Heißer Montag in Halle: Montagsdemo, Gegendemo und Speakers Corner
27. April 2014 | Politik | 2 KommentareDer 28. April wird zum Protest-Montag in Halle (Saale). Gleich drei verschiedene Veranstaltungen wird es in der Stadt geben.

Den Auftakt macht die Stadtverwaltung mit ihrem „Speakers Corner“. Um 17 Uhr geht es im Bereich Ecke Ratshof/Eingang Boulevard los. Die Sprechecke orientiert sich am Londoner Original im Hyde-Park und ermöglicht mutigen Hallenserinnen und Hallensern, Bürgerinnen und Bürgern zu einem Thema fünf Minuten zu sprechen. Für die Veranstaltung wird ein Podest in den Stadtfarben aufgestellt.
Um 18 Uhr beginnt die Montagsdemonstration vorm Ratshof. Diese steht unter dem Motto „Für Frieden! Für ehrliche Medien! Für soziale Gerechtigkeit!“ Angemeldet hat sie ein Bürger aus der Nähe von Eisleben. Unterstützt wird er aber von mehreren Hallensern. Auch der Köthener Sanitätsverein sagte seine Unterstützung zu, ebenso wie eine Securityfirma, die insbesondere auf extremistische Tendenzen achten soll. „Extremistische Gesinnungen jedweder Art haben zuhause zu bleiben“, heißt es im Aufruf.
Doch die Parteien blasen zum Protest. Sie rufen zur Gegendemonstration auf. „Kommt darum mit uns auf den Marktplatz um Antisemitismus und Verschwörungsideologien keinen Platz zu bieten und für einen echten Frieden einzustehen“, heißt es im gemeinsamen Aufruf der Jugendorganisationen aller fünf großen Parteien. Grüne Jugend und Grüne Hochschulgruppe Halle, Jusos und Juso-Hochschulgruppe Halle, der Ring Christlich-Demokratischer Studenten Halle, die Liberale Hochschulgruppe und Junge Liberale Halle sowie die Linksjugend [‘solid] Halle und die Junge Union Halle sind gemeinsamer Veranstalter. Sie haben ihre Kundgebung „Aktion Aluhut“ genannt. Dieser stehe symbolisch für Verschwörungstheorien. Durch die Montagsdemos solle eine “Querfrontbewegung” geschaffen werden, bei der Inhalte der Naziideologie übernommen und in die breite Gesellschaft getragen werden sollen, erklären die Jugendverbände in ihrem Aufruf. „Wir begrüßen Demonstrationen für den Frieden, allerdings werden hiermit nur einfache Feindbilder geschaffen. Dadurch erhoffen sich extreme politische Gruppierung einen Zuwachs an Beliebtheit.“ Hintergrund der Aktion: in anderen Städten hatten sich auf Rechtsextremisten unter die Demonstranten gemischt.
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Wie doof ist das denn? Und wer will wie dafür garantieren, daß Andersgeartete nicht auch in der Gegenfriedensdemo stehen??? Mann, wie kindisch. Souverän ist anders…
Und wer von den Menschen soll da wissen, welche die „richtige“ Seite ist? Und es wird eher (im Hinblick auf nächste mögliche Montage) abschreckend als animierend auf die Bevölkerung wirken.
Werden die Demonstrationen räumlich getrennt?