Neubau am Riebeckplatz: Stadträte sehen keine Notwendigkeit

20. Mai 2015 | Politik | 16 Kommentare

Die Pläne von Oberbürgermeister Bernd Wiegand zum Bau eines Verwaltungshochhauses am Riebeckplatz stoßen auf heftige Kritik unter den halleschen Stadträten. Das machten sie am Mittwoch im Hauptausschuss deutlich.

„Wir können das Eingangstor zur Stadt so nicht stehen lassen“, warb Wiegand für das Projekt. „Ich möchte da eine Veränderung.“ Jahrzehnte sei nix passiert. Es sei ein fraktionsübergreifender Wunsch gewesen, dort eine Veränderung herbeizuführen. Unter den Stadträten entwickelte sich eine Mischung aus Grummeln und Gelächter.

„Ich kann mich nicht erinnern, wer sich über den Zustand des Riebeckplatzes beklagt haben soll“, fragte Bönisch. Zudem sei dieser kein Eingang mehr zur Stadt. Die Zeiten, in denen Massen vom Bahnhof in die Stadt strömten, seien vorbei. „ich sehe andere Probleme, als dort oben die Welt zu verändern“, so Bönisch, eine Notwendigkeit für das Projekt könne er nicht erkennen.

Verwunderung herrschte unter den Räten auch, dass die HWG die Studie zum Raumbedarf der Stadt erstellt hat. „Wir sind ein Konzern Stadt“, so Wiegand. Die HWG habe die Studie erstellt, „weil die Verwaltung seit Jahren nicht in der Lage war und nichts vorgelegt hat.“ Er sei dem neuen Amtsleiter dankbar, sich so eingesetzt zu haben.

Kritik musste sich Wiegand auch für sein Werben um die Aufstellung eines Bebauungsplans machen. Die Stadt könne sich von den Plänen verabschieden, wenn ein Großunternehmen komme und sich dort ansiedele. Hauptziel sei die Belebung des Riebeckplatzes. „Das klingt merkwürdig, was sie ausführen“, meinte Christian Feigl (Grüne). So zu tun, als sei der Bebauungsplan für einen dritten sei „völliger Humbug“. Er sei es leid, immer nur Stück für Stück informiert zu werden.

Hier lesen Sie mehr zur Studie zum Riebeckplatz.

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Dieses Thema enthält 16 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  westdeutscher vor 4 Jahre, 2 Monate.

Ansicht von 17 Beiträgen - 1 bis 17 (von insgesamt 17)
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  • #154058

    Die Pläne von Oberbürgermeister Bernd Wiegand zum Bau eines Verwaltungshochhauses am Riebeckplatz stoßen auf heftige Kritik unter den halleschen Stadt
    [Der komplette Artikel: Neubau am Riebeckplatz: Stadträte sehen keine Notwendigkeit]

    #154060

    Nun, erst wurde am Eingangstor, mit Billigung der Stadtverwaltung abgerissen und nun soll wieder gebaut werden? Und zwar noch auf Kosten der Bürger? Ja, wie krude ist das denn?
    Das ganze natürlich befürwortet von einer Verwaltung, die noch nicht mal anständige Mietverträge hinbekommt und zu Wuchermieten aquiriert…

    #154061

    Danke, das ihr die Zitatfunktion wieder abgestellt habt!

    @stefan Wege: Was sitzen da für Flöten?
    Meinst Du jetzt Herrn Sänger.
    http://www.halle.de/de/Rathaus-Stadtrat/Stadtrat-Fraktionen/Aufsichtsraete/#12
    Dann kann man beruhigt sagen, die Alten. 😉

    #154062

    Dem derzeitigen OBM scheint die Höhenluft nicht zu bekommen.

    #154063

    Unser OB wird einen Weg finden, ohne den Stadtrat zu bauen. 🙂

    #154090

    @roshi: Dem derzeitigen OBM scheint die Höhenluft nicht zu bekommen.

    Man muss schon ganz schön hoch bauen, um den Mief des Stadtrates, der wie Mehltau über dieser Stadt liegt, zu entkommen.

    #154093

    Man muss schon ganz schön hoch bauen, um den Mief des Stadtrates, der wie Mehltau über dieser Stadt liegt, zu entkommen.

    Gegen einen miefigen Stadtrat gibt es demokratische Mittel.

    #154095

    Zitat: Verwunderung herrschte unter den Räten auch, dass die HWG die Studie zum Raumbedarf der Stadt erstellt hat.

    Es gab da mal was: http://www.halle.de/Publications/255/812_eb_zgm.pdf

    §2
    Zweckbestimmung
    (1) Der Zweck des Eigenbetriebes ist die Erbringung gebäudewirtschaftlicher Leistungen zum
    Raum-, Bewirtschaftungs-, Sanierungs-, Modernisierungs-und Unterhaltungsbedarf an
    städtischen und städtisch angemieteten Gebäuden einschließlich
    Neu-und Erweiterungsbau. Die Leistungserbringung erfolgt auf der Basis von Serviceverträgen/ – vereinbarungen bezogen auf die dem Verwaltungsvermögen zugeordneten Grundstücke und Gebäude in seiner Gesamtheit.

    Dem ZGM wurde aber immer wieder von der OBin und dem Stadtrat die erforderlichen Mittel verweigert.
    Schon vergessen?

    #154103

    Wie gut Gebäude in Halle verkauft werden können, sieht man an den Neustädter Scheiben…

    Und warum mußten dann am Eingangstor zwei gut erhaltenen Hochhäuser wegggeknackt werden?

    Warum zahlt man als Stadt überhöhtte Mieten in Objekten?

    Alles nur, weil ja der dumme Bürger das bezahlt…

    #154105

    Wann ist eigentlich ein Neubau „notwendig“?

    #154111

    Es ist wie zu alten Rivezeiten.

    Stefan Wege, du hast wirklich Humor. Wenn auch vielleicht eher unfreiwillig.
    🙂

    #154139

    Humor ist auch nötig – angesichts solcher Parteimitglieder wie Böhnisch und dir.

    Dieser Satz wird mir noch ein Parteiausschlussverfahren einbringen.
    🙂
    Abgesehen davon finde ich es aber bemerkenswert, wie du bei diesem Thema hier vor allem auf der argumentativen Ebene zu überzeugen weißt.

    #154150

    @ Stefan Wege:

    Im Moment versuche ich erst mal die „Bedeutung eines fehlenden (toten) Eingangstores“ (S.Wege) zu erfassen. Es gelingt mir einfach nicht. Vor allem wenn ich das Bild des sich an der Klotzarchitektur der sozialistischen Moderne orientierenten Turmes vor mir sehe. Das ist doch höchsten ein Torpfosten, der dazu noch neben dem Eingang steht. Aber nur, wenn man den Eingang dort verortet. Wieso bitte, befindet sich dort der Eingang zur Stadt? Dort, kurz vor dem innerstädtischen Autobahnknoten, der aus wohl nur noch historischen Gründen als Platz bezeichnet werden kann.

    #154173

    Was ist eigentlich aus dem Daggi Tower, der so wohlwollend von den jetzigen Kritikern aufgenommen wurde, geworden?
    Ist der mit dem Sonnensegel davon geschwebt? „Fliege Gedanken, getragen von Sehnsucht…“ 😉

    #154189

    Der OBM sollte sich lieber um die maroden Häuser in Halles Innenstadt und die daraus enstehenden Baulücken kümmern , die dem Stadtbild einen nicht sehr ansehnliches Aussehen geben, als über Hochäuser
    an einem von Fußgängern ect. gemiedenen Platz.

    #154121

    Was ich nicht verstehe ist, wie man 60 Mio € für einen Verwaltungsneubau ausgeben muss, wenn man für gut 10 % davon eine Scheibe sanieren könnte (siehe hier). Selbst wenn die Sanierung am Ende 20 Mio kosten würde, so hat man doch einen repräsentativen Verwaltungssitz und würde die Region deutlich aufwerten.

    #156951

    Solange die Scheiben drei unterschiedlichen Leuten gehört kommt da nichts Verwaltungstechnisches rein. Für die Sanierung der vier Scheiben werden nach Schätzung von Experten aber rund 40 Millionen Euro gebraucht. Der Wert der Häuser geht dagegen gegen Null. Dann lieber für 3 mal 4 Millionen Abreissen und ein paar syrische Spielkasinos drauf oder ein Laufhaus oder sowas Sinnvolles. Von mir aus auch, eine Betonplatte und in der Mitte einen Kaugummi Automaten. hehe

    Das Einzige was die hochgeschätzten Einkäufer alla Ebay 3-2-1 ein Euro daraus machen ist warten, bis sie genügend Geld von der Stadt abkassieren können um dann in 40 Jahren mal die Dinger von einem Insolvenzverwalter abzutreten. haha Ich muss da selbst lachen und würde sogar Wetten abschließen 😀

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