Rechtspopulistische Veranstaltung hatte nur Gegner als Gäste

14. September 2013 | Politik | 3 Kommentare

Die vom Verfassungsschutz beobachtete Partei „Pro Deutschland“ machte am Samstagnachmittag auf ihrer Deutschlandtour Station in Halle. Ziel war in der Saalestadt das linksalternative Wohnprojekt in der Ludwigstraße, allgemein auch als das „VL“ bekannt. Motto der Tour ist „Zuwanderung stoppen – Islamisierung verhindern“.
Während des Wartens auf den Kleinbus von „Pro Deutschland“, der zuvor Station in Magdeburg gemacht hatte, entspann sich ein geradezu ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den Sicherheitskräften der Polizei und den Gegendemonstranten. Mit reichlich Verspätung nahmen dann Polizei und etwa 80 Gegendemonstranten die sechs Aktivisten von „Pro Deutschland“ in Empfang, die dann eine eher einsame Präsentation lieferten und mit der Preisverleihung einer Tütensuppe an den leitenden Beamten des Polizeieinsatzes einen Höhepunkt liefern wollten.

Oliver Wesemann

Oliver Wesemann von „Pro Köln“, Ex-Pressesprecher der Kölner Piraten.

Mit im Gepäck hatten sie auch den Ex-Pressesprecher der Kölner Piratenpartei, Oliver Wesemann, der jetzt „sachkundiger Bürger“ für die ebenfalls ultrarechte Gruppierung „Pro Köln“ im Kölner Stadtrat ist. Und so hagelte in seiner und denen der anderen zwei Redner ausländerfeindliche Parolen. Ziel waren die Mitbürger mit islamischen Hintergrund, von denen Gefahr für die Deutsche Gesellschaft ausgehe. Dabei sparte man nicht mit Zitaten aus dem Koran oder gar dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Selbst Nine-Eleven musste für die Gefährdung der „Deutschen Heimat“ herhalten. Geschickt nahmen man dann auch noch die Juden mit ins Boot, die man schließlich – neben den Christen – auch vor den Salafisten schützen müsse.
Trotz Lautsprechern kam nicht viel bei den Umstehenden an, allenfalls Wortfetzen. Denn die Gegendemonstranten spielten über Megaphon eigene Musik ab und schlugen gegen Töpfe. Für Auflockerung sorgte ein Clowns-Duo, welches von einem Kinderfest aus der Nachbarschaft herbei geeilt war.

Den nächsten traurigen Höhepunkt rechtspopulistischer Veranstaltungen in Halle gibt es bereits am Dienstag. Dann kommt die NPD – ebenfalls auf Deutschlandtour – am Mittag auf den Marktplatz von Halle.

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