneuern, die A 143 zügig fertigzustellen. Halle und der Saalekreis brauchen diesen Lückenschluss gleichermaßen. Wir wollen nicht noch einmal 20 Jahre darauf warten. Von der insgesamt rund 22 Kilometer langen Trasse der A143 sind bereits neun Kilometer zwischen dem Autobahndreieck Halle Süd (A38) und der Anschlussstelle Halle-Neustadt (B80) unter Verkehr. Der Bau der knapp 13 Kilometer langen Strecke soll etwa drei Jahre dauern. Derzeit sind Baukosten von 240 Millionen Euro im Gespräch. Mit dem Bau der Westumfahrung sollen nach Hoffnung der Landesregierung die bestehenden Verkehrsachsen A38 und A14 miteinander vernetzt und der Verkehr im Ballungsraum Halle/Leipzig besser verteilt werden.

Print Friendly, PDF & Email
2 Kommentare

Kommentar schreiben