Heftige Diskussionen um Spiegel-Beitrag zum rechtsradikalen Halle

2. April 2013 | Politik | 1 Kommentar

Ein Beitrag des Nachrichten-Magazins „Der Spiegel“, in dem Halle (Saale) als rechtsradikale Hochburg bezeichnet und die Kandidatur des SPD-Kandidaten und gebürtigen Senegalesen Karamba Diaby als Experiment tituliert wird, sorgt für heftige Diskussionen.

„Karambas Kandidatur ist kein Experiment, die Mehrheit der Hallenser ist viel weiter als das schwarz-weiß Denken mancher Spiegelredakteure. Da sich der Spiegel seit geraumer Zeit dem Bild-Niveau nähert, kauf ich diese Zeitschrift schon länger nicht mehr“, meint Marian Kirchner. Kathleen Hirschnitz schreibt „von Vorortrecherche hat der Gute wohl noch nix gehört – vermutlich weil es hier so gefährlich ist … schade um den wahren Journalismus.“ Die Grüne Stadtvorsitzende und Bundestagskandidat Sebastian Kranich sagte HalleSpektrum.de: „Halle ist keine „Hochburg“ von Rechtsradikalen. Ausruhen kann man sich darauf aber nicht. Sorgen wir dafür, dass es so bleibt.“ Sylvie Pi erklärte, „Hier wird aus Leichtsinn oder gar mit Absicht Rufmord an einer ganzen Stadt betrieben. Wir sollten uns das nicht gefallen lassen.“ In eine ähnliche Richtung geht auch die Kritik von Jana Krupik-Anacker: „Das macht sich medial sehr gut: der erste Schwarzafrikaner, der in den Bundestag einzieht, kommt aus einer angeblichen Nazi-Hochburg… Damit verkaufe ich Schlagzeilen, aber keine guten Nachrichten…“

Der Spiegel selbst verteidigt indes bei Facebook seinen Beitrag und verweist auf einen eigenen Blogbeitrag vor Jahren unter dem Titel „Die braune Landkarte Ostdeutschlands“. Allerdings: auf der dort verlinkten Karte ist bei Halle ein weißer Fleck…

Bereits am Montag hatten Diaby selbst und Oberbürgermeister Bernd Wiegand den Artikel kritisiert. Infos dazu hier.

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