Planetarium: laut Wiegand keine Schließung vorgesehen

14. Januar 2013 | Politik | 2 Kommentare

„Niemand denkt daran, dass Planetarium zu schließen“ – mit diesen Worten hat Halles Oberbürgermeister Sorgen zurückgewiesen, wonach die Einrichtung auf der Peißnitz vor dem Aus steht. Entsprechende Andeutungen hatte Bildungsdezernent Tobias Kogge im Bildungsausschuss gemacht, weil Oberbürgermeister Bernd Wiegand den angemeldeten Mehrbedarf nicht genehmigt hatte.

„Für das Planetarium war ein Mehrbedarf von 20.000 Euro gegenüber letztem Jahr angemeldet“, so Wiegand. Allerdings habe nicht ausreichend dargelegt werden können, wofür die Gelder gebraucht werden. Geprüft werden solle zunächst, ob der nötige Mehrbedarf nicht durch andere Maßnahmen wie zum Beispiel mehr Zuschauer gedeckelt werden kann.

Auch bei Stadträten regt sich Kritik. „Das Planetarium in Halle muss erhalten bleiben“, stellt Linken-Stadtrat Hendrik Lange klar. „Es spielt eine wichtige Rolle für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Halle. So wird diese Bildungseinrichtung oft von Schulklassen besucht.“ In der Einrichtung könne naturwissenschaftliche Ausbildung interessant vermittelt und das Interesse an den Phänomenen des Universums auf niedrigschwellige Weise geweckt werden. Lange verweist dabei auch darauf, dass bei Sachsen-Anhalts Schülern in den sogenannten MINT-Fächern immer wieder Nachholbedarfe diagnostiziert werden. „Und nicht zuletzt besuchen auch viele erwachsene Hallenserinnen und Hallenser die vielfältigen Veranstaltungen im Planetarium.“ Lange nennt das Planetarium einen „Glücksfall für die hallesche Bildungslandschaft“, die nicht wegen fehlender 20.000 Euro geschlossen werden dürfe. „Meine Fraktion wird daher einen Antrag auf Wiedereinstellung der Mittel in den Haushaltsplan stellen.“

Lange fordert aber auch ein, dass die Stadt auch mehr für das Planetarium tun muss. Etliche Probleme wie veraltete Technik und Einrichtung sowie ein Standort im Hochwassergebiet stehen als Nächstes auf der Agenda. Hier müssten Stadtrat und Stadtverwaltung eine Lösung finden. „Das Planetarium braucht eine Perspektive. So ist die Vorstellung des Dezernats, es in das Saline-Ensemble einzufügen und eine neue Projektionstechnik mit dem MMZ für Rundprojektionen zu nutzen, eine interessante Idee, die allerdings finanziert werden muss. Wir stehen einer Diskussion auf jeden Fall aufgeschlossen gegenüber.“

Weiterführender Artikel:
Planetarium vor dem Aus

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