Raddemo: Halles Studenten strampeln gegen Kürzungen nach Leipzig

24. Juni 2014 | Politik | Keine Kommentare

Am Mittwoch wollen Halles Studenten mit einer Fahrraddemo gegen die Kürzungen in der Bildungspolitik protestieren. Am Vormittag rollt die Demoüber Schkeuditz bis ins benachbarte Leipzig.
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Denn auch dort drohen Kürzungen an der Hochschulen. Deshalb findet in der Messestadt eine mitteldeutsche Großdemo statt. Und Hallenser wollen die Leipziger bei ihren Protesten gegen eine “Zerstörung der Bildungslandschaft und die ruinöse Kürzungspolitik” unterstützen.

„Wir streiten für Vielfalt und Auswahl in der Bildungs- und Kulturlandschaft statt grauer Monotonie, für: ausfinanzierte Universitäten, Schulen und Kulturstätten, mit guten Arbeits- und Studienbedingungen“, heißt es im Aufurf. “Es steht nichts Geringeres als unser aller Zukunft auf dem Spiel. Lasst uns gemeinsam und solidarisch für eine WENDE IN DER BILDUNGSPOLITIK demonstrieren!”

Insbesondere die Landesregierung in Sachsen-Anhalt habe den Hochschulen exorbitante Kürzungsvorgaben bis 2020 verordnet und die sächsische Staatsregierung fordere den Abbau von als 1.000 Stellen mit der Folge, dass Institute und Fakultäten schließen müssen, beklagt die Gewerkschaft ver.di. Dies gefährde die Entwicklung von Forschung und Lehre und schwäche die Hochschulstandorte nachhaltig. „Dabei bleibt völlig außer Betracht, dass die Hochschulen wichtige Wirtschaftsfaktoren sind und der Abwanderung junger Familien entgegen wirken“, so Anne Voß, Landesbezirksfachbereichsleiterin für Bildung, Wissenschaft und Forschung in ver.di. „Darüber hinaus verlieren die Länder gut ausgebildetes wissenschaftliches Personal, weil es den Ländern nicht gelingt, Karrierechancen und Zukunftsperspektiven jenseits der Professur zu schaffen“, so Voß weiter.

Die Hochschulen erfreuen sich Jahr für Jahr steigender Studierendenzahlen, führt ver.di an. Dieser Entwicklung könnte ein jähes Ende gesetzt werden, wenn die Grundbudgets der Hochschulen nicht steigen sondern im Gegenteil weiter gekürzt werden. „Die Länder sollen die vom Bund freigegebenen Mittel aus dem BAföG einsetzen, um die Hochschulen und die Studentenwerke auszufinanzieren und Studieren in Sachsen und Sachsen-Anhalt attraktiv zu machen“, fordert Voß. „Alles andere wäre völlig unverständlich und ökonomischer Unsinn, da die Hochschulregionen die negativen wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Studienplatzabbaus sehr schnell spüren würden“, so Voß abschließend.

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