UPDATE: Schwarz gekleidete Gruppe zog Parolen rufend durch das Paulusviertel

20. Januar 2013 | Politik | 1 Kommentar

Besorgte Anrufe gingen am Sonntagabend bei der Polizei in Halle (Saale) ein. Durch das Paulusviertel zog am frühen Abend eine Gruppe von 20 bis 25 dunkel gekleideten Personen. „Auch Pyrotechnik wurde abgebrannt“, hieß es von der Polizei. Skandiert wurden Sprüche wie “Nie wieder Deutschland” und “Antifaschismus ist kein Verbrechen”. Daneben wurden Plakate mitgeführt. Als die Polizei eintraf, war die Gruppe bereits verschwunden. Anwohner berichteten, dass das Codewort „Banane“ gerufen wurde und die Teilnehmer sich in alle Richtungen verstreuten. Anrufe kamen unter anderem vom Reileck, der Ludwig-Wucherer-Straße und der Martha-Brautzsch-Straße.

Inzwischen hat sich die Antifa zu der Demonstration bekannt. Gerufen habe man Sprüche wie „Tim sitzt im Knast – gemeint sind wir Alle“, „Antifaschismus ist nicht schlimm – Solidarität mit Tim“ und „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ gerufen. Auf den Transparenten hätten Sprüche wie „Antifa gleich Ungehorsam“ und „Freiheit für Tim“ gestanden. Grund sei die Verurteilung von Tim H. in Dresden. Dieser soll bei den Protesten gegen den Naziaufmarsch in Dresden zum Durchbrechen von Polizeiketten aufgerufen haben und wurde deshalb zu 22 Monaten Haft verurteilt. Dabei, so die Antifa gegenüber HalleSpektrum.de, sei auf dem vorgelegten „Videobeweis“ nur eine verpixelte Person zu erkennen ist. Der urteilende Richter hätte seinen Schuldspruch rein politisch begründet. Dresden habe Ausschreitungen im Februar „satt“ und damit müsse endlich „Schluss sein“.

„In diesem Urteilsspruch wird deutlich worum es in Sachsen wirklich geht: Die Kriminalisierung von Antifaschismus“, so ein Antifa-Vertreter. „Während Neonazis jeden Tag Menschen brutal zusammenschlagen und meist nur Bewährungsstrafen für wenige Monate bekommen, soll an Tim ein Exempel statuiert werden. Allen, die in Dresden mittels zivilem Ungehorsam gegen Neonazis demonstriert und deren jährliches Großevent zum Scheitern gebracht haben, soll Angst gemacht werden. Wir bleiben aber dabei: Antifaschismus ist nicht kriminell sondern eine Notwendigkeit.“

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