Nach Schmierereien in der Silberhöhe: Kritik vom Zentralrat der Sinti und Roma

23. Juli 2014 | Politik | 1 Kommentar

Der Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland reagiert empört auf die zunehmende Feinschaft gegenüber Sinti und Roma im halleschen Stadtteil Silberhöhe.
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Man fordere „ein sofortiges Einschreiten der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden gegen die offenbar aus dem Neo-Nazi-Milieu stammenden Täter“, heißt es in einer Erklärung. Anlass sind beispielsweise die Schmiereien und Straßen und Hauswänden mit Sprüchen wie „Zigeuner rauss“ und „Roma rauss“, bei denen die letzten Buchstaben als SS-Rune geschrieben wurden. Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, richtet deshalb einen dringenden Appell an den Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht.

Dem Wiederaufleben der Rassenpropaganda gegen eine Minderheit, die im Nationalsozialismus Opfer des Holocaust wurde, müsse schon in seinen Anfängen entgegen getreten werden, so Rose. Dies habe der Staat und seine Justiz in den jüngsten Wahlkämpfen nicht konsequent genug getan, vor allem gegenüber den hetzerischen Plakaten und Flyern der NPD gegen Sinti und Roma („Geld für die Oma statt für Sinti und Roma“ und „Zigeunerflut bekämpfen“), erklärte Rose. Der Staat müsse sich jetzt schützend vor die Minderheit stellen.

Der Zentralrat forderte außerdem von den zuständigen Bundesbehörden wirksamere Schritte gegen die großen Internetbetreiber wie FACEBOOK, auf deren Plattformen in immer schlimmerem Maße Sinti und Roma von Rechtsextremen mit Gewalt bedroht und rassistisch beschimpft werden, zum Beispiel als „Pack“ oder „Viecher“. Mit der Bitte, in direktem Kontakt zu der Geschäftsleitung von FACEBOOK auf die Löschung dieser volksverhetzenden Einträge hinzuwirken, wandte sich der Zentralrat auch an „jugendschutz.net“, der von den Bundesländern gegründeten Organisation zur Überwachung und Verhinderung jugendgefährdender und rassistischer Inhalte im Internet.

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