Maikundgebung der Gewerkschaften auf dem Markt – DGB-Chef für mehr Mindestlohn-Kontrollen

1. Mai 2015 | Politik | 3 Kommentare

Auf dem halleschen Marktplatz fand am Freitag zum 1. Mai die traditionelle Maikundgebung statt.

An Ständen präsentierten sich Gewerkschaften und Parteien. Auf der Bühne gab es Musik und Theater, unter anderem mit Stilbruch und den Kiebitzensteinern.

Oberbürgermeister Bernd Wiegand erklärte in seinem Grußwort, die Stadt wolle sich verstärkt um Schul- und Ausbildungsabbrecher kümmern. Sozialminister Norbert Bischof sprach an, dass es im Land 30.000 Aufstocker gebe. Problem seien Befristungen und Leiharbeit. Vom Mindestlohn profitieren 250.000 Sachsen-Anhalter, dies sei ein Erfolg.

DGB-Landeschef Udo Gebhardt schickte zunächst einen Gruß an diejenigen, die nach Deutschland kommen und hier Schutz suchen „vor Krieg und Vertreibung, vor Hunger und Elend, vor der Verletzung ihrer Würde.“ Er erinnerte daran, dass es den 1. Mai als Kampftag seit 125 Jahren gebe. Heutzutage gehe es um die Qualität der Arbeit, Mitbestimmung, den Erhalt des Sozialsystems. „Nein, das Abendland muss nicht gerettet werden“, sagte er mit Blick auf Pegida & Co. Man wolle mit der Maikundgebung ein deutliches Zeichen für mehr soziale Gerechtigkeit setzen, aber auch für Demokratie und Toleranz. Gebhard begrüßte die Einführung des Mindestlohns. Allerdings forderte er zugleich mehr Kontrollen, um schwarze Schafe ausfindig zu machen. Der Zoll brauche deshalb mehr Personal. Klagen von Arbeitgebern über zu viel Bürokratie bei der Erfassung der Arbeitszeiten seien dagegen lächerlich.

Print Friendly, PDF & Email
3 Kommentare

Kommentar schreiben