Nach Spiegel-Beitrag: Mini-Kritik in Leserbriefen

16. April 2013 | Politik | 1 Kommentar

Für heftige Diskussionen hat ein Spiegel-Artikel vor zwei Wochen gesorgt, in dem Halle (Saale) als rechtsextreme Hochburg bezeichnet wurde. Zumindest in einer Minispalte in den Leserbriefen des Nachrichten-Magazins kommen nun ein paar kritische Stimmen an diesem Beitrag zu Wort.

„Ja, es gibt rechtsradikales und rassistisches Gedankengut, gegen das man sich engagieren muss – aber niemals ist Halle „eine Hochburg Rechtsradikaler“.“, erklärt beispielsweise der seit zehn Jahren in der Saalestadt lebende Uwe Maeser. „Wie billig, das Klischee vom braunen Osten zu bedienen – wie falsch, Halle als eine der „Hochburgen des Rechtsradikalismus“ zu bezeichnen. Der Artikel strotzt nur so von hohlen Phrasen“, meint Schriftsteller Bernhard Spring. „Man sollte doch meinen, dass Sie genug Zeit hatten, sich mit den nun wirklich nicht mehr neuen Bundesländern etwas differenzierter auseinanderzusetzen.“

Die Hallesche Journalistin Karoline Makosch wirft die Frage auf, ob man sich in der Spiegel-Redaktion überhaupt Gedanken gemacht hat, wie Karamba Diaby – um den SPD-Bundestagskandidaten und gebürtigen Senegalesen sollte es ursprünglich im Artikel gehen – in seine Position gekommen ist. „Er wurde gewählt! Und zwar von Hallensern, denen seine Hautfarbe egal und seine Kompetenz wichtig ist. Ist es nicht ein gutes Zeichen, dass möglicherweise der erste Schwarzafrikaner im Bundestag im Osten gewählt wird? Dass er eine ausgezeichnete Arbeit leistete und dafür von den Bürgern gewählt wurde?“, fragt sie in der Leserbriefspalte des Nachrichtenmagazins.

„Halle ist eine faszinierende Stadt voller Gegensätze: mit einem für die Größe ungewöhnlich vielfältigen kulturellen Leben und zugleich teilweise immensen sozialen Problemen“, meint Dr. Christian Haupt. „Dass gerade hier die SPD-Kandidatur Doktor Diabys möglich ist, hätte Ihr Schwerpunkt sein sollen. Oder passt das nicht in das Klischee vom Osten?“, fragt er.

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