Sebastian Kranich führt Grüne in den Bundestagswahlkampf

13. Februar 2013 | Politik | Keine Kommentare

Vor vier Wochen wurde er neuer Stadtvorsitzender der Grünen. Nun wird Sebastian Kranich den Stadtverband auch in den Bundestagswahlkampf führen. Auf der Mitgliederversammlung am Mittwochabend erhielt aller 29 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder.

Sein Konkurrenzfeld ist dabei mit bundespolitisch erfahrenen Kandidaten der anderen Parteien nicht einfach. So schickt die CDU den früheren Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, langjährigen Bundestagsabgeordneten und Staatssekretär im Bundesinnenministerium Christoph Bergner ins Rennen. Für die FDP tritt Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, an. Die SPD hat Karamba Diaby aufgestellt.

Er wolle einen Wahlkampf mit Kopf und Herz führen, sagte Kranich, und Paroli gegen die B-Prominenz aus CDU und FDP bieten. „Jede Stimme für uns in wichtig, damit es in Berlin nicht nur zu einem Regierungswechsel sondern einem wirklichen Politikwechsel kommt.“

Die Wahl in Niedersachen habe gezeigt wie knapp es am 22. September werden könne. Doch eine Ablösung der Bundesregierung sei nötig. Seit 2005 habe die große Koalition für einen Stillstand gesorgt, seit 2009 herrsche schwarz-gelber Rückschritt. Angefangen habe die Bundesregierung mit der Mövenpicksteuer und ende mit dem Betreuungsgeld. „Mehr wird nicht bleiben. Beispielhaft nannte Kranich Merkels Kampf für die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke und ihre plötzliche Kehrtwende nach Fukushima. „Merkel wurde getrieben von uns und der Bevölkerung.“

Kritik übte Kranich an einer immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich. „Wir brauchen dringend vernünftige Mindestlöhne“, so Kranich, „Wohlhabende müssen stärker in Verantwortung genommen werden. Die Welt sei durch einen Wachstumsfetischismus bedroht. Die Grünen würden dagegen auf einen ökologischen Umbau von Industrie und Landwirtschaft setzen.

Kranich ist 43 Jahre alt, verheiratet und evangelischer Theologe. 1990 gehörte er zum Gründungsgremium der Grünen in Weimar. Seit 1999 lebt der Vater zweier Kinder in Halle.

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