IHK Halle-Dessau zur Amtseinführung Trumps: ‚Kurzsichtiger Protektionismus würde Schaden anrichten‘

19. Januar 2017 | Politik | 12 Kommentare

Halle (Saale), 19. Januar 2017. Donald Trumps Amtsantritt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) sieht die Unternehmerschaft in der Region mit wachsender Skepsis entgegen. „Wenn die Maxime ‚America First‘ zu neuen Handelsbarrieren führt, hätte dies negative Folgen auch für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt“, sagt die Präsidentin der Industrie-und Handelskammer Halle-Dessau (IHK), Carola Schaar. Bislang hätten die hiesigen Unternehmen gute Geschäfte in den USA gemacht, von denen beide
Seiten profitieren konnten. „Kurzsichtiger Protektionismus würde hier durchaus Schaden anrichten“ befürchtet Schaar.

Innerhalb weniger Jahre seien die USA zum drittwichtigsten Außenhandelspartner des Landes aufgestiegen. Lagen die USA 2013 bei den Ausfuhren mit 557 Millionen Euro noch auf Rang zehn der Exportstatistik, bedeuteten rund 1,1 Milliarden Euro zwei Jahre später bereits Platz drei, berichtet Schaar. Aber schon vor dem Wahlsieg Trumps verzeichneten die Statistiker im vergangenen Jahr einen Rückgang der sachsen-anhaltischen Exporte in die USA. Die Ausfuhren sanken von Januar bis Oktober 2016 gegenüber dem Vergleichszeitraum aus dem Rekordjahr 2015 um knapp 20 Prozent. ?Trotzdem war 2016 kein schlechtes Jahr im US-Handel, es könnte sogar das zweitbeste geworden sein?, betont die IHK-Präsidentin. Bereits
Ende Oktober 2016 hätten sachsen-anhaltische Unternehmen so viele Güter dorthin verkauft wie 2014 insgesamt. Geliefert würden vor allem pharmazeutische Produkte, Optik und Elektronik sowie chemische Erzeugnisse.
Handelshemmnisse, so die IHK-Präsidentin, könnten hierzulande vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) treffen. „Diese haben es schon heute im US-Geschäft nicht leicht“. Mit durchschnittlich 2,8 Prozent falle dabei bisher weniger der Zoll für Industrieprodukte ins Gewicht als vielmehr Handelshemmnisse durch Vorgaben der US-Bürokratie. Notwendige Produktanpassungen, zusätzliche Tests und Doppelzertifizierungen verursachten einen hohen Aufwand und Mehrkosten, die gerade KMU schwer schultern könnten.

Doch wer ein Land ökonomisch abschotte, schneide sich letztlich ins eigene Fleisch, sagt Schaar, unter anderem weil Preissteigerungen drohten. „Deshalb erwarte ich, dass sich in den USA auf lange Sicht die ökonomische Vernunft durchsetzen wird, in der Wirtschaft sowieso, und in der Politik
schließlich auch.“

 

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Dieses Thema enthält 12 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  redhall vor 1 Jahr, 10 Monate.

Ansicht von 13 Beiträgen - 1 bis 13 (von insgesamt 13)
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    Beiträge
  • #280599

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    [Der komplette Artikel: IHK Halle-Dessau zur Amtseinführung Trumps: ‚Kurzsichtiger Protektionismus würde Schaden anrichten‘]

    #280600

    dann kümmert euch doch mal verstärkt um den Binnen- und EU-Markt. Wenn die Produkte so einzigartig sind, und in den USA nicht erzeugt werden, ist der Absatz doch gesichert? Oder sie verzichten ganz darauf, was ja möglich wäre… aber wenig wahrscheinlich.

    #280601

    So ein Quatsch. Die größte Blockade für den Markt ist doch die IHK selbst.

    #280602

    da quieken sie wieder, die Globalisierungskritiker…
    Ihr werdet diese Form von Globalisierung nicht verhindern, sie ist bereits in vollen Gange.
    Was glaubt Ihr, woher Eure PC,Notebooks oder Smartphones kommen?

    #280603

    „Was glaubt Ihr, woher Eure PC,Notebooks oder Smartphones kommen?“

    Aus den USA nicht.

    #280604

    Inwiefern ist denn die IHK als Lobby der Wirtschaft eine Blockade für den Markt?

    #280611

    Was machen die denn außer rumlabern. Auch wenn Mr. Trump Wind macht ist noch nicht aller Tage Abend.

    #280614

    Anonym

    Aus den USA nicht.

    Na warte mal ab bis die Produktion von Apple zurückverlegt wurde! Das erste IPhone „Made in U.S.A.“ soll weniger als 6000 Dollar kosten – in der einfachen Ausführung. Und wenn all die chinesischen Facharbeiter aus Taiwan ein Arbeitsvisum bekommen, könnte es sogar noch in der ersten Amtsperiode von Trump erscheinen. Mit viel Glück. 🙂

    #280618

    Das erste IPhone „Made in U.S.A.“ soll weniger als 6000 Dollar kosten […]

    Das zeigt doch aber einmal mehr, dass unser aller Wohlstand hauptsächlich auf der Ausbeutung anderer, ärmerer Leute basiert. Dabei würde es uns nichtmal nennenswert schlechter gehen, wenn wir keine Smartphones besitzen würden – das war vor 15 Jahren noch Gang und Gäbe.

    Also, kurzsichtig und vor allem wenig nachhaltig denken vor allem Vertreter der Wirtschaftslobby wie u. a. die IHK. Und die sind die ersten, die protektionistisch denken, denn ohne staatlich verordnete Zwangsmitgliedschaft hätten die gar keine Existenzgrundlage.

    #280623

    Wenn sich Neoliberale über Neoliberale aufregen, ist der Gipfel der Heuchelei fast erreicht!

    #280648

    Es war wohl der Nobelpreisträger Stiglitz der gemeint hatte, nicht die Globalisierung sei das Problem, sondern dass die Regeln dafür nur im Interesse der Großkonzerne aufgestellt werden.

    TTIP lässt grüßen.

    #280652

    Inwiefern ist denn die IHK als Lobby der Wirtschaft eine Blockade für den Markt?

    Weil sie Beiträge in nicht unerheblicher Höhe erhebt und die meisten Positionen das Gegenteil von nachhaltig sind. Letzlich wird die IHK von den Interessen der großen Wirtschaftsunternehmen gesteuert. Alles andere ordnet sich danach unter.

    #280712

    Lustig ist doch auch immer, wenn die IHK den Abbau der Bürokratie fordert. Teure Bespaßung.
    Donni ist sicher schwer beeindruckt?

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