OB-Wahl 2019: Nachgefragt bei Martin Bochmann

2. Oktober 2019 | Politik | 20 Kommentare

HalleSpektrum hat den Halleschen OB-Kandidaten 11 Fragen gestellt und sie um eine Antwort gebeten. Diese Antworten, die wir in den nächsten Tagen veröffentlichen, bieten vor der OB-Wahl am 13. Oktober noch mal die Möglichkeit, die Positionen und Gedanken der Kandidaten zu vergleichen. Heute: Martin Bochmann (DIE PARTEI).

Hallo Halle-Spektrum,
verzeiht die späte Antwort. Mein Pressestab ist mir leider abhanden gekommen, so daß ich das Mißvergnügen habe, alles auch noch persönlich beantworten zu müssen.

Dann mal im Einzelnen:

1. Wie stellen Sie sich Halle in 20 Jahren vor? Welche Zukunft hat die Stadt in Sachsen-Anhalt? Haben Sie eine Vision? In welche Richtung soll es nach Ihren Vorstellungen gehen (sozial, kulturell, finanziell)?

Martin Bochmann: In 20 Jahren wird Leipzig den Säxit geschafft haben und gemeinsam mit uns die starke Metropolregion Schkeuditz (ehemals Sachsen) mit den beiden Satelliten-Städten Leipzig (ehemals Sachsen) und Halle bilden. Ich strebe (zusammen mit den Leipzigern, die dringend raus aus Sachsen wollen) einen starken Stadtstaat nach dem Vorbild von Bremen an. Damit wären alle Probleme gelöst.
Man könnte diesen Stadtstaat bspw. Schkleihal nennen.

2. Halle muß massiv Schulden abbauen. Wenn nicht mehr Einnahmen generiert werden können, muß gespart werden. Welches sind die Felder, in denen Sie Sparpotential sehen.

MB: Ich sehe nicht ein, warum wir einer Erpressung einer mittleren Verwaltungsbehörde nachgeben sollten. Halle (Dings) sollte vielmehr weitere Kredite aufnehmen und durch die Negativzinsen Altschulden zurückzahlen. Damit erübrigt sich das sparen.

3. Durch Kriege und Klimakatastrophen und die weitere Ausbeutung unseres Planeten wird es weltweit mehr Flüchtlinge geben. Ist Halle dem gewachsen? Wie wollen Sie in Zukunft damit umgehen?

MB: In Halle und Deutschland kommen immer weniger Flüchtlinge an. Das ist der EU zu verdanken, die mit Erdogan, dem Irren vom Bosporus, wie wir ihn liebevoll nennen und obskuren Warlords in Lybien hochdotierte Verträge abgeschlossen haben und Milliarden dafür zahlen, damit sie uns das Problem vom Hals halten. Für Flüchtlinge, die im Mittelmeer „Absaufen!“ (Zitat: Pegida) ist die Stadtverwaltung nicht zuständig.

4. Welche Rolle spielt für Sie die Kultur, wenn man davon ausgeht, daß ein Volk ohne Kultur ein barbarisches Volk wird?

MB: Die „Barbaren“ hatten durchaus Kultur, wenn man das mit einigen Auswüchsen des 20. Jahrhunderts vergleicht… Kurz: Ja klar, eine große!

5. Auf welche Weise können Konflikte gelöst werden, die mit der Migration entstehen? Oder Konflikte wie am August-Bebel-Platz zwischen Einwohnern und Jugendlichen, die sich hier ihren eigenen Jugendtreff geschaffen haben.
Also wie würden Sie als Stadtoberhaupt mit Konflikten umgehen?

Wenn sich Leute etwas eigenes erschaffen und damit den urbanen Raum zurückerobern, ist das prinzipiell zu begrüßen. Deshalb würde ich da erst einmal ganz lässig herangehen.

6. Wird der HFC in den nächsten Jahren in die Bundesliga aufsteigen?

Wozu?

7. Der Amazonas-Wald brennt, ebenso die Arktis, die Gletscher schmelzen, der Permafrostboden taut – spielt das für die Kommunalpolitik der Stadt irgend eine Rolle? Wenn ja, welche?

MB: Wir haben leider noch keine eigene Luftwaffe in Halle, sonst wäre ich sofort bereit, den Einsatzbefehl zu geben, den Faschisten Bolsonaro in einer chirurgischen Operation zu eliminieren. Halle kann halt nur versuchen, eigene Klimaziele zu setzen und zu verwirklichen. Und nein, liebe Greta-Hasser, das bedeutet nicht nur, irgendwelchen Müll aufzusammeln.

8. Können Sie sich in Sachfragen eine Zusammenarbeit mit der AFD vorstellen? Welche wären das?

MB: Nein. Die werden sofort zu Menschen oder gar emotional und brechen das Gespräch ab. Manche drohen sogar, zu einer interessanten persönlichen politischen Person zu werden.

9. Was muß getan werden, um ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern herzustellen?

MB: Es muß Fußgängern und Radfahrern erlaubt sein, gewaltig gegen falsch geparkte Karren zu treten. Außerdem werde ich ein ausgefeiltes Konzept zur Einführung einer City-Maut vorlegen.

10. Welche Rolle spielt für Sie die Geschwindigkeit Ihres Internetanschlusses?

MB: Eine große. Sonst könnte ich ja hier nicht antworten.

11. Weshalb wollen Sie Oberbürgermeister werden? Ist doch Stress ohne Ende.

MB: Laut dem Kalender des OB ist das doch recht entspannt: Da mal die Einweihung einer Hundewiese, dort mal Richtfest bei einem Toilettenhäuschen. Das Ganze für ein nicht unerhebliches bedingungsloses Grundeinkommen plus Spesen.

Viele Grüße
Martin Bochmann

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Dieses Thema enthält 20 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  wolli vor 1 Woche, 1 Tag.

Ansicht von 21 Beiträgen - 1 bis 21 (von insgesamt 21)
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  • #357063

    HalleSpektrum hat den Halleschen OB-Kandidaten 11 Fragen gestellt und sie um eine Antwort gebeten. Diese Antworten, die wir in den nächsten Tagen verö
    [Der komplette Artikel: OB-Wahl 2019: Nachgefragt bei Martin Bochmann]

    #357064

    Freibier für alle!
    So, jetzt bin ich es los!

    #357065

    Die Satirepartei müsste für den Aufwand, den sie bei der OB-Wahl verursacht, zur Kasse gebeten werden.

    #357066

    Wolli, bei „Die Satirepartei müsste für den Aufwand, den sie bei der OB-Wahl verursacht, zur Kasse gebeten werden“ bin ich absolut Ihrer Meinung!

    Allein schon der Name des Kandidaten! Und dann auch noch zusätzlich von der cDU unterstützt. Als Wähler würde ich mir da schon verschaukelt vorkommen.

    #357067

    Satire muß man schon verstehen können. Und sie ist nicht nur komisch:

    #357068

    Durch die Teilnahme dieser Spasskandidaten an Wahlen wird unser parlamentarisches System der Lächerlichkeit preisgegeben. Diese PARTEI dürfte zu Wahlen nicht zugelassen werden.

    #357116

    Durch die Teilnahme dieser Spasskandidaten an Wahlen wird unser parlamentarisches System der Lächerlichkeit preisgegeben.

    Meine Sorge ist eher, dass sie Stimmen von ernstzunehmenden Kandidaten abziehen und deren Gang in die Stichwahl gefährden. Damit könnte insgesamt die Wähler Grundstimmung „verfälscht“ werden.

    #357118

    Auszug aus dem Parteiengesetz:

    „Parteien sind Vereinigungen von Bürgern, die dauernd oder für längere Zeit für den Bereich des Bundes oder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluß nehmen und an der Vertretung des Volkes im Deutschen Bundestag oder einem Landtag mitwirken wollen, wenn sie nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere nach Umfang und Festigkeit ihrer Organisation, nach der Zahl ihrer Mitglieder und nach ihrem Hervortreten in der Öffentlichkeit eine ausreichende Gewähr für die Ernsthaftigkeit dieser Zielsetzung bieten.“

    Offenbar sind die Ziele der PARTEI ernsthaft genug, um sie als Partei anzuerkennen. Das ist auch gut so. Nichts ist schlimmer für die Demokratie, als für eine „wirklich“ ernsthafte Partei zu kandieren und dann sowas wie Boris Johnson oder Donald Trump oder vielleicht noch einen Björn Höcke zu bekommen.

    Gelle Wolli?

    #357122

    Nein und nochmals nein !
    Die Kandidaten der Spaßpartei sind eine Beleidigung für alle ernsthafetn OB-Kandidaten und ihre Wähler stehen den linken und rechten Extremisten nahe.

    #357126

    Sind sie denn nur eine „Beleidigung“ oder gar eine Gefahr für die Demokratie?

    #357129

    Puh! Überall linke und rechte Extremisten. Und die Mitte nur noch hauchdünn und verängstigt. Wohin führt das? => Weimarer Republik.

    #357134

    teu

    Nein und nochmals nein !

    Die Kandidaten der Spaßpartei sind eine Beleidigung für alle ernsthafetn OB-Kandidaten und ihre Wähler stehen den linken und rechten Extremisten nahe.

    Eulenspiegel war ein Nazi?

    #357149

    Och ( geborgt vom Namen des Bewerbers),

    „Zur Zeit eyn Narr sein, ist auch Kunst und Weisheit“ sagt der GEPFEFFERTE SPRUECHBEUTEL. Nur ist jetzt gerade eben nicht die Zeit dafür!

    Aber ja, L i b y e n, da muss man schon überlegen, wie man das schreibt, ich komme auch öfter ins Grübeln, aber Eselsbrücke:
    I kommt im Alphabet zuerst, y kommt später. 🙂

    OCH zurück geb.

    #357157

    Ist doch süß, dass Wolli meint, entscheiden zu dürfen, wer an einer freien Wahl teilnehmen darf und wer nicht. Ich meine, das wussten wir ja schon, aber mit welcher Eisernheit er sein Demokratieverständnis manchmal zur Schau trägt, ist schon beeindruckend.

    #357159

    Möglicherweise ist das ein schlau eingefädelter Gag, dass so eine Partei und solche Kandidaten eben doch nicht verboten werden. Sie sind ein verschleierter Intelligenztest, dem die Wähler geschickt unterzogen werden und durch ihr Auftreten kommt ein bisschen Lockerheit in den stressigen Wahlkampf. Habt ihr nicht auch amüsiert seinen Antworten zugehört?
    Bestimmt bekommt er, der Bewerber Bochmann, ein paar Stimmen.

    #357245

    Aber ja, L i b y e n, da muss man schon überlegen, wie man das schreibt, ich komme auch öfter ins Grübeln, aber Eselsbrücke:

    Oh Mist, erwischt! Und ich kann es noch nicht mal aufs hallespektrum schieben, ich hab es wirklich falchs geschrieben.

    Immerhin kann ich Libyen und Syrien unterscheiden, das können so einige Hutbürger nicht. Bürgerkrieg und Flucht irgendwo da am Mittelmeer, das überfordert so einige…

    #357308

    Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.
    Daumen hoch dafür- (aua, meine Rhizarthrose, Mist) Findet man heute selten.

    #357317

    Durch die Teilnahme dieser Spasskandidaten an Wahlen wird unser parlamentarisches System der Lächerlichkeit preisgegeben. Diese PARTEI dürfte zu Wahlen nicht zugelassen werden.

    Da gab es schon einen

    #357330

    Den Hochstapler fand ich gar nicht spaßig….

    #357699

    Es ging um Lächerlichkeit!

    #357728

    Verrückte muss man nicht gewähren lassen.

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