„Offenes Antifaforum“ besetzt zwei Häuser

25. Juni 2016 | Politik | 44 Kommentare

Am heutigen Samstag wurden zwei Gebäude in Halles Innenstadt besetzt. Es handelt sich zum einen um das leerstehendes ehemalige Arbeitsamt in der Maxim-Gorki-Straße, und zum anderen um ein gründerzeitliches, ehemaliges Wohnhaus in der Schwetschkestrasse. Die Besetzer, die sich „offenes Antifa-Forum“ nennen, meldeten sich mit drei Hauptforderungen:
Erstens solle Flüchtlingen wie allen anderen Menschen freie Wohnungswahl ermöglicht werden.
Zweitens müssten Nazis bekämpft werden – immer und überall.
Dazu, so in der Mitteilung des „offenen Antifa-Forums“, gelte es „jedoch vor allem, sich über die gesellschaftlichen Vorbedingungen für Nazis und unmenschliche Sachbearbeiter bewusst zu werden“
woraus, so die Aktivisten, sich „folgerichtig“ ihre dritte Forderung ergebe:
„Nieder mit Staat und Kapital! Für die staaten- und klassenlose Weltgesellschaft!“

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  • Dieses Thema hat 44 Antworten und 20 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Jahre, 9 Monaten von Anonym.
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  • #254946

    Am heutigen Samstag wurden zwei Gebäude in Halles Innenstadt besetzt. Es handelt sich zum einen um das leerstehendes ehemalige Arbeitsamt in der Maxim
    [Der komplette Artikel: „Offenes Antifaforum“ besetzt zwei Häuser]

    #254947

    Ja, warum nicht? Warum haben die nicht Häuser auf Sylt besetzt? 🙂 Wenn die Flüchtlinge die Miete bezahlen können…

    #254948

    Kein Mensch ist illegal !
    Bleiberecht für alle !
    Ho-Ho-Ho Chi Minh

    #254949

    Ich hoffe man geht jetzt endlich Konsequent gegen diese Leute vor. Wir brauchen hier in Halle kein zweites Connewitz.

    #254950

    Das Ex-Arbeitsamt wird verkauft. Da können die das doch kaufen.

    #254951

    Grundsätzlich sind Hausbesetzungen ein politisches Gestaltungsmittel. Auch hier soll auf einen Mißstand aufmerksam gemacht werden. Dass sie als strafbar erachtet werden, liegt am gegenwärtigen politischen System, welches den mittelbaren und unmittelbaren Interessen des Kapitals mehr Rechte einräumt als dem Bürger. Das geht so oder so auf Dauer nicht gut. Der alte Marx hatte schon so oft richtig gelegen.

    #254952

    Offenbar reichen den Antifas die politischen Gestaltungsmöglichkeiten in der Reil78 nicht.

    #254953

    Anonym

    Diebstahl und Mord sid auch politische Gestaltungsmöglichkeiten. Dass diese derzeit strafbar sind, liegt nur daran, dass die herrschenden Verhältnisse der körperlichen Unversehrtheit mehr Rechte einräumen als der Weiterentwicklung des Gesellschaftssystems.

    Für die Überwindung aller Reglements, hin zur klassenlosen Anarchie, wo der mit dem größten Knüppel immer gewinnt!

    gez. Der Knüppelhersteller

    #254954

    Anonym

    Um es nochmal klarzustellen: mit der Akzeptanz der Besetzung der Hafenstr. Hat man die Büchse der Pandora geöffnet.
    Denn, so die Lehre, führen Hausbesetzungen zum Ziel und werden akzeptiert.

    Selbst schuld.
    Ich empfehle allen, sich mal mit der broken-window-theory auseinanderzusetzen. Scheint doch einiges zu stimmen

    #254955

    SFK, wie wäre dein Statement ausgefallen wenn die Brigade ein Haus in Neustadt oder das Maritim besetzt hätte?

    #254966

    mit der Akzeptanz der Besetzung der Hafenstr. Hat man die Büchse der Pandora geöffnet

    So eine „Besetzung“ gab es doch vor der Hafenstraße auch schon (ehem. Regierungspräsidium wenn ich mich recht erinnere).
    Ist vom Charakter her auch was anderes als die Hafenstraße. Die wollen das Haus wirklich nutzen, während bei der Aktion im Paulusviertel eher die Radikaltheoretiker unterwegs waren, scheint mir. Laut Polizei wurden nur Plakate angebracht und das wars.
    Und wenn ich mir die Erklärung durchlese (was viel Geduld und guten Willen braucht), scheint mir auch nicht viel Stringenz dahinter. Da wird sich um Viertel wie die Silberhöhe und die ländlichen Regionen gesorgt, genau die Orte, denen diese Radikalinskis sonst gern mit Sprüchen wie „Schnauze in der Platte“ oder „Drecksnest“ engegentreten.
    Kann man abhaken.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 9 Monaten von rincewind.
    #254973

    @ nix idee : SFK, wie wäre dein Statement ausgefallen wenn die Brigade ein Haus in Neustadt oder das Maritim besetzt hätte?

    Bei unmenschliche Sachbearbeitern fällt mir sofort das Keine- Jobs- Center in Neustadt ein, Du hast gute Ideen. 😉

    #254974

    Und Eiskunstläufer, in der Eissporthalle gibt es eh keine Fenster mehr!
    Da braucht es keine Theorie, das ist die Praxis!

    #254976

    Anonym

    redhall, deine neigung, bei fehlenden Argumenten persönliche Beleidigungen anzubringen, ist bekannt. Auch wenn dieser Versuch zugegeben sehr kläglich war.

    rincewind, das alte RP wurde aber nicht dauerhaft besetzt. und schon gar nicht wurde dies geduldet und hinterher legalisiert.

    #254977

    Es gab schon vor der Hafenstraße in Halle besetzte Häuser.

    Wer kennt nicht „Trabbi in Hoftor“ GIG und dessen Pendant auf der politischen Gegenseite in der Kammstraße einst, die ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sind.

    Die Hamburger haben da auch so ganz spezielle Erfahrungen damit und nach vielen Jahren dem Spuk mit massivem Einsatz von Polizeikräften ein Ende bereitet.

    Was man nicht alles unter dem Namen ANTIFA veranstalten kann….

    Nach meinem Dafürhalten ist ANTIFA doch eigentlich das Synnonym für ANTIFASCHISMUS….Davon ist sie weit entfernt.

    #254983

    rincewind, das alte RP wurde aber nicht dauerhaft besetzt.

    ja, sag ich doch
    genau so ists diesmal
    Plakate aufgehängt, ellenlange Erklärung verbreitet, wieder raus und fertich

    #254989

    Und nicht mal Mühe gegeben, die Aktion halbwegs nachvollziehbar zu erläutern.
    Wohlgemerkt, ich kann mich durchaus mit den vorgeblichen Zielen identifizieren. Eine weltweit klassenlose Gesellschaft finde ich auch eine gute Utopie, und dem Kapitalismus an sich stehe ich auch kritisch gegenüber. Ob die kindischen Aktionen hier die Grundfesten des Systems aus den Angeln heben, darf aber ebenso bezweifelt werden wie die Idee, dass sich die Gesellschaft aus diesem Anlaß mit den Anliegen der Besetzer auseinander setzt, jedenfalls kaum ernsthafter, als sie es selber tun. Eher im Gegenteil, wie man ja hier sieht.

    #255000

    @gei-wu
    @knetterwilli

    Da ist sehr viel Wahrheit dran…

    #255009

    Naja.
    Vielleicht lieber ne kindische Aktion als kuschelig aufm Sofa sitzen und hoffen, dass alles gut ist. Ein Land sitzt es aus.

    #255011

    „Eine weltweit klassenlose Gesellschaft finde ich auch eine gute Utopie, und dem Kapitalismus an sich stehe ich auch kritisch gegenüber“

    Alle, die das praktisch umsetzen wollten, haben nur Armut und Leichen produziert.

    #255024

    Eine gute, wirklichkeitsferne Idee (Utopie) ist es dennoch, finde ich. Und die bestehende Wirtschafts- (und Gesellschafts-)Ordnung wird sich hoffentlich besser/anders weiterentwickeln.

    Eine Erläuterung der hier diskutierten Aktion findet man schon in der veröffentlichten „Erklärung“ der Antifa-Gruppe – wenn auch schwer zu lesen und daher wirklich schwierig nachzuvollziehen. Aus der Hausbesetzer-Tradition heraus ein vielschichtiges Publikums erreichen zu können, bräuchte vermutlich weniger traditionelle Ansätze.
    Aber wenn das, was sie zu sagen haben, verständlicher, vernünftiger und publikumsfreundlicher vorgebracht werden würde, könnte es schon Anlass für Diskussionen geben. Oder?

    #255026

    Anonym

    So ist es @Gondwana!

    #255028

    Es wird immer junge Leute und ältere Sozialromantiker geben, die das Paradies auf Erden schaffen wollen, aber Realisten wie ich sind sich sicher, dass das vergeblich sein wird und diese Versuche möglichst zu verhindern sind.

    #255055

    Anonym

    “Eine weltweit klassenlose Gesellschaft finde ich auch eine gute Utopie, und dem Kapitalismus an sich stehe ich auch kritisch gegenüber”

    Alle, die das praktisch umsetzen wollten, haben nur Armut und Leichen produziert.

    Lieber Wolli, genau diese Kämpfe haben den Kapitalismus überhaupt erst erträglich gemacht. Ohne Novemberrevolution z.B. kein Ende des Weltkrieges und kein Achtstundentag.

    Ansonsten schließe ich mich den Vorrednern an, eine interessante Aktion, doch das ideologische Chaos in den Köpfen so mancher findet man auch in dieser reichlich schwierigen Erklärung wieder.

    #255056

    Anonym

    Es wird immer junge Leute und ältere Sozialromantiker geben, die das Paradies auf Erden schaffen wollen, aber Realisten wie ich sind sich sicher, dass das vergeblich sein wird und diese Versuche möglichst zu verhindern sind.

    Entschuldige Wolli, aber das ist mir zu platt und inhaltsleer. Ohne Visionen ist die Welt nur langweilig und vor allem gibt es dann keine Veränderung und auch keine Fortschritt.

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